Die Sprache des römischen Reiches


Griechenland und die hellenistischen Reiche wurden ab dem 3. Jh. v. Chr. nach und nach von Rom erobert. Etwa um das Jahr 100 n. Chr. befindet sich das römische Imperium auf dem Höhepunkt seiner Ausbreitung und Macht. Praktisch im gesamten Imperium setzt sich in der Folgezeit die lateinische Sprache durch, nämlich überall dort, wurde das Lateinische auf Sprachen primitiverer Kulturen trifft (so in Gallien, Britannien, Spanien, Germanien, Afrika).

Dagegen verläuft die Entwicklung im östlichen Mittelmeerraum völlig anders. Die Begegnung des Lateinischen mit dem Griechischen führt zu einem unerwarteten Ergebnis, anders als zum Beispiel in Gallien setzt sich nicht die Sprache der überlegenen Sieger durch. Im Gegenteil – der Kontakt der beiden Reiche führt zu einer Hellenisierung Roms, die die Kultur, die Literatur und die Sprache gleichermaßen betrifft.

Der Grund lag darin, daß in den östlichen Provinzen die dortige Umgangssprache das Griechische in noch höherem Ansehen als das Lateinische stand, so daß es bspw. kein Hindernis für das gesellschaftliche Ansehen oder für eine politische oder militärische Karriere darstellte, wenn jemand “nur” Griechisch sprach. Das Griechische war zu diesem Zeitpunkt bereits seit Jahrhunderten die Sprache der Gebildeten, der Wissenschaft, der Kultur – und dies auch in Rom.

Der typische Römer sah Rom als ein Volk zäher, disziplinierter, ungebildeter Bauern bzw. Soldaten, und bewunderte die Literatur, Sprache und Kultur der Griechen in ihrer jahrhundertelangen Tradition, die schon zu einer Zeit Meisterwerke der Dichtung, Bildhauerei und Architektur hervorgebracht hatte, als Rom noch ein unbedeutendes schmutziges Dorf von “Barbaren” war.

Vor diesem Hintergrund galt es in Rom als ein Zeichen von Reichtum und Bildung, einige griechische Vasen oder Amphoren zu besitzen und wenigstens einige Brocken griechisch zu sprechen. Besonders hohes gesellschaftliches Ansehen hatte man, wenn man sich einen griechischen Sklaven als Hauslehrer für die Kinder leisten konnte, der diese in der griechischen Sprache und Literatur unterrichtete.

Aus diesem Grund gelang es dem Lateinischen dort nicht, das Griechische zu verdrängen und romanische Sprachen entstehen zu lassen. Griechisch zu sprechen war fast noch wichtiger als das Beherrschen der lateinischen Sprache.

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