Das öffentliche Leben


Das römische Leben spielte sich vorwiegend auf der Straße ab, und der äußere Eindruck dürfte sich nicht allzu sehr von dem unterschieden haben, den man heute in den Städten mancher Mittelmeergegenden bekommt. Die Straßen waren eng und voller Leben, denn auch der geschäftliche Verkehr fand großenteils draußen statt. Zusätzlich zu den Lastträgern und fliegenden Händlern öffneten sich die meisten Werkstätten und Läden direkt auf die Straße. Wegen der Enge der Straßen war der Wagenverkehr bei Tage verboten, aber das Geschrei war immer noch gewaltig, und wegen der nächtlichen Wagenfahrten – eine Straßenbeleuchtung gab es nicht – war auch die Nachtruhe oft nicht gewährleistet. Die großen Straßen hatten ihre Namen nach den Erbauern Via Appia oder Via Flaminia, die normalen hießen zusätzlich nach topographischen Gegebenheiten oder nach den Berufen, die dort anzutreffen waren.

Man lebte also in der Öffentlichkeit, daher rührt auch die verhältnismäßig sparsame Einrichtung der meisten Wohnungen, und entsprechend üppig wurde der öffentliche Bereich Roms ausgestattet. Schon in der Republik wurden auf dem Forum Romanum und seit dem Ende der Republik dann auch auf dem Marsfeld in großem Stil prunkvolle öffentliche Bauten errichtet, aber erst in der Kaiserzeit erstreckten sie sich auf die ganze Stadt. Bäume an den Straßen gab es nicht, auch das Tiberufer diente nur der gewerblichen Nutzung und nicht dem Spazierengehen, aber die Stadt war übersät mit Säulengängen, in deren Schatten man flanieren oder die einfachen oder Luxusläden frequentieren konnte; von Standbildern bedeutender Personen, mit denen die Stadt geschmückt war, gab es so viele, dass ab und zu abgeräumt werden musste, um Platz für neue zu schaffen.

Alltag Strasse in Pompeji roemische-imperium.de

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