Geschichte des römischen Reiches



Römisches Königreich

Das römische Königreich entstand der Legende nach mit der Gründung Roms 753 v. Chr. durch Romulus und Remus und hatte angeblich bis 509 v. Chr. Bestand, als der letzte König Lucius Tarquinius Superbus gestürzt wurde und das Königreich zur Römischen Republik wurde.

Während dieser Periode soll es durch sieben Könige regiert worden sein. Die letzten Könige waren Etrusker. Erster König war Romulus, der seinen Bruder Remus erschlagen haben soll. Er soll seinen Siedlern Frauen durch den Raub der Sabinerinnen verschafft haben.

Der letzte König wurde verbannt. Er soll später versucht haben, mit etruskischer oder latinischer Hilfe wieder die Macht in Rom zu erlangen, jedoch ohne Erfolg.

Das Volk gliederte sich in die Patrizier, die die Adligen waren, und die Plebs, das einfache Volk. Die führenden Mitglieder der Adelsfamilien bildeten den Senat, der den König aus seinen Reihen wählte.

Nach abwechselnden friedlicheren bzw. kriegerischen Phasen expandierte das Königreich. Die Stadt Alba Longa, aus der Romulus und Remus stammen sollten, wurde zerstört. Um 550 v. Chr. wurde die Region Latium beherrscht. Unter Ancus Marcius wurde die Handels- und Hafenstadt Ostia gegründet. Die Größe des Reiches soll zum Ende etwa 900 km² betragen haben.

Entstehung der Republik

Ein genaues Datum für die Entstehung der Römischen Republik lässt sich nicht angeben. Livius berichtet, im Jahre 509 v. Chr. sei der letzte römische König Lucius Tarquinius Superbus vertrieben worden und Lucius Tarquinius Collatinus und Lucius Iunius Brutus seien zu den ersten Konsuln gewählt worden.

Im 5. Jahrhundert v. Chr. stand für den römischen Stadtstaat die Auseinandersetzung mit den Etruskern im Vordergrund. Etwa in der Mitte des 5. Jahrhunderts wurde das für römische Bürger geltende Recht auf zwölf Tafeln aufgezeichnet.

Rom hatte wohl schon vor dem 5. Jahrhundert v. Chr. eine bedeutende Rolle in der Landschaft Latium gespielt. Nach der Etablierung der Republik begann man mit einer systematischen Expansionspolitik. Einen schweren Rückschlag erlitt die Republik im Jahre 387 v. Chr., als Rom von den Kelten eingenommen und geplündert wurde. Bald darauf expandierte Rom jedoch nach Süden und Norden. Die Samniten konnten in harten Kämpfen bezwungen werden (so genannte Samnitenkriege zwischen 343 und 290 v. Chr.).

Aufstieg zur Großmacht

In der Zeit nach 340 v. Chr. gelang es den Römern, viele Städte in der Region Latium unter römische Kontrolle zu bringen. Die Samniten und anderer italischen Stämme wurden in das römische Bündnissystem eingebunden. Etwa ab 280 v. Chr. unterwarfen die Römer auch Süditalien, wo sich Griechen niedergelassen hatten. Zur Sicherung ihrer Herrschaft legten die Römer mehrere Kolonien an. Desweiteren etablierte Rom ein Bündnissystem mit mehreren Städten und Stämmen. Dieses Bündnissystem wurde zum Eckpfeiler der Republik.

In der Zeit zwischen 264 v. Chr. und 146 v. Chr. führte der römische Staat die drei Punischen Kriege, durch die der Stadtstaat schließlich zur Großmacht aufstieg. Der Erste Punische Krieg (264-241 v. Chr.) entstand aufgrund von Interessenskonflikten der Handeslrepublik Karthago mit Rom in Bezug auf die Insel Sizilien. Rom war gezwungen, eine Flotte aufzubauen. 241 v. Chr. vernichteten die Römer die karthagische Flotte bei den Ägatischen Inseln. Karthago zahlte Kriegsentschädigungen und verzichtete auf Sizilien und Sardinien, behielt aber seine Einflussspähre in Spanien. Hier errichteten die Barkiden ein neues karthagisches Kolonialreich. Der geniale Stratege Hannibal stieß von hier aus 218 v. Chr. im Zweiten Punischen Krieg (218-201 v. Chr.) gegen Rom vor. Er überschirtt die Alpen und trug den Krieg ins römische Kernland. Nach mehreren Niederlagen der Römern (vor allem 216 v. Chr. bei Cannae) schien es so, als würde Rom fallen. Doch gelang es Hannibal nicht, das römische Bündnissytem zu brechen. Auch ein Bündnis mit Phil ipp V. von Makedonien 215 v. Chr. brachte nicht die erhoffte Entlastung. Die Römer landeten 204 v. Chr. in Nordafrika und besiegten 202 v. Chr. das karthagische Heer bei Zama. Karthago verlor alle Besitzungen und die Flotte. Im Dritten Punischen Krieg (149-146 v. Chr.) wurde auch der karthagische Reststaat beseitigt und die Provinz Africa errichtet.

Bereits 200 v. Chr. hatte Rom in Griechenland zu Gunsten der Klein- und Mittelmächte und zum Nachteil von Makedonien interveniert. 196 v. Chr. wurde Griechenland für frei erklärt, doch blieb Rom Protektoratsmacht. Die weiterhin unruhige Lage zwang die Römer immer wieder zur Intervention. 192-188 v. Chr. kämpfte Rom gegen Antiochos III. Die Seleukiden wurden zurückgedrängt und Pergamon wurde zur römischen Klientelmacht. Bereits zu diesem Zeitpunkt war Rom die Vormacht im östlichen Mittelmeerraum.

Die gereizte Weltmacht

Rom nutzte seine Hegemonie aus. So schaltete es 171-168 v. Chr. Makedonien als Machtfaktor aus. 148 v. Chr. wurde Makedonien römische Provinz, zwei Jahre später wurde auch Griechenland zu der römischen Provinz Makedonien zugeschlagen. Im Osten stellte es sich schützend vor das schwache Ägypten der Ptolemäer und hielt die Seleukiden davon ab, deren Schwäche auszunutzen. 133 v. Chr. wurde auf dem Boden des Reiches von Pergamon die Provinz Asia errichtet. Doch zeigte das Fundament erste Risse: 136 v. Chr. begann der Sklavenkrieg auf Sizilien. 113-101 v. Chr. kam es zum Zug der Kimbern und Teutonen, in dessen Verlauf sich der spätere Anführer der Popularen, Marius, einen Namen machte. 111 v. Chr. entbrannten Kämpfe in Numidien. 91-89 v. Chr. kam es zum Bundesgenossenkrieg, in dessen Verlauf sich die römischen Bundesgenossen das volle Bürgerrecht erkämpften. Die “gereizte Weltmacht” wurde nach der Vernichtung Karthagos und der Eroberung Griechenlands zum Beherrscher der bekannten westlichen Welt.

88 v. Chr. begann der Kampf gegen Mithridates von Pontos, der in einer Nacht mehrere Tausend römische Siedler umbringen ließ. Im Osten wurde um 64/63 v. Chr. von Pompeius eine Neuordnung des Ostens vorgenommen: Die Provinz Syria auf dem Boden der Überreste des Seleukidenreiches wurde errichtet, um den Parthern die Stirn bieten zu können. Doch während der Jahre 133 v. Chr. und danach kam es zu einer schweren und andauernden Krise der Republik – der Revolutionszeit und der Zeit der Bürgerkriege.

Krise der Republik und Bürgerkrieg

Der Aufstieg Roms zur Großmacht brachte für den Staat neben vielen Vorteilen auch eine Reihe von Problemen. Als entscheidend erwiesen sich die Agrarfrage und die eng damit verbundene Frage der Militärverfassung. Die Gegensätze mündeten schließlich in ein Jahrhundert der Bürgerkriege, das mit dem Untergang der Republik endete.

Das traditionelle Milizsystem, bei dem alle Bürger der Stadt an der Verteidigung und Kriegführung beteiligt waren, erwies sich angesichts der vielen durch die Expansion notwendig gewordenen Feldzüge als nicht mehr praktikabel. Nach Niederlagen im Jugurthinischem Krieg und gegen die Kimbern und Teutonen setzte schließlich der römische Feldherr Marius eine Reform der Militärverfassung durch. Er führte eine Berufsarmee von gut ausgebildeten und längerdienenden Soldaten ein.

Die neue Militärverfassung führte zu einer engeren Bindung der Soldaten an ihren jeweiligen Feldherren. Für die meist besitzlosen Soldaten war der Kriegsdienst nun nicht mehr eine Pflicht neben ihrem normalen Beruf, sondern der einzige Broterwerb. Die Söldner erwarteten deshalb von ihren Feldherrn Beute und darüber hinaus nach ihrer Entlassung eine Versorgung mit Landbesitz. Die Versorgung der Veteranen wurde nun zu einem Thema, das die politische Diskussion in Rom immer wieder beeinflusste.

Die enge Bindung der Truppen an einzelne Feldherren erwies sich jedoch auch in einer anderen Hinsicht als schwere Belastung der politischen Verfassung. Denn für die Feldherrn ergab sich nun die Möglichkeit, mit den ihnen ergebenen Truppen eigene Interessen auch gegen den Willen von Senat oder Volksversammlung durchzusetzen. Das Zeitalter der Bürgerkriege ist von diesen “privaten” Armeen ehrgeiziger Politiker geprägt.

Etwa ab dem Jahr 133 v. Chr. standen sich in Rom die Optimaten und Popularen gegenüber. Die Popularen wollten die sozialen Gegensätze in Rom durch eine umfassende Agrarreform verändern. Die Versuche von Tiberius Gracchus im Jahre 133 v. Chr. und seinem Bruder Gaius zehn Jahre später scheiterten jedoch (Gracchische Reformen).

Die beiden Parteien standen sich jedoch weiterhin feindlich gegenüber. Nach dem Tod des Marius übernimmt Cinna die Führung, auf der anderen Seite stand der ehrgeizige Sulla, der siegreich blieb und sich zum Diktator aufschwingen konnte (82-79 v. Chr.). Er entmachtete die Volkstribune und stärkte die Stellung des Senats. Nach seinem Tod werden jedoch viele seiner Anordnungen zurück genommen. In Folge der Krise der späten Republik kam den erfolgreichen Feldherren eine besondere Bedeutung zu. Pompeius erringt großen Ruhm in Spanien und im Osten. Sein Bündnis mit Caesar und Crassus (erstes Triumvirat 60 v. Chr.) ist ein deutliches Indiz für die strukturelle Schwäche der späten Republik, deren Institutionen sich als der Krise nicht gewachsen zeigten.

Caesar unterwarf 58-51 v. Chr. Gallien und überflügelte damit Pompeius. Nach dem Tod des Crassus standen sich diese beiden Männer nun im Kampf gegenüber. 49 v. Chr. kam es zum Krieg. Pompeius wurde am 48 v. Chr. bei Pharsalos von Caesar geschlagen und bald darauf in Ägypten ermordet. Caesar ist nach weiteren Kämpfen in Ägypten und im Westen der alleinige Herrscher des Römischen Reiches. Doch führte dies nur zum Zusammenschluss seiner Feinde, die ihn am 15.3.44 v. Chr. (Iden es März) im Senat ermorden. Doch war die Idee der Neuordnung der Republik nicht mit Caesar gestorben. Sein enger Vertrauter Marcus Antonius und sein Neffe Octavian schließen sich zusammen und vernichteten die Republikaner (42 v. Chr. bei Phil ippi).

Das Ende der Republik und die Begründung des Prinzipats

Nun schien sich die Situation von 49. v. Chr. zu wiederholen: Marc Anton und Octavian standen sich gegenüber (der eine im Osten, der andere im Westen). Es kam 40 v. Chr. zum Vertrag von Brundisium, in welchem die Interessensphären geteilt werden (Octavian im Westen, Antonius im Osten). Doch blieben die Spannungen bestehen. Marc Anton und seine neue (und Caesars ehemalige) Geliebte Kleopatra träumten von einem Großreich, dessen Zentrum der Osten sein sollte. Octavian besiegte Antonius 31 v. Chr. in der Seeschlacht von Actium. Antonius und Cleopatra starben bald darauf in Ägypten. Ägypten selbst wurde als Provinz direkt dem zukünftigen Kaiser unterstellt. Rom beherrscht nun uneingeschränkt das Mittelmeer.

Octavian wurde so zum Alleinherrscher Roms. Er inszenierte die Übergabe der republikanischen Amtsvollmachten auf seine Person und begründet damit den Prinzipat (27. v. Chr.). Er erhielt den Ehrennamen Augustus und wurde so zum Stammvater des römischen Kaiserreiches. Die Illusion einer republikanischen Regierungsform blieb bestehen, doch lag die Macht von nun an nur noch in den Händen des Princeps (Kaisers).

Augustus und die julisch-claudische Dynastie

Nach den anfänglichen Unruhen begann allerdings eine Zeit der relativen Ruhe (Pax Augusti) und des Wohlstandes. Augustus erkannte, dass die alte Römische Republik sich im Laufe der Bürgerkriege selbst überlebt hatte. Er richtete die Herrschaft des ersten Bürgers (Prinzeps) ein, wonach jedoch die alte republikanische Ordnung formal unangetastet blieb. Augustus befestigte die Grenzen und schuf eine wahre Pax Romana – allerdings wurde Rom in dieser Zeit auch zu einer de facto Monarchie.

Unter seinem Nachfolger Tiberius schien die Sicherheit der neuen Ordnung noch gewährleistet zu sein. Doch die folgenden Kaiser Caligula, Claudius und Nero waren dieser Verantwortung nicht mehr gewachsen. Außenpolitisch blieb die Lage weitestgehend ruhig, doch im Inneren kam es immer wieder zu Exzessen der Regierenden oder zu schlichten Unfähigkeiten. Nach dem Tod Neros zum so genannten Vierkaiserjahr. Aus diesem ging der General Vespasian als Sieger hervor. Seine Dynastie, die der Flavier sollte wenigstens vorübergehend die Lage im Inneren stabilisieren.

Die Flavier und Adoptivkaiser

Vespasian war ein guter Militär und warf den Aufstand in Judäa 70 v. Chr. blutig nieder. Auch gegen die Germanen ging er hart vor. Seine Söhne Titus und Domitian regierten insgesamt erfolgreich, wobei letzterer Widerstände bei Kreisen des Hofes weckt (er hatte auch seinen Bruder ermorden lassen), die schließlich zu seiner Ermordung führen.

Es folgten nun die so genannten Adoptivkaiser, die keine Söhne hatten und so den angeblich “Besten auswählten”. Nerva ein insgesamt schwacher und greiser Princeps, erwählte den dynamischen Trajan zu seinem Nachfolger. Dieser unterwarf weite Teile des Partherreiches und Dakien. Das Reich hatte im Jahre 117 seine größte Ausdehnung erreicht (von Schottland bis zur Sahara, von Spanien und dem Donauraum bis in den heutigen Irak). Sein Nachfolger Hadrian sah jedoch die Ressourcen Roms überstrapaziert und gab mehrere Besitzungen im Osten auf (Rücknahme der Grenze bis an den Euphrat). Hadrian hatte schwere Konflikte mit dem Senat zu bestehen (es war in Folge seines Herrschaftsantritts zur Ermordung mehrerer Senatoren gekommen). Doch entfaltete sich unter seiner Herrschaft eine gewisse Blüte, die selbst der schwere jüdische Aufstand von 132-135 nicht schmälern konnte.

Auch der Hadrian nachfolgende Antonius Pius schloss an die Defensivpolitik Hadrians an. Ganz anders dessen Nachfolger Marcus Aurelius. Obgleich Anhänger der Stoa und ein Phil osoph bestritt er mehrere Kriege. Im Osten kam es zu schweren Abwehrkämpfen gegen die Parther, dazu trat eine Pestwelle auf, die dem Reich schwer zusetzte. Es kam außerdem zu zwei Kriegen gegen die Markomannen. Das Reich erlebte unter Marc Aurel die Vorwehen der Völkerwanderung, an denen Rom untergehen sollte. Doch hinterließ Marc Aurel auch einen Sohn: Commodus.

Die Severer und die Reichskrise des 3. Jahrhunderts

Commodus erwies sich als unfähiger Kaiser. Sein Tod läutete eine weitere unruhige Zeit ein. Wieder stritten die Militärs um die Macht. Septimius Severus setzt sich im zweiten Vierkaiserjahr durch. Die von ihm begründete Dynastie der Severer erwies sich als ein insgesamt stabilisierendes Element, trotz mancher Schwächen bei einzelnen Herrschern. Caracalla erließ 212 die so genannte Constitutio Antoniniana, die allen Reichsbürgern das Bürgerrecht (und die Steuerpflicht) einbrachte. Die Kämpfe am Rhein gegen die Germanen (und vor allem die Alemannen) und im Osten gegen die Parther brachen nicht mehr ab. Auf den Tod des Severus Alexander folgte die unruhige Zeit der Soldatenkaiser (bis etwa 284).

Die Zeit der Soldatenkaiser war geprägt von dem schnellen Wechsel der Herrscher, aber auch von einem konstanten inneren und äußeren Druck (Reichskrise des 3. Jahrhunderts Im Inneren spaltete sich das Gallisches Sonderreich von Rom ab. Im Osten überrannte Palmyra weite Teile Kleinasiens und Ägypten. Vor allem Kaiser Aurelian schaffte es die Lage zu stabilisieren. Im Norden bleibt der Druck durch mehrere barbarische Stämme aber bestehen – und im Osten erwuchs Rom ein gefährlicher und tödlicher Gegner: das neupersische Reich der Sassaniden, die von einer Erneuerung des alten Perserreiches träumten.

Kaiser Carus blieb gegen die Sassaniden siegreich. Sein Tod beendet das Zeitalter der Soldatenkaiser, denn sein Nachfolger erweist sich als genialer Reformer und Bürokrat: Diocletian.

Spätantike – Verfall und Blüte zugleich

Mit dem Regierungsbeginn Diocletians wird allgemein das Ende des Prinzipats und der Beginn der Spätantike angesetzt. Diocletian reformierte Heer und Verwaltung. Das Reich wurde in Verwaltungszonen (Diözesen) eingeteilt und er errichtete ein System von einem Mitherrscher und je einem weiteren Unterkaiser (Augusti und Caesaren) – die so genannte Tetrarchie (Viererherrschaft). Das Heer wurde in ein Marsch- und ein Grenzheer aufgeteilt. Doch blieb das Reich als solches ungeteilt und Diokletian auch oberster Herrscher. Im Osten konnten die Perser zurück gedrängt werden. Im Norden die Grenze wenigstens vorläufig stabilisiert werden. Doch brach das System bereits zu seinen Lebzeiten (nach seinem freiwilligen Rücktritt 305) zusammen.

Konstantin der Große der Sohn eines der nachfolgenden Augusti wollte sich nicht mit einer Juniorstellung zu Frieden geben. Er unterwarf zuerst den Westen (bis 312), dann den Osten. Im Jahre 324 war er Alleinherrscher. Auch er reformierte die Verwaltung und Heer, vor allem aber privilegiert er das Christentum und gründet im Osten eine neue Hauptstadt: Konstantinopel.

Der Schwerpunkt verlagerte sich immer mehr in den wirtschaftlich stärkeren Ostteil des Reiches. Zwar kam es nach dem Tod Konstantins zu schweren Nachfolgekämpfen, aus denen Constantius II. siegreich hervor geht, doch schien sich das Reich wieder gefangen zu haben. Julian II. der letzte Herrscher aus der konstantinschen Dynastie versuchte eine Wiedererweckung des Heidentums, doch setzte er sich nicht durch. Die nachfolgenden Kaiser waren allesamt christlich.

Valentinian I. stabilisierte die Westgrenze, während er seinem Bruder Valens den Osten überließ. In diese Jahre fiel auch der Beginn der Völkerwanderung. Die von den Hunnen nach Westen geschobenen Goten werden zunächst als Verbündete willkommen geheißen, doch kam es bald zu Spannungen, die in der Schlacht von Adrianopel 378 gipfeln. Valens und ein Großteil der römischen Armee mit ihm gehen unter. Im Westen versuchte Gratian zu retten was zu retten war, während er den angeschlagenen Osten Theodosius I. überließ. Dieser erwies sich als der letzte große Kaiser zwischen Konstantin und Justinian I. Er schloss 382 einen Vertrag mit den Westgoten und siedelt sie auf römischen Boden an. 391 wurde durch ihn das Christentum zur Staatsreligion erhoben. Im Westen setzte er nach dem Tod Gratians 383 dessen Bruder Valentinian II. durch. Als auch dieser 392 ermordet wird, marschiert Theodosius nach Westen, vernichtet die Usurpatoren und eint zum letzten Mal das Reich. Nach seinem Tod 395 kam es zur endgültigen Spaltung des Reiches.

Das Ende Roms und die Behauptung von Byzanz

Formal blieb der Einheitsgedanke des Reiches bestehen. De facto jedoch gingen beide getrennte Wege, wenn sie sich aber auch noch gelegentlich unterstützten.

Der Westen geriet immer mehr unter Druck. Germanen überfluteten das Reich und nahmen die wichtigsten Provinzen in Besitz. während die Hunnen das Reich bedrängten. Der Osten war stabiler und wirtschaftlich gesünder; er konnte sich behaupten, während im Laufe des 5. Jahrhunderts Westrom immer mehr zerfiel und schließlich 476 (Absetzung des letzten Kaisers im Westen, Romulus Augustulus) unterging.

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