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Aquädukt
Antikes brückenähnliches Bauwerk aus Stein, das Wasserleitungen mit geringem Gefälle aus den Bergen oder dem Umland in die Städte führte. Insgesamt gab es ca. 10 römische Wasserleitungen, mit einer Gesamtlänge von 450 km. Besonders schöne Überreste eines Aquäduktes sind heutzutage beispielsweise noch in der Nähe von Nîmes zu besichtigen (Pont du Gard).

Atrium
Hauptraum in der Mitte eines römischen Hauses. In ihm befand sich der Herd und ein Auffangbecken für das Regenwasser, das durch eine Öffnung im Dach, das sog. Compluvium hereinströmte. In späterer Zeit wurde dieser Raum zum Empfangsraum umstilisiert.

Barbier
Heute veraltetes Wort für Friseur, vornehmlich den Herrenfriseur.

Gallien
Land der Gallier, ursprüngliche Bezeichnung für Oberitalien, in das die Gallier um 400 v. Chr. eingewandert waren. Später unterschied man zwischen Gallia Cisalpina oder Citerior – wie das Gallien “diesseits der Alpen” genannt wurde – und Gallia Ulterior oder Transalpina (“jenseits der Alpen”). 225-191 v. Chr. wurde Gallia cisalpina von den Römern unterworfen, 125 v. Chr. begannen die Römer mit der Eroberung von Gallia Transalpina (heutiges Frankreich und Belgien, teils auch Deutschlands) und errichteten 121 v. Chr. die römische Provinz Gallia Narbonensis auf dem Gebiet des heutigen Südfrankreichs. Die Eroberung des restlichen Galliens erfolgte im Gallischen Krieg unter Caesar von 58-51 v. Chr., woraufhin Gallien in drei Provinzen eingeteilt wurde (Aquitania, Gallia Lugdunensis und Gallia Belgica).

Germanen
Bevölkerungsgruppe, die zu den Indogermanen gehört. Man unterteilt die Germanen ihrerseits je nach Besiedlungsgebiet wiederum in Nordseegermanen, Rhein-Weser Germanen, Elbgermanen, Weichselgermanen, Oder-Warthe-Germanen und Ostseegermanen. Die Entstehung und Ausbreitung dieses Stammes datiert man mit dem 5. Jahrhundert v. Chr. Als typisches Aussehen eines Germanen gelten blondes Haar, blaue Augen und große Statur. Die Germanen lebten hauptsächlich von Viehzucht und Ackerbau, trieben aber auch Handel mit genähten oder genieteten Ruderbooten. In zahlreichen Schlachten versuchten die Römer immer wieder gegen die unterschiedlichen Germanenstämme anzukommen bzw. sie zurückzudrängen, bis sie schließlich im 4/5. Jahrhundert den Widerstand aufgeben mussten und sich als Franken, Sachsen, Burgunder, Alemanen und andere Stämme im ehemals römischen Herrschaftsgebiet ansiedelten.

Gladiatorenspiele
Regelmäßig im alten Rom stattfindende Fechtkämpfe, die von sog. Gladiatoren in der Arena bestritten wurden. Diese waren meist Sklaven oder Verbrecher, die in eigens dafür eingerichteten Gladiatorenschulen auf die damals sehr beliebten Spiele vorbereitet wurden. Die Kämpfe wurden auf Leben oder Tod ausgetragen. Wurde ein Gladiator von seinem Gegner nicht getötet, sondern nur schwer verwundet, so konnte das Publikum über sein weiteres Schicksal entscheiden. Winkte es mit dem Taschentuch, so durfte er am Leben bleiben, streckte es den Daumen nach unten, wurde er getötet.

Ursprünglich waren diese Kämpfe nur bei Leichenfeiern abgehalten worden. Aufgrund ihrer Beliebtheit beim römischen Volk wurden sie aber zu einer alltäglichen Erscheinung und breiteten sich auf das ganze Reichsgebiet aus. Oft hing die Gunst und der Einfluss wichtiger Regenten und Staatsmänner von der Quantität und Qualität der dargebotenen Spiele ab.

Insula
Geschlossener, mehrstöckiger Wohnblock mit Mietwohnungen im alten Rom. Im Erdgeschoss befanden sich meist Läden oder Werkstätten. Durch Treppenhäuser konnte man in die oberen Stockwerke gelangen. Nach außen zeichneten sich die Blöcke durch Gleichförmigkeit aus: Ziegelfassaden, gleichförmige Fenster und ab und an vorspringende Simse oder Balkone.

Kienspan
Abgespaltetes oder abgehobeltes harziges Blättchen aus Kiefernholz, das man früher anzündete und als Beleuchtungskörper verwendete.

Konsul
Titel für die zwei höchsten Beamten in der römischen Republik, die jährlich vom Volk gewählt wurden und die sich ihr Amt nach dem Kollegialitätsprinzip, das beiden gleichen Rang und volle Amts- und Befehlsgewalt garantierte, teilten. Ihre Aufgaben waren die Einberufung von Senats- und Volksversammlungen und die Durchführung der Beschlüsse dieser Abstimmungen, sowie in Kriegszeiten die Übernahme des Oberbefehls über das Heer. Sie trugen eine Toga mit breitem Purpursaum (toga praetaexta) und wurden stets von 12 Liktoren begleitet, die ihnen vorangingen um ihnen eventuell Platz zu verschaffen und darauf achteten, dass entgegenkommende Bürger ehrerbietig grüßten. Ihr Amtssitz war ein elfenbeinerner Stuhl, die sog. sella curulis. Mit dem Beginn der Kaiserzeit durch Augustus änderte die römische Republik ihre Staatsform; die Konsuln verloren ihre Bedeutung und mussten dem Kaiserkult Platz machen.

Marsfeld
Wurde von den Römern nach einem Tempel, der dem Kriegsgott Mars geweiht war, mit dem Begriff Campus Martius bezeichnet. Er lag in der Tiberschleife und war ein Platz auf dem sowohl Waffenübungen des Heeres, als auch Volksversammlungen abgehalten wurden und auf dem Jugendliche Sport betrieben. Später – ca. ab dem 1. Jahrhundert vor Christus – wurde der Platz nach und nach mit Großbauten wie Theatern (z.B. das erste steinerne Theater), Thermen und Tempeln bebaut.

Mosaik
Bild oder Ornament, das aus vielen verschiedenen bunten Steinen oder Glasstückchen, später auch aus kleinen Marmor-, Holz- oder Halbedelsteinteilen zusammengesetzt wurde. Mosaike dienten zur Verzierung von Fußböden, Säulen, Wänden und Gewölben.

Nippes
Kleine Figuren oder Vasen aus Glas oder Porzellan.

Ostia
Hafenstadt und Seebad in Italien, 25 km westlich von Rom, zu dem es ehemals gehörte.

Pökelfleisch
Zum Zwecke der längeren Haltbarkeit mit Kochsalz eingesalzenes Fleisch.

Rhetorenschule
Schulen / Universitäten, an denen die Schüler Techniken der wirkungsvollen Redeweise, der Rhetorik, erlernten.

Sesterz
Altrömische Münze aus Messing, einer Legierung von Kupfer und Zink. Während der Kaiserzeit hatten vier Sesterzen den Wert eines Denarius oder 2,5 As.

Skythen
Nomadenstämme, die im 1. Jahrtausend v. Chr. in der eurasischen Steppe wohnten und die sich selbst Skoloten nannten. Ab dem 7. Jahrhundert v. Chr. wurde nur die Bevölkerungsgruppe die nördlich des Schwarzmeers ansässig war mit diesem Begriff bezeichnet.

Therme
Antike Badeanlagen mit Wannen für Warmwasserbäder, Schwitzbädern sowie offenen Schwimmbädern. Nicht zuletzt weil die hygienischen Verhältnisse vornehmlich in den römischen Mietshäusern sehr zu wünschen übrig ließen, gehörte es zur Aufgabe der öffentlichen Verwaltung, für gute öffentliche Badegelegenheiten zu sorgen. Sie entwickelten sich zu immer größer werdenden Gebäudekomplexen mit Kalt- und Warmbädern, Schwimmbassins und Gymnastikplätzen, die mit Fußboden- und Wandbeheizungssystemen ausgerüstet auch zu einem beliebten gesellschaftlichen Treffpunkt wurden.

Tiber
Italienisch: Tevere. 405 km langer Fluss Italiens, der auf einer Höhe von 1250 Meter über dem Meeresspiegel im Apennin entspringt, sich an Perugia vorbei durch die Umbrischen Becken Richtung Latium schlängelt, durch die Hauptstadt Rom fließt und schließlich bei Ostia ins Mittelmeer mündet. Seine Nebenflüsse sind Topino, Nera, Aniene und Paglia.

Tuchwalkerei
Art der Veredlung von Textilien, wobei man Wolle erhitzt, damit sie sich verfilzt und aus diesen Verdichtungen Tuche gewonnen werden können.

Wagenrennen
Beliebter Wettbewerb in der Antike. Sieger des Rennens wurde der Teilnehmer, der auf einer Strecke von ca. 9 km als Erster mit seinem Zweier- oder Vierergespann die Ziellinie passierte. Als Renntiere dienten dabei meist Pferde oder Maultiere. Der Anlass waren oft Festspiele, aber auch die Olympischen Spiele.

Wasseruhr
Antikes Zeitmessgerät aus dem 2. Jahrtausend v. Chr. bei dem die Menge des in ein markiertes Gefäß auslaufenden Wassers die Zeit angab.

 

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