Das Kolosseum


Das Kolosseum das eigentlich flavisches Amphitheater hieß wurde in den Jahren 72 n. Chr. bis 80 n. Chr. erbaut. Es wurde von Kaiser Vespasian (69-79 n. Chr.) begonnen und von Kaiser Titus (79-81 n. Chr.) eingeweiht. Ganz fertig gestellt wurde es aber erst unter Kaiser Domitian (81-96 n. Chr.). Bei der Einweihung, die einhundert Feiertage dauerte, mussten 2000 Gladiatoren und 9000 wilde Tiere ihr Leben lassen.

Gebaut wurde das Kolosseum größtenteils aus Travertinblöcken (einem porösen Kalkstein) die aus den Steinbrüchen bei Tivoli, dem antiken Tibur, östlich von Rom gewonnen wurden. Die Blöcke maßen jeweils ca. zwei Kubikmeter und wogen fünf Tonnen. Sie wurden nicht durch Mörtel sondern Metallstiften zusammengehalten. Es wurden in den circa 4 Jahren, die für den Bau des Rohbaus benötigt wurden ungefähr 100.000 Kubikmeter Material benötigt, das in etwa fünfzigtausend Wagenladungen von den Steinbrüchen zur Baustelle gefahren werden mussten.

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Das Kolosseum hatte vier Geschosse und war circa 48 Meter hoch. Die ersten drei Geschosse hatten jeweils achtzig Zugänge. Man hatte sogar die Ränge des ersten Geschosses nummeriert. Die unterschiedlich gelegenen Stufenreihen entsprachen dem sozialen Rang des Zuschauers, der sie betreten durfte. Die Arena war 79*46 Meter groß und das Kolosseum hatte einen Umfang von 527 Metern. Insgesamt konnte das Kolosseum etwa 50.000 Zuschauer fassen.

In den unterirdischen Gewölben befanden sich Käfige, in denen die wilden Tiere, die für die Spiele bestimmt waren, eingeschlossen wurden. Es gab sogar mechanische Aufzüge, welche die Tiere in die Arena beförderten. Neben den Tieren wurden auch alle anderen Dinge, die für die Spiele benötigt wurden aufbewahrt. Die Arena des Kolosseums war so gebaut, dass sie geflutet werden konnte und einen See bildete. Auf diese Weise konnten auch Schiffsschlachten ausgetragen werden.

Das flavische Amphitheater hatte schon eine Besonderheit, die auch heute nur wenige bekannte Sportarenen kennen. In jener Zeit allerdings war es eine grandiose technische Meisterleistung, das Velarium. Es war ein Segeltuch, das aus vielen gleich großen Planen zusammengeknüpft wurde und mit dem die Arena teilweise überdacht werden konnte, um die Zuschauer vor der brennenden Sonne zu schützen.

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Die äußerst komplizierte Konstruktion des Velariums konnte nur von sehr erfahrenen Matrosen der kaiserlichen Flotte ausgeführt werden. Allein für die Instandhaltung des Velariums soll eine Truppe von 100 Matrosen gebraucht worden sein. Die Montage dieses großartigen Zeltes erforderte mehr als tausend Mann. Wurde das Velarium von eindringendem Wind gerüttelt, verursachte es, vermischt mit dem Jubelgeschrei der Zuschauer und dem Brüllen der Tiere eine unglaubliche Geräuschkulisse.

Die Spiele, die für uns einer unglaublichen Barbarei gleichkommen, waren für die Bewohner Roms ein großartiger Zeitvertrieb und wurden mit euphorischem Eifer gefeiert. Wohl genauso wie das einfache Volk liebten aber auch die Kaiser ihre Spiele, an denen einige selbst teilgenommen haben sollen. Doch nicht nur zum Spaß ließen die Kaiser die Spiele austragen, sie waren auch Bestandteil einer politischen Kampagne, die Brot und Spiele (Panem et circenses) hieß und mit der die Ruhe im Volk erhalten und den Römern Zufriedenheit gegeben werden sollte.

Neben feststehenden Feiertagen, wie den Geburtstagen der Kaiser und geschichtlicher Jahrestage, wurden die Spiele auch zu besonderen Anlässen wie Siegen und Triumphen, aber auch zu Beerdigungen veranstaltet. Es gab zwei Arten von Spielen: Die Jagd auf wilde Tiere, die jeweils morgens stattfanden. Und die Gladiatorenkämpfe, die dann später am Abend ausgetragen wurden.

Die letzten überlieferten Spiele, eine Tierhatz, fanden im Kolosseum 523 n. Chr. statt. Später wurde das Kolosseum durch verschiedene Erdbeben mehrmals beschädigt und im Mittelalter als Festung benutzt.

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