Ruhe, Ordnung und Sicherheit


Die römische Kaiserzeit stellt die Epoche in der Geschichte der Stadt Rom dar, in der wir am meisten über die Stadt wissen und in der sie am höchsten entwickelt war. Rom hatte damals mindestens eine Million Einwohner, von denen zwischen einem Zehntel und einem Fünftel Sklaven waren. Nördlich des Forum Romanum hatten die Kaiser ihre Kaiserforen angelegt, an sie schloss sich östlich die Subura an, der Stadtteil des einfachen Volkes, in dem aber auch Politiker wohnten, die sich volkstümlich geben wollten, so etwa Caesar. Links und rechts der großen Ausfallstraßen der Stadt lagen, wie bei allen antiken Städten, die Gräberfelder mit ihren zum Teil künstlerisch gestalteten Grabmälern.

Alltag rom zur Kaiserzeit roemische-imperium.de

Administrativ eingeteilt war Rom zur Zeit der Republik in die vier tribus Palatina, Suburana, Esquilina und Collina; Augustus teilte sie in 14 Regionen ein, die ihrerseits in vici unterteilt wurden. An der Spitze stand der Stadtpräfekt (praefectus urbi), ein Mann senatorischen Standes, für die Sicherheit sorgten die Stadtkohorten und die Wächtertruppe. Die vier Stadtkohorten (cohortes urbanae) umfassten je 1500 Mann. Ihre allgemeine Aufgabe war die Aufrechterhaltung oder Herstellung von Ruhe und Ordnung, sie fungierten auch als Marktpolizei und kontrollierten die Bordelle. Sonst waren für die Verbrechensbekämpfung die sieben Kohorten der Wächter (vigiles) zuständig, besonders für die nächtlich begangenen Verbrechen; jede dieser Kohorten zählte zum Schluss 1000 Mann. Sie gingen aus einer aus Sklaven zusammengesetzten Einheit hervor, die Crassus in der späten Republik zur Feuerbekämpfung eingesetzt hatte.

Auch Augustus rekrutierte sie zunächst aus Sklaven, dann aus Freigelassenen; kommandiert wurden sie von einem ritterständischen praefectus vigilum. Das Haupttätigkeitsfeld der vigiles war nach wie vor das einer Berufsfeuerwehr, denn Brände waren in Rom an der Tagesordnung; der Brand unter Kaiser Nero im Jahr 64 war nur einer der Höhepunkte, er dauerte neun Tage, und nur vier der 14 Regionen blieben verschont. Obwohl Nero beziehungsweise seinen Ratgebern hoch anzurechnen ist, dass danach energische Anstrengungen für einen großzügigen, Brände verhütenden Neuaufbau der Stadt gemacht wurden, wurden diese doch nur zum Teil in die Wirklichkeit umgesetzt. Die Brandursachen blieben weiter dieselben: zu leichte Bauweise, zu eng aneinander stehende Häuser, offenes Feuer aller Art. Zu den größeren Gefahren zählten dann auch die Tiberüberschwemmungen oder der Einsturz von zu instabil gebauten Häusern.

Alltag Wächter roemische-imperium.de

Dieser Beitrag wurde unter Alltag, Römische Imperium veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.