Circus Maximus

In Rom gab es vier Zirkusanlagen. Der älteste und zugleich größte Zirkus war der Circus Maximus. Sein eigentliches Aussehen bekam er erst 329 v. Chr. mit dem Bau der Stallungen. Er konnte zur Zeit Augustus 60.000, später sogar 250’000 Zuschauer fassen. Der Circus Maximus war 600m lang und 200m Breit. Die Länge der Spina (dünner gemauerter Streifen, der die Arena in zwei Hälften teilte, meist mit Sport-Gottheiten und Obelisken verziert) betrug 214m.

Ein Rennen im Circus Maximus, bei denen die Wagen sieben Bahnen ziehen mussten war also etwa 1.600m lang. Die Runden wurden mit bronzenen Eiern und Delfinen, welche auf der Spina angebracht waren gezählt. Die Außenfassade des Circus Maximus war dreigeschossig mit Marmor verkleidet. Im Erdgeschoss befanden sich Tavernen und Läden. Zur Zeit Caesars und Augustus fanden hier auch Spiele mit Elefanten statt, weswegen Caesar einen Wassergraben um die Arena zog und den Circus erweitern ließ. Der Circus Maximus war 240 Tage im Jahr in Betrieb, so oft hatten die Römer einen Feiertag oder einen anderen Vorwand gefunden ihre geliebten Wagenrennen zu veranstalten.

Zur Zeit Augustus fanden täglich 10, zur Zeit Caligulas 34 und unter den Falviern sogar bis zu 50 Rennen täglich statt. Man benutzte dazu kleine, leicht gebaute Wagen auf zwei Rädern. Die Brustlehne vorn reichte nur etwa bis zu den Schienbeinen des Fahrers. Anfänger versuchten sich bei den Rennen mit Zweigespannen, die Könner fuhren mit Viergespannen, in seltenen Fällen sogar mit Sechs- und Siebengespannen. Die Pferde waren sorgfältig für ihre schwierige Arbeit ausgewählt. Man bevorzugte vor allem Tiere aus dem Sabinerland, aber auch aus Kalabrien und Apulien, und selbst aus den Provinzen wurden die besten Renner eingeführt.

 

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Die Fahrer trugen eine kurze, ärmellose Tunika, auf dem Kopf eine Art Sturzhelm, um Leib und Brust breite Binden, in denen ein krummes Messer steckte, mit dem sie im Falle eines Sturzes rasch die Zügel des Pferdes los schneiden konnten, die sie während der Fahrt um den Leib gewickelt hatten; denn mit der linken Hand lenkten sie die Rosse, mit der Rechten schwenkten sie die Peitsche. Das Rennen begann an einer Schranke an der rechten Seite der Spina, und die Wagen durchrasten dann siebenmal die Bahn. Selbstverständlich kam es dabei häufig zu Unfällen. Die gefährlichsten Punkte des Umlaufs waren die Wendemarken an den Zielsäulen, weil hier oft die Wagen ineinander geschleudert wurden. Dabei gab es immer wieder schwere Todesstürze.

Da die Fahrer in Gruppen aufgeteilt und durch Farben unterschieden waren, bildeten sich Parteien, und die Rivalität im Zirkus wurde auf innerpolitische Streitigkeiten übertragen. So standen die Roten in Opposition zum Kaisertum, die Herrscher unterstützten die Grünen , Senat und Adel dagegen die Blauen . Häufig kam es in der Stadt dann zu leidenschaftlichen Auseinandersetzungen und nach den Spielen zu blutigen Straßenkämpfen mit zahlreichen Opfern.

Um die Rennen etwas spannender zu machen ließen sich die Römer immer wieder neue, gefährliche Dinge einfallen, so gab es Rennen in denen der Lenker Kleidungsstücke vom Boden auflesen musste, solche wo er auf ein anderes Pferd springen musste, in anderen musste er stehend lenken oder Balanceakte ausführen. Der Circus war der Treffpunkt für das gesellschaftliche Leben Roms, die Rennen im Circus wurden so populär das sie ein weit verbreitetes Motiv für Mosaike und Reliefs geworden sind.

Als Siegespreis erhielten die Rennfahrer offiziell von den Kampfrichtern nur eine Siegespalme. Tatsächlich aber verdienten sie oft horrende Summen. Ein gewisser Diokles gewann an einem Tage gleich zweimal 40 000 Sesterzen. Caligula zahlte seinem Günstling Eutyches insgesamt zwei Millionen Sesterzen. Wir hören von Fahrern, die im Laufe der Zeit an mehr als fünftausend Rennen teilnahmen und hoch in der Gunst des Publikums standen.

Neben dem Circus Maximus als dem berühmtesten Bau dieser Art nicht nur in Rom und im ganzen Imperium, gab es in der Stadt noch den Circus Flaminius, wo in der Kaiserzeit vor allem große Schlachten nachgestellt wurden, und einen Zirkus in den Gärten der Agrippina am vatikanischen Hügel, wo Nero Christen verbrennen ließ.

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