Die Biographien der Könige und Kaiser Roms


Römische Könige

Romulus (753 – 715)
Romulus, in der römischen Mythologie sagenhafter Gründer und erster König der Stadt Rom. Er und sein Zwillingsbruder Remus waren die Söhne der Rhea Silvia, Tochter des Königs Numitor von Alba Longa, und des Kriegsgottes Mars. Nachdem sein jüngerer Bruder Amulius Numitor entthront hatte, zwang er dessen Tochter, eine Vestalische Jungfrau zu werden, um zu verhindern, dass eventuelle Nachkommen Numitors ihm den Thron streitig machen könnten. Als Amulius entdeckte, dass seine Nichte schwanger war, liess er sie einkerkern und befahl, dass ihre Zwillingssöhne sofort nach der Geburt getötet werden sollten.

Mitleidige Knechte setzten sie jedoch auf dem Tiber aus, wo sie am Ufer hängenblieben und von einer Wölfin gerettet wurden, die sie wie ihre eigenen Jungen säugte. Später wurden sie von dem Hirten Faustulus gefunden und von seiner Gattin Acca Larentia aufgezogen.

Als sie zu Jünglingen herangewachsen waren, gerieten sie mit den Hirten ihres Onkels in Streit, wurden gefangengenommen und König Amulus in Alba Longa vorgeführt. Sie organisierten einen Aufstand gegen diesen, töteten ihn und setzten ihren Grossvater Numitor wieder als Herrscher ein. Die Brüder beschlossen daraufhin, ihre eigene Stadt zu gründen, und wählten nach einem Streit über das Gelände schliesslich den Palatin. Nachdem ihm durch Auspizien als Stadtgründer der Vorrang vor seinem Bruder Remus eingeräumt worden war, zog Romulus eine Mauer, die Remus voller Spott übersprang, um ihre Unzulänglichkeit zu demonstrieren. Daraufhin tötete Romulus – einer anderen Überlieferung zufolge einer seiner Gefährten – Remus, und Romulus wurde Alleinherrscher über die Stadt.

Auf dem Kapitol errichtete er einen Zufluchtsort für Vertriebene und Landflüchtlinge und beschaffte ihnen Frauen, indem er bei einem Fest den geladenen Sabinern ihre Töchter und Ehefrauen raubte (sogenannter Raub der Sabinerinnen). Unter der Führung ihres Königs Titus Tatius unternahmen die Sabiner einen Rachefeldzug, der jedoch auf Vermittlung der sabinischen Frauen in eine Versöhnung mündete, bevor es zum offenen Ausbruch des Krieges kam. Die Sabiner erhielten das Bürgerrecht in Rom, und Titus Tatius wurde Mitregen. Der Überlieferung zufolge wurde Romulus später von seinem Vater in den Himmel entrückt und als Kriegsgott Quirinus verehrt, nach dem der Quirinal, einer der sieben Hügel Roms, benannt wurde.

Numa Pompilius (715 – 672)
Numa Pompilius war der Sage nach der zweite König von Rom. Er regierte von 715 v. Chr. bis zu seinem Tod im Jahr 670 v. Chr.

Tullus Hostilius (672 – 640)
Tullus Hostilius war der Sage nach der dritte König von Rom und regierte seit 672 v. Chr.. Er starb 640 v. Chr. mit seiner Familie beim Brand seines Hauses.

Ancus Marcius (640 – 616)
Ancus Marcius war der Enkel des Königs Numa Pompilius und kam 640 v. Chr. nach Tullus Hostilius auf den römischen Thron. Obwohl er, wie sein Großvater, als Gerechtigkeitsliebend und religiös galt, führte er einige Kriege, so gegen die Sabiner. An der damaligen Mündung des Flusses Tiber ließ er die Hafenstadt Ostia erbauen und verband die Tiberufer in Rom mit einer Pfahlbrücke. Er errichtete in der Stadt auch das erste Gefängnis. Ancus Marcius belebte viele Einrichtungen und Gebräuche, die einst sein Großvater eingeführt hatte und die nach dessen Tod in Vergessenheit geraten waren. Für seine beiden Söhne konnte er die Thronfolge nicht sichern.

Lucius Tarquinius Priscus (616 – 578)
Tarquinius Priscus stammte aus der etruskischen Stadt Tarquinii und hiess eigentlich Lucumo. Er war sehr reich und hatte sich mit seiner Frau Tanaquil in Rom angesiedelt. Er war nur deswegen ausgewandert, da ihm in seiner Heimatstadt der Zugang zu Ämter und Würden der Stadt verwehrt war. Der Grund lag in der Herkunft seines Vaters Demaratos, der aus der griechischen Stadt Korinth stammte. Bei Ankunft in der Stadt in einem Wagen griff sich auf dem Ianiculumhügel ein Adler seine Mütze und setzte sie ihm wieder auf. Er deutete dies als Omen dafür, einmal König zu werden.

In Rom gelangte er durch Großzügigkeit und Geschicklichkeit zu großem Ansehen. Selbst König Ancus Marcius wurde auf ihn aufmerksam und ernannte ihn zum Anwalt seiner Söhne. Nach dem Tod von Ancus Marcius, konnte Tarquinius Priscus die Volksversammlung davon überzeugen, dass man ihn zum König wähle.
Er kümmerte sich um die Stadtbefestigungen und um den Ausbau der Stadt. Als erster errichtete er mit dem Circus Maximus ein eigenes Gebäude für Pferderennen. Zuvor saßen die Zuschauer zwischen Aventin- und Palatinhügel bestenfalls auf hölzernen Tribünen. Ab jetzt wurden dort auch regelmäßig große Spiele veranstaltet. Nach einer großen Überschwemmung wurden die feuchten Niederungen Roms durch Kanäle entwässert und trockengelegt um so Platz für das Forum Romanum zu schaffen.

Mittlerweile waren die Söhne seines Vorgängers Ancus Marcius erwachsen geworden und außerdem der Meinung, der Thron stünde ihnen zu. So ließen sie Tarquinius Priscus nach 38 Regierungsjahren durch zwei Bauern mit einer Axt ermorden. Dank der klugen Voraussicht der Königin Tanaquil wurden aber nicht die Königsmörder, sondern Servius Tullius zum Nachfolger gewählt.

Servius Tullius (578 – 534)
Servius Tullius war der Sage nach der sechste König von Rom und regierte seit 578 v. Chr.. Auf Anstiften seiner Tochter Tullia der Jüngeren wurde er von deren Mann Lucius Tarquinius Superbus im Jahr 534 v. Chr. gestürzt und ermordet.

Lucius Tarquinius Superbus (534 – 509)
Lucius Tarquinius Superbus war der Sage nach der siebte und letzte König von Rom und er regierte seit 534 v. Chr. Im Jahr 509 v. Chr. wurde er durch eine Entscheidung des Senats entthront und vertrieben. Mit seiner Entthronung erlosch die römische Königswürde. Rom wurde eine aristokratische Republik.

Römische Republik

Ausrufung der Republik (509)

Einsetzung des Konsulats (509)

Zwölftafelgesetz (450)
Das Zwölftafelgesetz (lat. Leges duodecem tabularum) ist eine um 450 v. Chr in Rom entstandene Gesetzessammlung, die in zwölf bronzenen Tafeln auf dem Forum Romanum ausgestellt war.

Licinische Gesetze (367)

Zensur des Cato (185 – 184)

Tribunat des Tiberius Cracchus (133)

Tribunat des Gaius Cracchus (123 – 122)

Erstes Konsulat des Marius (107)

Konsul Marius (104 – 100)

Konsulat des Sulla (88)

Diktatur des Sulla (82 – 79)

Sklavenaufstände des Spartakus (73 – 71)

Verschwörung des Catilina (63 – 62)

Erstes Triumvirat von Caesar, Crassus und Pompeius (60)

Konsulat des Caesars (59)
Caesar war ein bedeutender römischer Staatsmann, Feldherr und Schriftsteller. Entstammt dem Geschlecht der Julier und machte als Beamter der Volkspartei in der Beamtenlaufbahn rasch Karriere. Er erhielt sehr schnell Ämter und gewann immer stärker an politischen Einfluss. Im Jahre 59 wurde er zum Konsul ernannt und erhielt den Oberbefehl über die Provinzen Galliens. Einer seiner größten Triumphe im sog. “Gallischen Krieg” (58-51 v. Chr.), über den er in seinem berühmten Werk “De bello gallico” berichtet, war der Sieg über Vercingetorix, den Führer der Gallier im Jahre 52, durch den er sich die sichere Herrschaft über ganz Gallien sicherte. Als er dann schließlich auch den im Jahre 49 ausgebrochenen Bürgerkrieg in Rom erfolgreich beenden konnte und seinen Amtsmitstreiter Pompeius vertrieb, wurde er zum Alleinherrscher über das gesamte römische Reich. Durch zahlreiche Schlachten in Spanien und Afrika gelang es ihm, seinen Machtbereich enorm auszubauen. Doch als er sich im Jahre 44/45 zum Diktator auf Lebenszeit und zum Imperator ernennen ließ und damit wurde klar wurde, dass er eine monarchistische Regierungsform anstrebte, verschworen sich seine republikanischen Gegner unter der Führung von M. Brutus und C. Cassius gegen ihn und ermordeten ihn am 15.3.44, den Iden des März.

Zweites Konsulat von Crassus und Pompeius (55)

Konsulat des Pompeius (52)

Diktatur Caesars (49)

Ermordung Caesars (44)

Zweites Triumvirat von Octavian, Antonius und Lepidus (43)

Octavian ist Alleinherrscher (31)

Octavian nimmt den Namen Augustus an (27)

julisch-claudische Dynastie

Augustus (27 v. Chr. – 14 n. Chr.)
Caius Octavius, geboren in Rom, war der Großneffe von Julius Caesar, der ihn kurz vor seinem Tod als Alleinerben einsetzte. Nach der Ermordung seines Großonkels nahm er dessen Namen an. Zusammen mit Marcus Antonius und Lepidus gründete er im Jahre 43 v. Chr. das II. Triumvirat. Sie besiegten die Cäsarenmörder Cassius und Brutus, die Anhänger der Römischen Republik waren, und teilten das Reich unter sich auf. Lepidus verschwand wegen mangelnder Fähigkeiten bald von der politischen Bildfläche, während zwischen Octavius und Antonius ein angespanntes Verhältnis bestand, das schließlich zum Krieg führte. Antonius wurde im Jahre 31 v. Chr. in der Schlacht bei Actium von Octavius besiegt, der als Alleinherrscher über das Römische Reich umjubelt nach Rom zurückkehrte. Er überarbeitete die Verfassung vollständig und erhielt 27 v. Chr. den Ehrennamen Augustus. Seine lange Regierungszeit war eine Zeit des Friedens und der Genesung für das Römische Reich. Er starb im Alter von 77 Jahren.

Tiberius (14 – 37)
Tiberius war der älteste Sohn von Tiberius Claudius Nero und Livia, der späteren Frau von Augustus. Augustus empfand keinerlei Zuneigung gegenüber seinem Stiefsohn und adoptierte ihn nur widerstrebend 4 n. Chr. nach dem Tod seiner eigenen Enkel Caius und Lucius. Erst 13 n. Chr. ernannte Augustus Tiberius als seinen Nachfolger. Das Römische Reich blühte unter Tiberius Herrschaft. Er kümmerte sich um eine gerechte und wirtschaftliche Verwaltung der eroberten Gebiete, resignierte jedoch an häufigen Intrigen und zog sich 37 n. Chr. verbittert nach Capri zurück. Er starb im Alter von 78 Jahren.

Caligula (37 – 41)
Caius Caesar war der jüngste Sohn der Augustus-Enkelin Agrippina Senior und Germanicus. Er wuchs zwischen Soldaten auf, bei denen er den Spitznamen Caligula (= Stiefelchen) erhielt. Tiberius setzte ihn als seinen Erben ein und nach Tiberius Tod wurde Caligula zum Kaiser ernannt. Unter dem Einfluss seiner Großmutter Antonia regierte er anfangs gut und gerecht, wurde aber nach schwerer Krankheit geistesgestört. Nach dreijähriger Schreckensherrschaft wurde er im Jahre 41 n. Chr. ermordet.

Claudius (41 – 54)
Der jüngste Sohn von Nero Claudius Drusus und Antonia wurde in Lugdunum (Lyon) geboren. Infolge von Kinderlähmung litt er unter einer körperlichen Behinderung und dem Gerücht nach auch unter einer geistigen Behinderung. Er lebte völlig zurückgezogen und befasste sich mit historischen Studien bis er nach der Ermordung seines Neffen Caligula unerwartet zum Kaiser ausgerufen wurde. Es zeigte sich, dass er keineswegs geistig behindert sondern ein sehr fähiger Herrscher war. Im Jahre 43 n. Chr. nahm er persönlich an der Invasion von Britannien teil, das 50 n. Chr. römische Provinz wurde. In vierter Ehe heiratete er seine Nichte Agrippina Junior (Schwester von Caligula) und adoptierte ihren Sohn Nero. Es ist nicht erwiesen, aber vermutlich wurde er auf Anordnung von Agrippina im Jahre 54 n. Chr. vergiftet.

Nero (54 – 68) 
Der Sohn von Lucius Domitius Ahenobarbus und Agrippina Junior (Schwester von Caligula) wurde in Antium geboren. Claudius adoptierte Nero im Jahre 50 n. Chr., der im Jahre 54 n. Chr. den Kaiserthron bestieg. Anfangs lagen die Regierungsgeschäfte in den fähigen Händen seiner Erzieher Seneca und Burrus. Bald entschied jedoch der junge Herrscher, sich von allen Zwängen zu befreien. Er ließ 55 n. Chr. seinen Stiefbruder Britannicus ermorden, 59 n. Chr. seine Mutter Agrippina und 62 n. Chr. seine Gattin Octavia (Claudius Tochter), um Poppäa zu heiraten. Neros Herrschaft war grausam und autoritär. Aber gleichzeitig förderte er Kunst, Spiel und Wettkampf und feierte rauschende Feste. Vermutlich nur dem Gerücht nach war er 64 n. Chr. der Brandstifter Roms. Er jedoch verfolgte gnadenlos die Christen als die von ihm verdächtigten Brandstifter. Im Jahre 65 n. Chr. ließ er nach einer Verschwörung mehrere Staatsmänner hinrichten, darunter auch seinen ehemaligen Erzieher Seneca. Schließlich brachen verschiedene Revolten aus und er wurde vom Senat geächtet. Nero beging im Jahre 68 n. Chr. Selbstmord.

Vierkaiserjahr

Galba (68 – 69)
Galba stammte aus einer angesehenen römischen Familie und wurde nach einer langen Laufbahn in der römischen Verwaltung im Jahre 60 n. Chr. Statthalter in Spanien. Er unterstützte im Jahre 68 n. Chr. den Aufstand gegen Nero und ließ sich nach Neros Tod 72jährig von seinen Truppen zum Kaiser ausrufen. Jedoch war er durch seine überstrenge Disziplin und seinen Geiz bei den Soldaten sehr unbeliebt. Otho organisierte eine Verschwörung und Galba wurde nach nur siebenmonatiger Regierungszeit am 15. Januar 69 ermordet.

Otho (69) 
Otho war zunächst ein Freund von Nero. Später unterstützte er Galba in dem Aufstand gegen Nero in der Hoffnung, von ihm adoptiert zu werden. Da sich diese Hoffnung nicht erfüllte, wandte sich Otho gegen Galba. Nach Galbas Tod ernannte sich Otho selbst zum Kaiser. Inzwischen hatten die Legionen in Germanien aber Vitellius zum Kaiser ernannt. Von Vitellius in mehreren Schlachten besiegt, beging Otho am 16. April 69 Selbstmord.

Vitellius (69)
Vitellius wurde als Sohn des Consuls Lucius Vitellius geboren. Er war mit allen Kaisern von Tiberius bis Nero eng befreundet, durch die er wichtige Staatsämter erhielt, unter anderem das Proconsulat von Afrika. Unter Galba wurde er Kommandeur der Legionen in Germanien, die ihn nach dem Sieg über Otho in Norditalien zum Kaiser ausriefen. Vitellius war jedoch an üppigen Festmahlen mehr gelegen als an Regierungsgeschäften. Die Ost-Legionen riefen Vespasian zum Kaiser aus. Vitellius wurde von Vespasians Truppen bei Cremona besiegt. Wenig später wurde Vitellius in Rom öffentlich hingerichtet und seine Leiche in den Tiber geworfen.

Flavische Dynastie

Vespasian (69 – 79)
Vespasian war bürgerlicher Herkunft und verdankte seinen Aufstieg militärischem Geschick. Nach der Niederwerfung eines Judenaufstandes riefen ihn seine Truppen im Juli 69 in Alexandria zum Kaiser aus. Die Legionen im Donauland schlossen sich ihm an und besiegten bei Cremona Vitellius. Vespasian zog 70 n. Chr. in Rom ein, wurde dort vom Senat als Kaiser bestätigt und schuf nach Jahren der Unruhen wieder Ordnung. Sein Führungsstil war geprägt durch Geschicklichkeit, Klugheit, Gerechtigkeit, Reformfreudigkeit und Fleiß. Er starb im Alter von 70 Jahren in Reate (Mittelitalien).

Titus (79 – 81)
Titus, im Jahre 39 in Reate geboren, war der ältere Sohn von Vespasian und Flavia Domitilla. Er diente als Soldat in Germanien und Britannien und bekämpfte zusammen mit seinem Vater den Aufstand der Juden. Nach Vespasians Krönung zum Kaiser, beendete Titus im Auftrag seines Vaters den Aufstand, eroberte im Jahre 70 Jerusalem und kehrte nach Rom zurück, um seinen Vater bei den Regierungsgeschäften zu unterstützen. Nach dem Tod von Vespasian bestieg Titus den Kaiserthron im Jahre 79. Er war ein gütiger Herrscher und sein frühzeitiger Tod im Jahre 81 löste große Trauer aus. Es wird vermutet, dass sein Bruder Domitian ihn vergiften ließ.

Domitian (81 – 96)
Domitian, am 24.10.51 in Rom geboren, war der jüngere Sohn von Vespasian und Flavia Domitilla. Während Vespasian seinen älteren Sohn Titus als Nachfolger aufbaute und an den Regierungsgeschäften und den Feldzügen beteiligte, wurde Domitian von der Macht ferngehalten. Im Jahre 70 heiratete er Domitia, Tochter eines Senators, um sich die Unterstützung des Senats zu sichern. Unter der Herrschaft von Titus mochte er die Zurücksetzung nicht länger ertragen und war vermutlich am Tod seines Bruders beteiligt. Die Thronfolge wurde nicht in Frage gestellt und Domitian am 14.9.81 zum Kaiser ausgerufen. Er führte mehrere Kriege gegen die Chatten und verlegte die rechtsrheinische Reichsgrenze weiter nach Norden. Später musste auf dem Balkan ein Einbruch der Daker abgewehrt werden. Durch seine despotische Herrschaft wurde Domitian beim Volk und Senat zunehmend unbeliebt, was zu zahlreichen Revolten und Umsturzversuchen führte, auf die Domitian mit brutaler Unterdrückung reagierte. Schließlich wurde er am 18.9.96 von seiner Palastwache unter Beteiligung von Domitia ermordet.

Adoptivkaisertum

Nerva (96 – 98)
Nerva entstammte einer aristokratischen Familie aus Umbrien und machte schon unter Nero politische Karriere, verhielt sich aber zurückhaltend und korrekt. So konnte er auch unter Vespasian im Jahr 71 und 90 unter Domitian das Konsulat bekleiden. Nach der Ermordung Domitians wurde Nerva am 18.9.96 überraschend zum Kaiser ausgerufen. Obwohl man ihm dieses Amt nicht unbedingt zugetraut hätte und er auch keine militärische Erfahrung hatte, erwies sich Nerva als herausragender Innenpolitiker. Nach der Schreckensherrschaft von Domitian sorgte er wieder für Ruhe und Ordnung. Zu seinen Initiativen gehörten diverse Sozialmaßnahmen zugunsten der Armen, eine Verbesserung der wirtschaftlichen Lage durch Steuersenkungen, Land- und Verwaltungsreformen. Beim Volk erfreute er sich dadurch großer Beliebtheit, während das Militär ihm gegenüber sehr reserviert blieb. Als die Unruhe im Militär bedrohlich wurde, adoptierte der kinderlose Nerva am 27.10.97 den Statthalter von Obergermanien und hochangesehen Armeeführer Trajan als seinen Nachfolger. Nach nur 16-monatiger Herrschaft starb Nerva am 28.1.98.

Trajan (98 – 117)
Trajan, in Spanien geboren, Statthalter von Germanien, wurde von Nerva als Nachfolger adoptiert. Damit begann die Zeit der Adoptivkaiser, die bis Marc Aurel dauerte und für das Römische Reich eine Blütezeit bedeutete. Trajan war ein äußerst fähiger Kaiser, der das Reich mit großer Umsicht regierte und gewaltige Bauvorhaben verwirklichte, u. a. Straßen, Brücken, Aquädukte und spektakuläre Bauten in Rom, wovon die Trajanssäule bis heute erhalten ist. Trajan war ein sehr erfolgreicher Kriegsherr. Er eroberte zunächst Dakien und unterwarf gegen Ende seiner Regierungszeit sowohl Armenien als auch Mesopotamien. Unter seiner Herrschaft erreichte das Reich seine größte Ausdehnung. Auf der Rückkehr von seinem östlichen Feldzug nach Rom erkrankte er und starb im August 117.

Hadrian (117 – 138)
Hadrian wurde am 24.1.76 geboren und stammte aus Italica in der spanischen Provinz Baetica. Im 10. Lebensjahr verlor er seinen Vater, einen Senator, und erhielt seinen Großonkel Trajan, den späteren Kaiser, als Vormund. Im Jahre 100 heiratete er Sabina, die Großnichte Trajans. Im Laufe seiner politischen und militärischen Karriere nahm Hadrian an den Dakerkriegen Trajans teil. Schließlich beteiligte er sich auch an Trajans Partherkrieg und wurde im Jahre 117 Statthalter von Syrien. Nicht mehr zu klären ist, ob Trajan auf dem Sterbebett Hadrian adoptierte oder ob der Adoptionsbrief von Trajans Frau Plotina, die Hadrian förderte, gefälscht wurde. Vier Tage nach Trajans Tod wurde Hadrian am 11.8.117 von seinen Truppen in Syrien zum Kaiser ausgerufen. Hadrian beendete Trajans Partherkrieg durch Aufgabe der eroberten östlichen Gebiete und schlug die Aufstände in Judäa und Nordafrika nieder. Nach Rom zurückgekehrt änderte er die Reichspolitik von Expansion auf konsequente Friedenspolitik mit starker Grenzsicherung. Er gab das östliche Dakien wieder auf und befestigte die Grenzen in Nordafrika, Obergermanien, Rätien und Britannien (Hadrianswall). Herausragendes Merkmal seines Regierungsstils war die ausgeprägte Reisetätigkeit, die ihn in fast alle Provinzen des Reiches führte. Er förderte die wirtschaftliche, politische und kulturelle Entwicklung der Provinzen, wobei er zahlreiche neue Städte gründete. Seine besondere Aufmerksamkeit galt dabei der griechischen Kultur. Seine Ehe mit Sabina blieb kinderlos und als Hadrian zunehmend unter Krankheiten litt, adoptierte er im Jahre 136 Aelius als Nachfolger, der aber bereits am 31.12.137 starb. Am 24.1.138 ernannte Hadrian den Senator Antoninus Pius als Nachfolger und veranlasste, dass Antoninus Pius den Sohn von Aelius, Lucius Verus, und den von Hadrian hochgeschätzten Marc Aurel adoptierte. Nach langer Krankheit starb Hadrian am 10.7.138 und wurde in dem von ihm gebauten Mausoleum, der heutigen Engelsburg, beigesetzt.

Antoninus Pius (138 – 161)
Der Gutsbesitzer Antoninus Pius entstammte einer provencalischen Patrizierfamilie. Er war einer der engsten Berater Hadrians. Nach dem überraschenden Tod von Aelius adoptierte Hadrian Antoninus Pius am 25. Februar 138 und bestimmte ihn als Nachfolger (Hadrian starb am 10. Juli 138). Da Antoninus Pius zu diesem Zeitpunkt bereits 52 Jahre alt war, sorgte Hadrian dafür, dass Antoninus Pius durch sofortige Adoption von Marc Aurel und Lucius Verus die Nachfolge sicherte. Antoninus Pius war mit Faustina Senior verheiratet, die aber drei Jahre nach seinem Regierungsantritt starb. Ihre gemeinsame Tochter Faustina Junior heiratete 145 Marc Aurel. Obwohl zahlreiche Unruhen zu bekämpfen waren, war die Regierungszeit von Antoninus Pius durch Frieden und wirtschaftlichen Aufschwung geprägt, der unter Hadrian seinen Anfang genommen hatte. Antoninus Pius verließ Rom vom Regierungsantritt an nicht mehr. Er galt als bescheiden, enthaltsam und gelehrt. Nach 23-Jähriger Regierungszeit starb er am 7. März 161 auf seinem Landsitz in Lanuvium (bei Rom).

antoninische Dynastie

Mark Aurel (161 – 180)
Marc Aurel wurde am 26.4.121 in Rom als M. Annius Verus geboren. Er war Faustina Seniors Neffe. Hadrian erkannte seine besonderen Fähigkeiten und veranlasste, dass er von Antoninus Pius zusammen mit Lucius Verus adoptiert wurde. Im Jahre 145 heiratete er Faustina Junior, die Tochter von Antoninus Pius. Mit ihr zusammen hatte er mehrere Kinder, u. a. Lucilla und Commodus. Nach dem Tod seines Adoptivvaters übernahm er am 7.3.161 die Regierung und ernannte gleichzeitig Lucius Verus zum Mitregenten. Unter Marc Aurel begannen vermehrte Angriffe von feindlichen Völkern auf das Römische Reich, die ihn zur Führung von langjährigen Kriegen zwangen, obwohl er sich lieber wissenschaftlichen und philosophischen Studien (er erhielt den Beinamen Philosophenkaiser, berühmt sind seine “Selbstbetrachtungen”) gewidmet hätte. Mit Hilfe von Lucius Verus verteidigte er die Ostgrenzen und besiegte die Parther. Als die große Völkerbewegung der germanischen Stämme nach Süden begann, verteidigte Marc Aurel mit größter Mühe die langen römischen Grenzen. Die Kriege gegen die Markomannen und die Quaden, die zeitweise über die Alpen bis nach Oberitalien und über den Balkan bis nach Griechenland vordrangen, währten länger als ein Jahrzehnt.Zusätzlich schwächte eine schwere Seuche, die sich von Osten bis Italien und Rom ausbreitete, das Reich. Nach dem frühen Tod von Lucius Verus im Jahre 169 musste Marc Aurel die Verteidigung der Grenzen alleine fortsetzen, hatte aber zunehmend Erfolg gegen die Germanen. Der Aufstand des Cassius (Statthalter in Syrien), in den angeblich seine Frau Faustina Junior verwickelt war, zwang ihn 175 nach Osten, aber der Aufstand konnte schnell niedergeschlagen werden. Mitte 177 erhob Marc Aurel seinen Sohn Commodus zum Mitregenten. Mit ihm führte Marc Aurel erneut Kriege auf dem Balkan und starb am 17.3.180 in seinem Feldlager in Sirmium. Nicht nur aus heutiger Sicht, sondern auch schon für zeitgenössische Geschichtsschreiber wie Cassius Dio ging mit dem Tod Marc Aurels die Blütezeit des römischen Reiches zu Ende.

Lucius Verus (161 – 169)
Lucius Verus war der Sohn von Aelius und wurde von Antoninus Pius zusammen mit Marc Aurel im Jahre 138 adoptiert. Im Gegensatz zu Marc Aurel wurde er nicht kurz darauf zum Caesar ernannt. Erst nach dem Tod von Antoninus Pius wurde er 161 Mitregent von Marc Aurel. Im Jahre 164 heiratete er Lucilla, eine Tochter von Marc Aurel. Lucius Verus bekämpfte zunächst im Osten erfolgreich die Parther, später unterstützte er Marc Aurel in den Markomannen-Kriegen. Auf dem Rückweg nach Rom erlag Lucius Verus einem Schlaganfall, was für Marc Aurel kein Verlust gewesen zu sein scheint. Lucius Verus liebte im Gegensatz zu seinem Adoptiv-Bruder das süße Leben mehr als den Kampf auf dem Schlachtfeld.

Gaius Avidius Cassius (175)
Gaius Avidius Cassius war ein römischer Usurpator, der im Jahr 175 kurze Zeit Ägypten und Syrien regierte. Er war der Sohn von Gaius Gaius Avidius Heliodorus. Er machte eine hervorragende militärische Karriere und schaffte es bis in den römischen Senat. Er wurde 166 Gouverneur von Syrien, unterdrückte die Revolte des Bucoli in Ägypten, die 172 ausbrach. 175 wurde er nach der vorzeitigen Meldung über den Tod von Kaiser Mark Aurel zum Römischen Kaiser proklamiert. Als er nach der Information, dass Mark Aurel lebte, an der Proklamation festhielt, bereitete Mark Aurel den Krieg vor, hoffte aber gleichzeitig, dass Cassius dabei nicht getötet oder Selbstmord begehen würde, damit er die Gelegenheit bekäme, den rebellischen General zu begnadigen. Obwohl er die Kontrolle über einen der wesentlichsten Teile des Römischen Reichs erlangte, gelang es Cassius nicht breite Unterstützung für seine Rebellion zu bekommen. Der Gouverneur von Kappadokien, Marius Verus, blieb Mark Aurel treu. Nach drei Monaten wurde Cassius von einem Centurio ermordet.

Commodus (180 – 193)
Commodus war der Sohn von Marc Aurel und Faustina Junior. Er wurde im Jahre 177 Augustus und Mitregent und schlug verschiedene Schlachten an der Seite seines Vaters, die der Grenzsicherung galten. Als Marc Aurel im Jahre 180 starb, schloss Commodus Frieden mit germanischen und sarmatischen Stämmen und eilte zurück nach Rom. Dort bestand große Hoffnung, dass er den Regierungsstil seines Vaters fortsetzen würde, aber er begann ein hemmungsloses Willkürregime. Er zog sich zurück und überließ die Verwaltung des Reiches einer Folge von Günstlingen: zuerst Perennis, dann Cleander und schließlich Laetius, während er sich seine Zeit mit Orgien, Circusspielen und grausamen Hinrichtungen vertrieb. Sein Größenwahn veranlasste ihn zu glauben, er sei eine Reinkarnation von Hercules und er forderte, entsprechend verehrt zu werden. Nach einer Anzahl erfolgloser Verschwörungen, wurde er schließlich in der Nacht des 31. Dezember 192 ermordet.

Pertinax (193)
Als Sohn eines italienischen Holzhändlers geboren, konnte sich Publius Helvius über eine erfolgreiche militärische Laufbahn bis in den Senat dienen. Als Ende 192 n. Chr. Commodus einer Palastverschwörung zum Opfer fiel, boten die Attentäter dem 66-Jährigen Publius Helvetius den Principat an, der diesen auch annahm. In seiner kurzen Regierungszeit wurde ihm jedoch seine alte Bindung an den Senat und die daraus resultierende Starrsinnigkeit zum Verhängnis. Die damals einzige reale Macht in Rom – die Garde – wurde deshalb des Kaisers schnell überdrüssig. Er wurde im März 193 n. Chr. in einer Soldatenmeuterei durch einen Lanzenwurf getötet.

Der Auktionskaiser

Julian I. (193)
Nach dem Tod des Pertinax – die Garde hatte auch diesmal keinen zum Nachfolger vorausbestimmt – wurde das Amt des Principats einer Versteigerung an den Meistbietenden zwischen zwei Bewerbern ausgesetzt. Somit konnte sich der reiche Senator Didius Julianus den Titel förmlich „erkaufen“ und siegte damit über seinen Kontrahenten, den Stadtpräfekten Flavius Sulpicianus. Bei seiner Krönung, bei der auch seine Gattin Manlia Scantilla und Tochter Didia Clara anwesend waren, zeigte sich selbst der römische Pöbel angewidert von ihrem neuen Herrn. Didius Julianus hoffte auf die Unterstützung des Legionsführers Septimius Severus und bot diesem seine Partnerschaft an. Zwei weitere große Heeresgruppen, unter der Führung von Pescennius Niger und Clodius Albinus und vom römischen Volk und Senat um Hilfe gebeten, marschierten auf Rom zu. Septimus Severus erreichte als erster Rom, lehnte die Partnerschaft mit Didius Julianus ab und besetzte die Stadt. Der ungeliebte Kaiser wurde dabei, nach nur 66 Tagen im Amt, erschlagen.

Severische Dynastie

Septimius Severus (193 – 211)
Der in Leptis Magna (Tripolis) geborene Septimius Severus war der erste römische Kaiser afrikanischer Herkunft, und ein Soldat mit außergewöhnlichen Fähigkeiten. Er war Oberbefehlshaber in Pannonien, als er nach der Ermordung von Pertinax von seinen Truppen zum Kaiser ausgerufen wurde. In Rom erzwang er vom Senat seine Anerkennung, stürzte Didius Julianus und vernichtete die Legionen von Pescennius Niger. Seinen dritten Rivalen, Clodius Albinus, besiegte er im Jahre 197 entscheidend in einer Schlacht bei Lyon. Septimius Severus verbrachte viel Zeit mit Feldzügen in verschiedene Teile des Reiches. Im Jahre 208 zog er nach Britannien, wo jahrelange Unruhen herrschten. Er stellte den Hadrianswall wieder her, der teilweise zerstört war und unterwarf die kaledonischen Stämme, die sich jedoch kurze Zeit später wieder erhoben. Der zunehmend an Gicht leidende Herrscher überließ im Jahre 209 seinem Sohn Caracalla den Oberfehl und starb am 4. Februar 211 in York.

Pescennius Niger (193 – 194)
Als Pescennius Niger, der Sohn einer mittelständischen Familie aus Latium, 190 n. Chr. von Commodus zum Statthalter von Syrien ernannt wurde, konnte er bereits auf eine sehr erfolgreiche Laufbahn in der Armee zurückblicken. Im Gegensatz zu Didius Julianus war er überwiegend beliebt und wurde sofort nach dessen Tod zum Kaiser ernannt. Sein Rivale Septimius Severus jedoch versuchte das syrische Volk gegen Pescennius Niger aufzuhetzen. Es kam 194 n. Chr. zu einer entscheidenden Schlacht bei Issus (Schauplatz des Sieges Alexander d. Gr. gegen Dareios), wo Pescennius Niger – siegessicher – Severus erwartete. Pescennius Nigers Armee unterlag jedoch, er selbst fand auf der Flucht den Tod.

Clodius Albinus (195 – 197)
Geboren wurde Clodius Albinus bei Hadrumetum in Afrika, er war jedoch entgegen seiner Herkunft weiß (Albinus). Schon in seinen frühen Jahren schloss er sich der Armee an und zählte zu den begabtesten und beliebtesten Heerführern jener Zeit. Im Jahr 193 n. Chr. hatte er als Statthalter von Britannien und Gallien beinahe den gesamten Westen unter seiner Herrschaft. Septimius Severus, der genug damit zu tun hatte, sich gegen Didius Julianus und Pescennius Niger zu positionieren, offerierte Clodius Albinus den Rang des Caesaren und hoffte so auf seine Loyalität. Als Italien und der Osten besiegt waren und Septimius Severus nach der Macht im Westen trachtete, ernannten die gallischen Legionen Clodius Albinus zum Augustus. Daraufhin ließ Septimius Severus Clodius Albinus zum Volksfeind erklären, sprach ihm den Rang des Caesaren wieder ab und übertrug diesen seinem Sohn Antonius (Caracalla). Nach anfänglichen Siegen des Clodius Albinus wurde dieser in der entscheidenden Schlacht 197 n. Chr. von Septimius Severus besiegt und nahm sich das Leben.

Caracalla (211 – 217) 
Marcus Aurelius Antoninus, Geburtsname Bassianus, war der ältere Sohn des Afrikaners Septimius Severus und der Syrerin Julia Domna. Der Spitzname Caracalla wurde von seinem langen Kapuzenmantel abgeleitet. Im Jahre 196 verlieh sein Vater ihm den den Titel eines Caesar und 198 wurde er erst 10-Jährig Augustus. Er begleitete seinen Vater auf Feldzügen nach Gallien und Britannien, wo sein Vater ihm 209 den Oberbefehl überließ. Nach dem Tod von Septimius Severus im Jahre 211, regierte er nach dem Willen seines Vaters das Reich zusammen mit seinem Bruder Geta. Im Jahre 212 wurde Geta jedoch auf Anordnung von Caracalla ermordet, der zusätzlich die Beseitigung unzähliger angesehener Römer veranlasste, um sich die Alleinherrschaft zu sichern. Seine Regierung war durch Ausschweifungen und Grausamkeit gekennzeichnet. Er wurde schließlich auf Anordnung von Macrinus, seinem Gardepräfekten, ermordet. Eine geschichtlich bedeutsame Gesetzesänderung, die er vermutlich aus rein finanziellen Gründen durchführte, war die Verleihung der Bürgerrechte an alle freien Einwohner des Römischen Reiches.

Geta (209 – 212)
Geta, der jüngere Sohn von Septimius Severus und Julia Domna, wurde in Rom geboren. Im Jahre 198 erhielt er den Titel eines Caesar, zur selben Zeit als sein Bruder Caracalla Augustus wurde. Er nahm im Jahre 209 am Feldzug gegen die Briten teil, woraufhin sein Vater seine Ernennung zum Augustus durchsetzte. Der friedfertige und intelligente Geta gewann im Gegensatz zu seinem gewalttätigen Bruder immer mehr Anhänger. Die Rivalität der beiden Brüder wurde nach dem Tod ihres Vaters zu offener Feindschaft bis Caracalla seinen Bruder im Schoß der Mutter ermorden ließ.

Der Usurpator

Macrinus (217 – 218)
Macrinus wurde als Sohn einfacher Eltern in Mauretanien (Nordafrika) geboren. Nachdem er verschiedene Stellungen im Staatshaushalt innehatte, wurde er unter Caracalla Gardepräfekt, wobei er dessen grausames Treiben unmittelbar erlebte und im Jahre 217 Caracallas Ermordung organisierte. Daraufhin bestieg der Jurist Macrinus den Thron und ernannte gleichzeitig seinen Sohn Diadumenian zum Nachfolger. Als eine seiner ersten Amtshandlungen hatte er den Partherkrieg beendet. Er ließ sich auf so ungünstige Friedensbedingungen ein, dass er bei den Truppen sofort stark an Beliebtheit einbüßte. Julia Maesa nutzte die Gelegenheit und unterstützte die Sympathien der Soldaten gegenüber ihrem Enkel Elagabal, indem sie das Gerücht verbreitete, er sei ein Sohn von Caracalla. Zusätzlich half sie mit Geld nach. Es kam zur Schlacht mit der revoltierenden Armee, in der Macrinus unterlag und floh. Wenig später wurde er jedoch zusammen mit seinem Sohn gefasst und 54-jährig nach 14-monatiger Amtszeit ermordet.

Diadumenian (218) 
Diadumenian, der Sohn von Macrinus, erhielt im Jahre 217 den Rang eines Caesars, zur selben Zeit als sein Vater Augustus wurde. Im Jahre 218 machte ihn sein Vater zum Augustus. Noch im selben Jahr wurde er zusammen mit seinem Vater ermordet.

Späte severische Dynastie

Elagabal (218 – 222)
Der in Emesa geborene Elagabal, war der Sohn eines reichen Syrers und von Julia Soaemias der Schwester von Julia Mamaea und Tochter von Julia Maesa. Am 16. Mai 218 wurde er von den im Gebiet um Emesa stationierten Truppen zum Kaiser ausgerufen. Die Revolte ging bald auf den Rest der syrischen Armee über. Der eigentliche Initiator der Rebellion war Julia Maesa. Die Gelegenheit der wachsenden Unbeliebtheit von Macrinus nutzend, verbreitete sie das Gerücht, Elagabal sei ein Sohn von Caracalla; Geld tat ein Übriges. Nach dem Sieg über Macrinus Armee wurde Elagabal auch vom Senat anerkannt und machte sich auf die Reise nach Rom, wo er in Frauenkleider gehüllt eintraf. Durch ihn kam die Welt Emesas und seines arabischen Sonnengottes Elagabal nach Rom – daher auch der Name Elagabal, dessen Priesterwürde in der Familie quasi erblich war. Seine Regierungszeit war berüchtigt für religiösen Fanatismus, Grausamkeit, Blutvergießen und unbeschreibliche Exzesse. Außerdem nahm er sich fast jedes Jahr eine neue Frau: zuerst die vornehme Römerin Julia Paula, dann die Vestalin Aquilia Severa, darauf Annia Faustina und wieder Aquilia Severa. Es herrschte allgemeine Befriedigung, als Elagabal zusammen mit seiner Mutter Julia Soaemias am 6. März 222 von den Prätorianern hingerichtet, durch die Straßen Roms geschleift und in den Tiber geworfen wurde.

Gellius Maximus (219)

Verus (219)
Bei Verus handelte es sich um einen römischen Politiker, der im Jahre 219 zum Usurpator wurde. Verus war ein ambitionierter Emporkömmling, der seinen Rang als Centurio zum Sprungbrett in den römischen Senat nutzte. Später wurde er zum Kommandanten der legio III Gallica ernannt und übernahm damit eine Einheit, deren Soldaten zunehmend unzufrieden waren mit der Herrschaft des amtierenden Kaisers Varius Avitus. 219 rebellierten die Legionäre offen. Verus stellte sich an die Spitze dieser Bewegung und erklärte sich selber zum Kaiser. Er hatte jedoch die Macht des Kaisers deutlich unterschätzt. Die Legion wurde vernichtend geschlagen und Verus selber gefangen genommen und hingerichtet.

Seleucus (221)

Severus Alexander (222 – 235)
Severus Alexander, ursprünglich Alexianus Bassianus, war der Sohn von Julia Mamaea und wurde auf deren Betreiben hin von Elagabal, seinem Cousin, im Jahre 221 adoptiert. Gleichzeitig wurde ihm der Titel eines Caesar verliehen. Nach der Ermordung von Elagabal wurde Severus Alexander 14-Jährig sofort von den Truppen zum Kaiser ausgerufen und am folgenden Tag vom Senat bestätigt. Severus Alexander regierte das Reich weise und gut und der Zustand des Staates verbesserte sich wesentlich. Die eigentliche Macht lag dabei in den Händen seiner Mutter, was die Truppen stark verärgerte. Die ersten neun Regierungsjahre war das Reich von Kriegen gegen außen verschont, aber im Jahre 232 musste Severus Alexander gegen Ardaschir ins Feld ziehen. Der Perser hatte den Partherkönig ermordet und bedrohte jetzt das Römische Reich. Die Schlacht gegen ihn war nur teilweise erfolgreich und Severus Alexander wurde dringend an der Westfront benötigt, wo Unruhen an der Germanischen Grenze ausbrachen. Noch bevor die Kämpfe tatsächlich begannen, riefen revoltierende Soldaten Maximinus, einen ihrer Kommandeure, zum Kaiser aus. Severus Alexander und Julia Mamaea wurden in ihrem Lager nahe Mainz am 22. März 235 ermordet.

Seius Sallustius (227)

Taurinus

Soldatenkaiser

Maximinus Thrax (235 – 238) 
Maximinus war der Sohn eines thrakischen Hirten, ein Mann von großer Statur und unglaublichen Körperkraften. Während der Regierungszeit von Septimius Severus diente er im Heer und wurde schnell befördert. Unter der Herrschaft von Severus Alexander wurde er Legionsführer, dann Statthalter von Mesopotamien und im Jahre 235 wurde ihm die Ausbildung von Rekruten übertragen. Nach der Ermordung von Severus Alexander und Julia Mamaea wurde er von den Truppen zum Kaiser ausgerufen. Damit begann die Zeit der sogenannten römischen Soldatenkaiser. Maximinus war in jeder Hinsicht das Gegenteil seines verweichlichten, geistig gebildeten Vorgängers und trotz seiner Härte bei den Soldaten beliebt, nicht zuletzt wegen einer Verdoppelung des Soldes, die er mit Hilfe von Steuern und Sonderabgaben finanzierte. Zum Senat hatte er kein Verhältnis; alles was kultiviert und gebildet erschien, war ihm zuwider. Er regierte vom Feldlager aus. Sein Hauptquartier lag in Sirmium. Gegen die Germanen kämpfte er mit beachtlichen Erfolgen. Er galt als furchtloser Kämpfer und seine Truppen waren gefürchtet. Er ließ sie plündern und verwüsten wo möglich. Doch der innenpolitische Druck wuchs. Einer gescheiterten Rebellion der Gordiani in Afrika folgte von Rom aus ein Versuch, die Macht des Kaisers durch Ernennung der beiden Gegenkaiser Balbinus und Pupienus zu brechen. Währenddessen überquerte Maximinus zusammen mit seinem Sohn Maximus die Alpen und drang in Italien ein. Im Verlauf einer erfolglosen Belagerung von Aquileia begannen seine Soldaten zu meutern und ermordeten ihn und seinen Sohn.

Quartinus (235) 
Quartinus, römischer Staatsmann, war im Jahre 235 Gegenkaiser während der Zeit des Maximinus Thrax. Der Historiker Herodian berichtet, dass Quartinus, ein guter Freund des von Thrax gestürzten und getöteten Severus Alexander war. Gegen seinen Willen wurde er von den osrhoenischen Bogenschützen unter Macedo, die Alexander rächen wollten, zum Kaiser ausgerufen. Überraschendweise wurde Quartinus nur kurz nach seiner Ausrufung von Macedo ermordet, der den Kopf von der Leiche abtrennte und, auf Belohnung hoffend, ihn Maximinus Thrax präsentierte. Dieser zeigte sich zwar erfreut, ließ Macedo vorsichtshalber jedoch hinrichten, womit die ganze Geschichte kurz und blutig endete.

Magnus (235)
Gegenkaiser am Rhein, früherer Konsul.

Gordian I. (238)
Gordian I. wurde um 157 n. Chr. geboren und wuchs als Sohn einer angesehenen römischen Familie auf. Unter Maximinus I. war er Prokonsul in der Provinz Afrika. Als im Jahr 238 n. Chr. eine Rebellion des Adels aufgrund der Enteignung ihrer Landgüter, die Maximinus angeordnete hatte, ausbrach, wurde der 80-Jährige Gordian I. – nach der Ermordung des Prokurators – entgegen seines Willens von den Patriziern in Karthago zum Kaiser ausgerufen. Sein Sohn, Gordian II., wurde zum Mitregenten gemacht. Sodann machte sich eine Gesandtschaft auf den Weg nach Rom, um Maximinus I. als Volksfeind zu erklären und die beiden Gordiani legitimieren zu lassen. Der Senat konnte nur noch zustimmen. Der Statthalter von Mauretanien, Capellianus, der ein Anhänger von Maximinius I. war, schickte jedoch eine Legion nach Karthago, um die Gordiani zu besiegen. In der Schlacht fiel Gordian II., woraufhin sein Vater sich das Leben nahm.

Gordian II. (238)
Gordian II. wurde 238 n. Chr. zwangsweise zum Mitregenten seines greisen Vaters, Gordian I., gemacht. Da der Filius eher den schönen Künsten und den Frauen zugetan war und keinerlei militärische Erfahrung besaß, konnte er gegen die Legion des Statthalters von Mauretanien, Capellianus, nichts ausrichten und fiel 238 n. Chr. in der Schlacht.

Balbinus (238)
Nach dem Ende der Regentschaft der beiden Gordiani und dem drohenden Aufmarsch der Truppen des Maximinus I., erhielten zum erstenmal in der Geschichte Roms zwei Personen die Kaiserwürde und somit völlig identische Kompetenzen und Ehren – der 60-Jährige Balbinus, ehemaliger Statthalter einiger Provinzen, und Pupienus. Es zeigte sich schnell, dass diese Doppelbesetzung ein Fehler war, denn nach dem Tod Maximinus I. vor Aquileia, drohte Rom von dieser Seite zwar keine Gefahr mehr, aber die Rivalität der beiden Herren Balbinus und Pupienus führte zu Unruhen und zu eklatanten strategischen Fehlentscheidungen. Im Juli 238 n. Chr. stürmten die Prätorianer den Palast und brachten beide Kaiser um.

Pupienus (238)
Pupienus, ehemaliger Statthalter von Bithynien und Gallien, war 74 Jahre als er zusammen mit Balbinus vom Senat zum Kaiser ernannt wurde. Es ist nicht eindeutig belegt, ob die beiden Regenten mit dem überraschenden Tod des Maximinus I. in der Stadt Aquileia etwas zu tun hatten oder dieser letztlich von seinen eigenen Leuten zu Tode gekommen ist. Pupienus und Balbinus kehrten jedenfalls nach Rom als Sieger zurück. Die Siegerehren wurde ihnen jedoch nicht lange zuteil, da sie sich allzu schnell durch ihre Rivalitäten Feinde machten. Pupienus wurde zusammen mit Balbinus 238 n. Chr. von Prätorianern umgebracht.

Gordian III. (238 – 244)
Gordian III., der Enkel des Afrikaners Gordian I., führte bereits unter Balbinus und seinem Mitkaiser Pupienus den Titel eines Caesars. Nach der Ermordung der beiden Kaiser durch die Prätorianer wurde Gordian III. Augustus. Neben dem auf die Politik anhaltend starken Einfluss des Senats stand dem jugendlichen Herrscher politisch und militärisch maßgeblich Timesitheus zur Seite, ein Gordian ergebener, sehr fähiger und gebildeter Mann, der bis zum Prätorianer-Präfekten aufstieg. Seine Tochter Tranquillina nahm Gordian zur Frau.Timesitheus machte sich vor allem bei der Grenzsicherung im Nahen Osten verdient, wo der Perserkönig Schapur I. entscheidend bei Rhesaina geschlagen wurde. Bereits waren weitere Vorstöße geplant, als Timesitheus starb. Sein Nachfolger als Prätorianer-Präfekt wurde der ehrgeizige Araber M. Julius Philippus, der selbst an die Macht strebte und die Armee aufhetzte. Im Frühjahr 244 wurde Gordian bei Zaitha in Mesopotamien ermordet.

Philippus I. Arabs (244 – 249)
Nach dem Tod von Timestheus ernannte Gordian III. Philippus Arabs, den Sohn eines Beduinen-Scheichs, zum Prätorianer-Präfekten. Philippus Arabs brachte bald die Absetzung und Ermordung des jungen Kaisers zustande, um dessen Nachfolger zu werden. Nach umgehendem Friedensschluss mit den Persern zog er als Sieger in Rom ein. Das Hauptereignis seiner Regierungszeit war die 1000-Jahr-Feier der Stadtgründung Roms mit großartigen Spielen und prunkvollen Festen, die aber über die Disharmonie im Innern und über die Gefahren an den Grenzen nicht hinwegtäuschen konnte. Nachdem der Stadtpräfekt Trajan Decius gegen die Goten einige Erfolge erzielte, begeisterten seine Legionen sich für ihn, der ihnen näher als ihr arabischer Kaiser stand, und wollten ihn zum Kaiser machen. Im Jahre 249 trafen die beiden Heere von Trajan Decius und Philippus Arabs nahe Verona aufeinander, wo Philippus im Kampf getötet wurde

Philippus II. (247 – 249) 
Philipp II. – der Sohn von Otacilia Severa und Philipp I. – war erst 7 Jahre alt, als sein Vater 244 n. Chr. zum Kaiser ernannt wurde, und er gleichzeitig mit dem Titel des Caesaren beehrt wurde. Etwa drei Jahre später wurde Philipp II. sogar zum Augustus ernannt und dies, wie bereits bei Balbinus und Pupienus, ebenfalls zum gleichberechtigten Mitregenten. Als sich die Ereignisse um seinen Vater zuspitzten und dieser schließlich 249 n. Chr. in der Schlacht bei Verona den Tod fand, wurde Philipp II. entweder in derselben Schlacht getötet oder kurze Zeit später in Rom von Prätorianern erschlagen.

Pacantius (248)
Das Jahr der Jahrtausendfeiern in Rom (248 n. Chr.) war geprägt von militärischen Unruhen im Donauraum, dem Vordringen der West- und Ostgoten bis nach Kleinasien und Revolten in der Provinz Syrien. In dieser Zeit ließen sich – während Philippus I. sich in Rom aufhielt – insgesamt vier weitere Heerführer und Tyrannen zum Kaiser ernennen; unter ihnen auch Pacatianus in Pannonien. Gegen ihn sandte Philippus I seinen Stadtpäfekten Decius, der Pacatianus bei seiner Ankunft an der Donau jedoch nicht mehr lebendig antraf – er war bereits von seinen eigenen Soldaten erschlagen worden.

Jotapian (248)
Im Jahr der Jahrtausendfeiern in Rom (248 n. Chr.) erfolgten, zusätzlich zu den Bedrohungen der Grenzen, zahlreiche Usurpationen, eine von ihnen war die des Jopatianus im kappadokisch-syrischen Raum. Er ließ sich in dieser Zeit als einer von insgesamt vier weiteren Heerführern zum Kaiser ernennen, wurde aber schnell niedergeworfen und getötet.

Decius (249 – 251)
Trajan Decius wurde in Bubalia (Pannonien) geboren und diente unter Philippus I. In der Zeit 234 – 248 n. Chr. war er Gouverneur von Moesien. Als in seiner Heimat die Aufstände ausbrachen und die Goten in Moesien einfielen, wurde er von Philippus I in die bedrohten Gebiete geschickt. Die Legionen erkannten in ihm einen fähigen Diplomaten und Heerführer und erhoben ihn deshalb zum Kaiser. Bei Verona besiegten sie Philippus I., woraufhin der Senat Trajan Decius als Regenten legitimierte. In einer weiteren Schlacht gegen die rebellierenden Goten wurden Trajan Decius und sein älterer Sohn Herennius Etruscus getötet, nur der jüngere Sohn, Hostilian, überlebte. Trajan Decius ging in die Geschichte als besonders grausamer Christenverfolger ein, einer seiner Opfer war Papst Fabianus.

Priscus (249 – 251) 
Gaius Julius Priscus war ein römischer Militär, Mitglied der Prätorianergarde in der Regierungszeit des Gordianus III. Priscus wurde in der römischen Provinz Syrien geboren, vielleicht in Damaskus, als Sohn des Julius Marinus, eines lokalen römischen Bürgers von wohl einiger Wichtigkeit. Der Name seiner Mutter ist unbekannt, bekannt ist aber, dass er der Bruder von Marcus Julius Phil ippus war, dem späteren Kaiser Phil ippus Arabs. Priscus war wohl älter als Phil ippus, da seine politische Karriere auf seinem eigenen Fortkommen beruhte. Nach einigen Inschriften war Priscus Präfekt der Provinz Mesopotamien, procurator von Mazedonien, Stellvertreter des Gouverneurs von Ägypten und verantwortlich für die Justiz in Alexandria. Priscus wurde um 242, während Gordians Persienfeldzug, Mitglied der Prätorianergarde, und als Timesitheus, der Prätorianerpräfekt, 243 starb, gelang es ihm, den jungen Kaiser davon zu überzeugen, ihn durch seinen Bruder Phil ippus zu ersetzen. Ein Jahr lang waren Priscus und Phil ippus die de-facto-Regenten für Gordian III. Als Gordian 244 von meuternden Soldaten getötet wurde, wurde Phil ippus der neue Kaiser. Sein Bruder Priscus blieb als sein Vertrauter im Osten, während Phil ippus nach Rom ging. Priscus hatte den Oberbefehl in den östlichen Provinzen und wird in Inschriften aus dieser Zeit als rector Orientis bezeichnet. Seine Herrschaft war streng und gewaltsam. Nach der Niederlage seines Bruders gegen den neuen Kaiser Decius erklärte Priscus sich selbst zum Römischen Kaiser. Seine Rebellion konnte nicht so schnell unterdrückt werden, so dass Priscus Zeit hatte, seine Position zu festigen. Um seine Ziele zu vollenden, verbündete er sich mit den Goten, die die Provinz Moesia an der Donaugrenze angriffen. Decius wurde getötet, aber Priscus Rebellion blieb ohne endgültigen Erfolg. Er wurde vermutlich zu Beginn der Regierungszeit von Trebonianus Gallus getötet.

Herennius Etruscus (251)
Herennius Etruscus war der älteste Sohn von Trajan Decius und Herennia Etruscilla. Er wurde entweder 249 oder 250 n. Chr. von seinem Vater zum Mitregenten bestimmt, im Jahr darauf sogar zum Augustus. Er entlastete seinen Vater von Verwaltungsaufgaben und übernahm das Oberkommando über Teile Moesiens. Herennius Etruscus fiel zusammen mit seinem Vater in einer Schlacht gegen die Goten 251 n. Chr.

Licinianus (250) 
Julius Valens Licinianus hatte offensichtlich die Rückendeckung des Römischen Senats und eines Teils der Bevölkerung, als er im Jahr 250 einen Aufstand gegen Kaiser Decius initiierte. Valerian, der von Decius in Rom aus Sicherheitsgründen zurückgelassen worden war, hatte jedoch keine große Mühe, die Rebellion des Licinianus unter Kontrolle zu bringen.

Hostilian (251)
Hostilian wurde als zweiter Sohn des Kaisers Trajan Decius und seiner Frau Herennia Etruscilla geboren und erhielt zusammen mit seinem Bruder Herennius Etruscus um 250 n. Chr. die Mitregentenwürde. Während sein Vater und Bruder in der Schlacht gegen die Goten im Jahr 251 n. Chr. getötet wurden, überlebte Hostilian und wurde sogleich vom Nachfolger seines Vaters, Trebonianus Gallus, zum Mitregenten und Augustus ernannt. Noch im selben Jahr und nach nur vier Monaten der Mitregentschaft starb er an der Pest.

Trebonianus Gallus (251 – 253)
Trebonianus Gallus, ein Mann von etruskischer Herkunft und damaliger Statthalter von Unter-Moesien, erhielt nach der Schlacht in Abrittus (251 n. Chr.), in der Trajan Decius und sein Sohn Herennius getötet wurden, die Kaiserwürde. Der neue Kaiser zog sehr schnell den Zorn des Militärs und des Senates in Rom auf sich, da er den Goten ein Friedensangebot machte, ihnen somit praktisch die umkämpften Gebiete Moesiens und Thrakiens schenkte und zudem an sie hohe Gold- und Sachtribute zahlte. Um die Schmach wieder zu lindern, verlieh Trebonianus Gallus Hostilian, dem Sohn seines Vorgängers Trajanus Decius, die Mitregentenwürde und seinem eigenen Sohn, Volusian, die Würde des Cäsaren. Die römischen Gemüter ließen sich jedoch nicht besänftigen. Während Trebonianus Gallus nach seinem Einzug in Rom die Zeit mit diversen Orgien verbrachte, hatte der neue Statthalter Unter-Moesiens, Aemilian, die Goten bereits wieder über die Donau zurückgetrieben. Das gefiel der römischen Gesellschaft, und er wurde fortan als Held verehrt. Die Legionen ergriffen die Initiative, diesen neuen „Befreier“ zum Gegenkaiser zu ernennen. Noch vor dem Versuch, den Gegner Aemilian im Jahr 253 n. Chr. in Spoleto zum Kampf aufzufordern, wurden Trebonianus und sein Sohn Volusian umgebracht. Die Regentschaft von Trebonianus Gallus, die nur ca. 18 Monate andauerte, war zudem gekennzeichnet durch die ausgebrochene Pest, durch die auch der Mitregent Hostilian zu Tode kam.

Volusian (251 – 253)
Als Sohn von Kaiser Trebonianus Gallus bekam Volusian im Jahr 251 n. Chr. von seinem Vater die Cäsarenwürde erteilt. Das war der klägliche Versuch seines Vaters die erzürnten Gemüter Roms nach einer Gebietsabtretung an die Goten, was für die Gesellschaft eine bis dato nicht erlebte Schmach bedeutete, zu besänftigen. Keine zwei Jahre später starb Volusian zusammen mit seinen Vater, sie wurden beide umgebracht noch bevor sie den Gegenkaiser Aemilian zur Schlacht bei Spoleto auffordern konnten.

Aemilian (253)
Der im Jahr 208 n. Chr. in Mauretanien geborene Aemilian war zur Zeit Kaisers Trebonianus Gallus Statthalter in Pannonien und Unter-Moesien. Nach seiner erfolgreichen Vertreibung der Goten bis hinter die Donau, wurde Aemilian in Rom als neuer Befreier verehrt und von den Legionen zum Gegenkaiser des Trebonianus Gallus ernannt. Eine bis dato nicht gekannte Verfahrensweise, die fortan des öfteren angewandt wurde. Nach der Ermordung von Trebonianus Gallus und seines Sohnes Volusian – aus eigenen Reihen – zog Aemilian in Rom als Sieger ein und erhielt die Legitimation des Senats als neuer Kaiser. Gewaltige Heerscharen unter der Führung von Valerian I., die Trebonianus Gallus noch vor seinem Tod aus Germanien und Gallien mobilisiert hatte, forderten Aemilian zum Kampf. Er wurde von seinen eigenen Leuten umgebracht, die dann zum Gegner Valerian überliefen. Aemilians Regierungszeit dauerte lediglich 4 Monate.

valerianische Dynastie

Valerian I. (253 – 260) 
Aus angesehener Familie stammend, hatte Valerian verschiedene Staatsämter inne bis er unter Trajan Decius das bedeutende Amt eines Zensors erhielt. Als Valerian von Trebonianus Gallus wegen der Revolte im Jahre 253 zu Hilfe gerufen wurde, war er Statthalter von Raetien, Germanien und Gallien mit Sitz in Trier. Aemilian agierte sehr schnell und Valerian war erst in Raetien, als er Nachricht von Gallus Tod erhielt. Seine Truppen riefen ihn sofort zum Kaiser aus. Er machte sich auf den Weg nach Rom, wo er als unumstrittener Herrscher des Reiches einzog, nachdem auch Aemilian ermordet worden war. Der schon 63-Jährige Valerian machte seinen Sohn Gallienus zum Mitherrscher. Die Regierungszeit von Valerian war gekennzeichnet von ständigen Kämpfen an den Grenzen. Im Jahre 256 zwangen ihn Schwierigkeiten mit den Persern, Rom in Richtung Osten zu verlassen. Von seinem Hauptquartier in Antiochia aus erzielte er eine Reihe von Erfolgen gegen die Perser. Im Jahre 260 geriet er jedoch in persische Gefangenschaft, wo er bis zu seinem Tod Gefangener von König Schapur blieb. Sein Todesdatum ist unbekannt.

Uranius Antoninus (253 – 254)
Man nimmt an, dass Uranius Antoninus für etwa ein Jahr als Gegenkaiser zu Valerian I. von der syrischen Stadt Emesa aus regierte. Der einzige Beweis für seine Regentschaft sind einige wenige Münzen mit seinem Konterfei. Vielleicht war Uranius Antoninus – wie der Chronist John Malalas behauptet – identisch mit dem Hohepriester der Aphrodite in Emesa, Sampsigeramos, der den Angriff des Sassanidenherrschers Schapur I. zurückschlagen konnte. Aufgrund der großen Unklarkeit in bezug auf das Leben und Wirken des Uranius Antoninus, bleibt es umstritten, ob er überhaupt in die Reihe der Römischen Kaiser eingereiht werden kann.

Gallienus (253 – 268)
Der Sohn von Valerian wurde bald nach der Thronbesteigung seines Vaters von diesem zum Mitherrscher gemacht. Er war für die Verteidigung der Rhein-Grenze verantwortlich, bekämpfte erfolgreich die Germanischen Stämme und regierte die westlichen Provinzen, während sein Vater für den Osten zuständig war. Nach der Gefangennahme seines Vaters durch die Perser im Jahre 260 war Gallienus Alleinherrscher. Seine Regierungszeit war geprägt durch Kriege, die der Grenzsicherung dienten, und durch Unruhen innerhalb des Reiches. Einer seiner größten Widersacher war Postumus, der sich selbst zum Kaiser erhob und das von ihm errichtete Gallische Sonderreich als Nebenherrscher regierte. Gallienus konnte sich in diesen schwierigen Zeiten 15 Jahre auf dem Thron halten. Er galt als Mann mit hohen geistigen Fähigkeiten; im Gegensatz zu seinem Vater war er den Christen gegenüber tolerant; er verehrte den griechischen Philosophen Plotin; er war Wegbereiter für spätere Reformen. Im Jahre 268 schließlich wurde er Opfer einer Verschwörung, an der seine Generäle die späteren Kaiser Claudius II. und Aurelian vermutlich beteiligt waren, und wurde ermordet.

Ingenuus (260) 
Ingenuus war Inhaber eines größeren militärischen Kommandos in Pannonien, als er sich selbst um 260 (nach anderen Angaben 258), nach dem Tod von Valerian, zum Römischen Kaiser proklamierte. Er war mit der militärischen Erziehung von Valerian II. beauftragt, dem jungen Sohn des Kaisers Gallienus, aber nach dem Tod des Jungen 258 wurde seine Lage gefährlich. Er sah seine Chance, als Valerian von Sassaniden (den Herrschern Persiens) entführt und getötet wurde, und erhob sich gegen Gallienus. Gallienus handelte schnell, rief Truppen aus Gallien zurück, und stellte Ingenuus nach einem zügigen Marsch auf dem Schlachtfeld bei Mursa. Dessen Truppen wurden geschlagen, Ingenuus wurde getötet oder tötete sich selbst.

Regalianus (260) 
Regalianus war von Kaiser Valerian zum General gemacht worden und wie viele andere seines Ranges wurde er im Jahr 260, nach der Gefangennahme und dem Tod Valerians durch die Sassaniden, zum Römischen Kaiser proklamiert. Er war Senator und mit Sulpicia Dryantilla verheiratet. Es gibt Hinweise, dass er in die Revolte des Ingenuus verwickelt war, andere sehen ihn hingegen selbstständig handelnd. Seine Macht konzentrierte sich auf Carnuntum, eine Garnisonsstadt an der oberen Donau. Es wurden Münzen gefunden, die seinen Namen tragen. Nach der Niederlage des Ingenuus durch Kaiser Gallienus, gerieten Regalianus Anhänger in Panik und töteten ihn.

Ballista (261) 
Callistus, genannt “Ballista” (Katapult), war der Prätorianerpräfekt des Römischen Kaisers Valerian, als dieser von den Sassaniden gefangen genommen und später getötet wurde. Die Verwirrung nach Valerians Verschwinden nutzten im Osten des Reichs eine Reihe von Personen aus, um sich (neben dem offiziellen Thronfolger Gallienus, der im Westen war) zum Nachfolger des Kaisers zu erklären. Ballista favorisierte dabei Macrianus Major, der als procurator arcae et praepositus annonae die Kontrolle über Valerians Staatsschatz hatte, aber aufgrund seines Alters und seines Gesundheitszustands aber verzichtete. Es gelang ihm jedoch seine beiden Söhne Macrianus Minor und Quietus zu Kaisern erheben zu lassen – wiederum dadurch legitimiert, dass es Ballista gelang, die Perser nach Valerians Gefangennahme zu schlagen (ohne aber den Kaiser befreien zu können). Quietus blieb mit Ballista im Osten, während sein Bruder und sein Vater mit ihrer Armee nach Europa marschierten, um die Kontrolle über das Römische Reich zu erhalten. Macrianus Major und Macrianus Minor wurden in Thrakien durch Gallienus’ General Aureolus geschlagen. Macrianus und sein Sohn Macrianus Minor wurden getötet. Quietus und Ballista zogen sich daraufhin nach Emesa zurück, wo Quietus von der Bevölkerung getötet wurde. Nach den Historia Auguste wurde Ballista nun selbst zum Kaiser proklamiert, dann aber durch Septimius Odenathus von Palmyra ermordet.

Mussius Aemilianus (262) 
Lucius Mussius Aemilianus war ein aus Italien stammender römischer Gegenkaiser des Jahres 262. Aufgrund einer diesbezüglichen Inschrift ist uns die Laufbahn des Mussius recht genau bekannt: Er war in den römischen Ritterstand hineingeboren, verfügte also über ein gewisses Vermögen. Er war der oberste Verantwortliche des Postsystems innerhalb der gallischen Provinzen, vermutlich während der Ägide des Phil ippus Arabs, bevor er Stadtpräfekt von Alexandria und später von Ostia wurde (247). Am Ende der Fünfziger Jahre des 2. Jahrhunderts war er Vizepräfekt von Ägypten und wurde schließlich 259 Präfekt und damit Statthalter Ägyptens. Eusebius behauptet zudem, dass Mussius verantwortliche war für die Durchsetzung und Ausführung christenfeindlicher Gesetze unter Valerian I. Nach Valerians Gefangennahme durch die Perser revoltierten die im Osten stationierten Truppen gegen dessen Sohn Gallienus und erhoben die Macriani (Macrianus Major, Macrianus Minor und Quietus) zu Gegenkaisern. Mussius bekannte sich zu ihnen. Nachdem die Macriani jedoch auf ganzer Linie scheiterten, sah Mussius sich gezwungen, nun selber zum Usurpator zu werden. Gallienus entsandte einen General namens Aurelius Theodotus, der Mussius vor dem 30. März 262 besiegte. Mussius wurde gefangen genommen und später erdrosselt. Memor, einem hochrangigen Provinzbeamten unter Mussius, der nach dem Tode seines Vorgesetzten ebenfalls revoltierte, erging es ebenso.

Memor (261)
Memor war ein römischer Gegenkaiser im Jahre 261. Er stammte aus Nordafrika und war verantwortlich für die Versorgung Roms mit Getreide aus Ägypten. Memors Geschick war eng verstrickt mit den politischen Geschehnissen im Osten des Reiches, nachdem Valerian I. 260 von den Persern gefangengenommen wurde. Sein Sohn Gallienus, der sich in der Hauptstadt befand, übernahm daraufhin die Macht. Die im Osten stationierten Truppen meinten jedoch, mit den Macriani (Macrianus Major, Macrianus Minor und Quietus) ihren eigenen Kaiser zu bestimmen. Diese scheiterten jedoch bei ihrem Marsch gen Rom und wurden getötet. Nur kurz darauf schickte Gallienus Truppen in den Osten, die die immer noch vorhanden ehemaligen Unterstützer der Macriani (darunter Memor) sowie andere Usurpatoren auslöschen sollten. Ein Heer unter dem Kommando eines Aurelius Theodotus nahm zunächst den Statthalter von Ägypten, Mussius Aemilianus, gefangen und exekutierte ihn, bevor sie sich Memor zuwandten und diesen ebenfalls töteten (wohl 262). Nach dem Stand der heutigen Forschung ist es unklar, ob Memor bzw. sein Vorgesetzter Mussius sterben mussten, weil sie wirklich revoltiert hatten, oder weil Gallienus Rache nahm für ihre Unterstützung gegenüber den Macriani.

Aureolus (268)
Aureolus war einer der erfolgreicheren Generäle des Römischen Kaisers Gallienus. Nachdem er mehrere Aufstände niedergeschlagen hatte, zerstritt er sich mit Gallienus und wurde von ihm 268 in Mailand belagert. Als Gallienus während der Belagerung starb (oder von seinem Nachfolger Claudius II. ermordet worden war), proklamierte er sich selbst zum Kaiser, gab sich dann aber Claudius II. geschlagen. Aureolus wurde durch die kaiserliche Garde getötet.

Gallische Sonderreich

Postumus (260 – 269)
Postumus, von niederer Herkunft, ein Soldat mit großen Verdiensten, wurde von Valerianus zum Kommandeur der Rhein-Legionen ernannt. Angetrieben durch persönlichen Ehrgeiz oder durch seine Truppen rebellierte er im Jahre 259 gegen Gallienus und belagerte Köln, in der Saloninus (Sohn von Gallienus) residierte. Nach der Ermordung des Saloninus, konnte Postumus Anfang 260 Köln einnehmen und beherrschte als Neben-Kaiser die Provinzen Gallien, Spanien und Britannien fast ein Jahrzehnt mit fester und erfahrener Hand. Genauso erfolgreich wie er die Germanischen Stämme von der Rhein-Grenze zurücktrieb, wehrte er die Versuche von Gallienus ab, die Provinzen wieder Roms Herrschaft zu unterstellen. Im Jahre 268 rebellierte Laelianus mit Unterstützung der Stadt Mainz gegen Postumus, wurde jedoch schnell unschädlich gemacht. Als Postumus sich weigerte, seinen Truppen die Erlaubnis zur Plünderung von Mainz zu geben, wurde ihm dies zum Verhängnis und führte Anfang 269 zu seiner Ermordung.

Laelianus (269)
Ulpius Cornelius Laelianus war ein Usurpator gegen Postumus, den Kaiser des vom Römischen Reich abgefallenen Imperium Galliarum. Laelianus erklärte sich 268 in Mainz zum Kaiser. Obwohl seine genaue Position unbekannt ist, wird angenommen, dass er ein Offizier unter Postumus war. Laelianus stellte wegen der zwei Legionen, die er kommandierte, eine große Gefahr für Postumus dar. Trotzdem dauerte die Rebellion nur ungefährt zwei Monate, bevor er exekutiert wurde, vermutlich durch seine eigenen Soldaten. Die Belagerung von Mainz war für Postumus ebenso fatal: er wurde getötet, vermutlich weil er seinen Truppen die Erlaubnis verweigerte, die Stadt nach ihrer Eroberung zu plündern. Über Laelianus ist wenig bekannt. Er trägt den gleichen Namen wie eine prominente spanische Adelsfamilie, die Ulpii, zu denen Kaiser Trajan gehört, und könnte ein Verwandter gewesen sein. Dies wird unterstützt durch einen starken Hinweis auf Spanien auf einem Aureus, den er schlagen ließ, geformt in der Gestalt Hispanias, sich seitlich an ein Kaninchen anlehnend. Wenn er wirklich zur Familie Tranjans gehört hat, mag dies der Grund gewesen sein, warum Spanien sich nach seinem Tod wieder dem römischen Kaiser Claudius II. anschloss.

Marius (269)
Der Waffenschmied Marius stieg durch militärische Verdienste zum Offizier auf. Nach dem Tod von Postumus versuchte er mit Hilfe seiner Truppen die Macht über das Gallische Sonderreich zu erlangen, wurde jedoch nach kurzer Zeit ermordet.

Victorinus (269 – 271)
Victorinus, eigentlich Marcus Piavonius Victorinus war Kaiser des Imperium Galliarum, den abgefallenen Westprovinzen des Römischen Reichs, von 268 bis 271. Er folgte nach der kurzen Regentschaft von Marius. Victorinus stammte aus einer sehr reichen Familie, war Soldat unter Postumus, des ersten der so genannten gallischen Kaiser. Victorianus erhielt den Titel des “tribunus praetorianorum” (Tribun der Prätorianer) 266/267 und war damit Vizekonsul mit Postumus in 267. Nach dem Tod des Marius wurde Victorinus 269 durch die in Augusta Treverorum (Trier) stationierten Truppen zum Kaiser proklamiert und von den Legionen in Gallien und Britannien, nicht aber in Spanien anerkannt. Die spanischen Provinzen schlossen sich wieder dem Römischen Reich an. Während seiner Regierung verhinderte es Victorianus, dass sich die Stadt Augustodunum Haeduorum (Autun) ebenfalls dem Römischen Reich anschloss. Die Stadt wurde sieben Monate lange belagert, bevor sie erstürmt und geplündert wurde. Vicotrinus wurde Anfang 271 von Attitianus, einem seiner Offiziere, dessen Ehefrau Victorianus vermutlich verführt hatte, ermordet.

Domitianus (271) 
Domitianus ist ein nur undeutlich hervortretender römischer Beamter, der für eine kurze Zeit um das Jahr 271 Kaiser des abtrünnigen Imperium Galliarum (die Provinzen Galliens und Britanniens) war. Der Beweis für Domitianus’ Existenz und Regierung sind lediglich zwei Münzen, eine aus dem Loiretal um 1900, die als Fälschung angesehen wurde, bis in Oxfordshire im Jahr 2003 eine zweite in einem Topf mit etwa 5000 Münzen, unbestreitbar aus der Zeit von 250 bis 275, auftauchte. Man geht davon aus, dass Domitianus Herrschaft nicht viel mehr als ein paar Tage gedauert haben kann – gerade so viel, um eigene Münzen zu schlagen.

Tetricus I. (271 – 274)
Tetricus I., eigentlich Gajus Pius Esuvius Tetricus, war Kaiser des “gallischen Imperiums” (Imperium Galliarum) von 270 bis 274, dessen Thron er nach der Ermordung von Victorinus bestiegt. Tetricus, der gemeinsam mit seinem Sohn Tetricus II. regierte, war der letzte der gallischen Kaiser. Tetricus stammte aus einer adeligen Familie und hielt den Rang eines praeses provinciae Aquitaniae, als Victorinus starb. Victorinus Mutter Victoria bezahlte die Armee dafür, dass sie Tetricus zum Kaiser ausrief. In der Nähe von Burdigalia (Bordeaux) wurde er ernannt, in Gallien und Britannien auch anerkannt. Nach seiner Ernennung schlug Tetricus germanische Stämme zurück, die die Konfusion, die auf Victorinus Tod folgte zu einer Invasion nutzen wollten. Tetricus I. richtete seine Hauptstadt in Augusta Treverorum (Trier) ein und ernannte seinen Sohn zum Cäsar. Er machte nur einen Versuch, sein Imperium auszudehnen, und zwar bei Aquitanien, das sich während der Regierung von Claudius Gothicus dem Römischen Reich wieder angeschlossen hatte. Im Jahr 273 brach Aurelian, der Kaiser in Rom, auf, den Westen zurückzuerobern, nachdem er im Osten bereits erfolgreich gewesen war. Tetricus zog mit seiner Armee von Trier nach Süden, um auf Aurelian zu treffen, der auf Weg nach Nordgallien war. Die Entscheidungsschlacht fand in der Nähe von Châlons-sur-Marne statt, wo Tetricus und sein Sohn kapitulieren mussten. Schriftlichen Quellen zufolge verschonte Aurelian Tetricus und seinen Sohn, und verlieh Tetricus den Titel corrector Lucaniae. Tetricus starb später in Italien.

Tetricus II. (271 – 274)

Illyrische Kaiser

Claudius II., Gothicus (268 – 270)
Der nach seinem Tod als Gott verehrte Claudius II. Gothicus wurde wohl um das Jahr 215 in Illyrien geboren. Er hatte ein sehr bewegtes Leben und ging in die Geschichte als der berühmte Gotenbesieger ein. Durch das Mailänder Komplott der Befehlshaber des Gallienus kam Claudius II. Gothicus im Jahr 268 auf den Thron. Zuvor hatte er schon unter Valerian I. die gesamten Legionen des Balkanraumes angeführt, was auch die Rivalität zu Gallienus erklärt. Es wird vermutet, dass er selbst auch etwas mit dem Tod desselben zu tun hatte. Durch die Niederwerfung von Aureolus, seinen Sieg über die Alemannen am Gardasee und die Bildung eines Brückenkopfs bei Grenoble gegen das gallische Sonderreich hatte Claudius II. Gothicus erste militärische Erfolge erzielt. Nach einer nur kurzen kämpferischen Pause wurde er im Jahr 269 von einer gewaltigen Invasion der Goten zu seiner entscheidenden Schlacht aufgefordert. Mit horrenden Streitkräften drangen die Goten zu Wasser und zu Lande von Moesien nach Macedonien, um die Römer aus dem Donauraum zu vertreiben. Obgleich die Legionen des Claudius II. Gothicus zahlenmäßig denen der Goten weit unterlegen waren, besiegte er sie im mittleren Moravatal bei Naissus (heute: Nisch). Durch den glänzenden Sieg verdiente er sich den Ehrennamen Gothicus maximus. Er verstarb im Jahr 270 in der Stadt Sirmium mittelbar durch die Nachwehen der gotischen Invasion, durch die eine Pestepidemie eingeschleppt worden war. Von seinen Angehörigen sind nur seine beiden Brüder, Crispus und Quintillus bekannt.

Quintillus (270)
Quintillus war der jüngere Bruder des berühmten Gotenbezwingers Claudius II. Gothicus. Seine Regierungszeit währte wahrscheinlich nur ein paar Tage. Er wurde nach dem Tod seines Bruders im Jahr 270 n. Chr. zum Nachfolger proklamiert. Der Senat in Rom war jedoch nicht gewillt, ihn als solchen auch zu legitimieren. Quintillus konnte sich lediglich auf eine ausgepowerte desolate Armee stützen. Als sie die Nachricht aus Sirmium von der Ernennung Aurelians zum Kaiser erhielten, liefen viele Soldaten zu der starken Armee des Aurelian über. Quintillus beging einen Suizid.

Aurelian (270 – 275)
Aurelian, geboren in Sirmium als Sohn einfacher Eltern, durchlief eine militärische Karriere. Durch enorme Fähigkeit, Mut und Körperkraft wurde er schließlich einer der größten Generäle und genoss besonders hohes Ansehen als Kommandeur der Kavallerie. Einige Zeit nach dem Tod von Claudius II. Gothicus, welcher der Pest erlegen war, wurde Aurelian von seinen Truppen in Sirmium zum Kaiser ausgerufen. Nach dem Selbstmord von Quintillus, dem Bruder von Claudius II. Gothicus, war Aurelian der unumstrittene Herrscher des Reiches. Während seiner kurzen Regierungszeit von nur fünf Jahren stellte er das Römische Reich wieder in seinen früheren Ausmaßen her mit Ausnahme von Dakien, das im Jahre 271 endgültig aufgegeben wurde. Er besiegte das Palmyrenische Reich im Osten und das Gallisch-Römische Reich im Westen. Königin Zenobia von Palmyra und Tetricus wurden als Gefangene beim großen Triumphzug in Rom zur Schau gestellt. Zusätzlich zu seinen militärischen Erfolgen schenkte er der Innenpolitik große Aufmerksamkeit. Er begann den Bau der großen Stadtmauer um Rom, der unter Probus beendet wurde. Während des Vormarsches zum Angriff auf Persien im Sommer 275 wurde Aurelian im Alter von 67 Jahren Opfer einer Verschwörung von einigen seiner Offiziere.

Zenobia (270 – 272) 
Zenobia war die Herrscherin von Palmyra von 267-272 n. Chr. Zweite Gemahlin des Septimius Odenathus, Exarchen von Palmyra. Nach dessen Ermordung (267) übernahm sie die Vormundschaft über ihren minderjährigen Sohn Vaballathus und regierte als erste arabische Frau im römischen Teilgebiet (Provinz Syrien). Die Krise im römischen Reich wurde von Zenobia geschickt ausgenützt um das Einflussgebiet Palmyras bis auf Ägypten und Arabien auszudehnen. Schließlich proklamierte sie die Selbständigkeit des palmyrenischen Reiches (271) von Rom, mit Augusta-Titel und Münzprägungen. Der neue Kaiser Aurelian, schließlich zum Eingreifen veranlasst, besiegte das Palmyra-Reich im Jahre 272.

Felicissimus (271) 
Felicissimus (Der Glücklichste) war Anführer einer Revolte in Rom gegen Kaiser Aurelian. Ursprünglich war er kaiserlicher Finanzminister. Im Zuge der aurelianischen Korruptionsbekämpfung wurde jedoch aufgedeckt, dass er gezielt Münzen fälschen liess. Daraufhin zettelte er mit Hilfe der Münzpräger eine Revolte mitten in der Hauptstadt an, auf die Aurelian mit der Entsendung starker Truppen in die Stadt reagierte. Es gab heftige Kämpfe, und das Militär ging nur mit Mühe aus ihnen als Sieger hervor. Es kam zu tausenden Toten und auch in der römischen Oberschicht zogen die Ereignisse ihre Kreise, als Aurelian mehrere Senatoren hinrichten liess, die den Aufstand vermutlich unterstützt hatten.

Septimius (271) 
Septimius (oder Septiminus) wurde um 271 in Dalmatien zum Römischen Kaiser proklamiert. Seine Revolte verlief rasch im Sande und er wurde von seinen eigenen Truppen getötet.

Tacitus (275 – 276)
Marcus Claudius Tacitus (* ca. 200, † 276) war von 275 bis 276 römischer Kaiser. Entgegen der damals von ihm selbst in Umlauf gebrachten Gerüchte war er in keiner Weise verwandt mit dem berühmten römischen Schriftsteller Tacitus, wenngleich er die Verbreitung dessen Werke unterstützte. Tacitus wurde um 200 in einer der Donauprovinzen (Noricum, Pannonia und Raetien) als Sohn einfacher Eltern geboren. Von seinen Verwandten ist lediglich sein Nachfolger und Bruder Florianus überliefert. Über seine Karriere ist nur das Konsulsamt bekannt, das er 273 bekleidete. Nach der Ermordung des Aurelian gab es zunächst ein mit sechs Monaten sehr langes Interregnum, während dem die Soldaten über den neuen Kaiser berieten, da Aurelian keinen Nachfolger hinterlassen hatte. Schlussendlich beschlossen sie, mit Tacitus einen ihrer ehemaligen Generäle, der nach seiner Militärlaufbahn Mitglied des Senats geworden war, zum neuen Kaiser zu bestimmen. Der Senat stimmte dem Vorschlag der Soldaten zu. Beim Zeitpunkt seiner Ernennung soll Tacitus bereits das für damalige Verhältnisse äußerst hohe Alter von 75 Jahren erreicht haben – wobei diese Zahl nicht genau gesichert werden kann – und nach der Überlieferung ein Vermögen von rund 280 Millionen Sesterzen besessen haben. Aufgrund der hohen Inflation dieser Tage muss diese Zahl jedoch relativ gesehen werden. Als erster Soldatenkaiser seit langem hegte Tacitus die Hoffnung, eine neue Dynastie zu gründen und ernannte darum seinen Bruder Florianus zum Prätorianerpräfekten. Nur kurz nach seiner Inthronisierung kam es wieder zu Grenzkämpfen, als germanische Stämme den Rhein überquerten und überall Verwüstungen und Chaos hinterließen. Gleichzeitig drangen Goten von nördlich des Schwarzen Meeres, die behaupteten, noch von Aurelian gegen die Perser angefordert worden zu sein, über den Kaukasus nach Kleinasien ein. Als Reaktion spaltete sich das Brüdergespann auf: Florianus bekämpfte die Germanen, während Tacitus sich um die einfallenden Goten kümmerte – beide waren erfolgreich. Tacitus war gerade sechs Monate im Amt und hatte eben die Goten geschlagen, als er plötzlich und unerwartet starb.

Florianus (276)
Nach dem Tod von Tacitus übernahm sein jüngerer Bruder Florian das Kommando. Er erhielt auch die Anerkennung des Senats, wodurch die kaiserlichen Würden auf ihn übergingen. Die Legionen in Syrien unter Probus verweigerten Florian jedoch den Gehorsam. Die beiden rivalisierenden Heerführer zogen gegeneinander. Bevor es jedoch zur Schlacht kam, wurde Florian Opfer meuternder Offiziere nach einer Regierungszeit von nur gut zwei Monaten.

Probus (276 – 282)
Probus wurde im Jahre 232 in Simium geboren, wurde Berufssoldat und rasch befördert bis er unter Aurelian einer der führenden Generäle des Reiches wurde. Kurz nach dem Tod von Tacitus wurde er von seinen Truppen zum Kaiser ausgerufen. Nach der Ermordung von Florian war Probus der unbestrittene Herrscher des Reiches. Seine Regierung war nicht nur bemerkenswert aufgrund seiner militärischen Erfolge, sondern auch wegen seiner Bemühungen, die wirtschaftliche Lage des Reiches zu verbessern. Er führte in verschiedenen westlichen Provinzen den Weinbau ein und erreichte sein Ziel, Macht und Ansehen des Römischen Reiches wieder herzustellen. Trotz allem wurde er im Herbst des Jahres 282 in Sirmium von meuternden Offizieren ermordet, die über ihre Beschäftigung mit zivilen statt militärischen Aufgaben verärgert waren.

Bonosus (280) 
Bonosus war von britischer Abstammung. Zur Zeit Aurelians war er Legionsführer und später in Germanien als Truppenkommandant eingesetzt. Er ließ sich vermutlich in Köln zum (“Rebellen”)-Kaiser proklamieren, um mit den Germanen illegal einen Frieden zu schließen, da er sie kriegerisch nicht bekämpfen konnte. Zusammen mit Proculus, einem gallischen Heerführer, versuchte er gegen Probus vorzugehen, wurde aber von diesem besiegt.

Saturninus (280) 
Saturninus war General unter Kaiser Probus. Er war nicht gerade erfolgreich in Ägypten tätig, ließ sich aber, obgleich er als Freund des Probus galt, in Alexandria von seinen Legionen überzeugen, die Kaiserwürde anzunehmen. Wenig später wurde er von Probustreuen

ermordet.

Proculus (280) 
Proculus leitete seine Herkunft von den Franken ab. Er war ein Adliger, der in Albingaunum lebte, aber seine Ahnen waren Briganten und so die Quelle seines Reichtums. Er war verheiratet mit Samso und hatte mindestens einen Sohn, Herennianus. Proculus war ein erfahrener Soldat, und als die Bevölkerung von Lugdunum ihn aus Angst vor dem Kaiser Probus fragte, ob er bereit sei, Kaiser zu werden, akzeptierte er. Nachdem er das Amt übernommen hatte, war er in der Lage, 2000 eigene Sklaven zu bewaffnen. Bei seiner Rückkehr aus Syrien zwang Probus ihn zum Rückzug nach Norden, und nachdem es ihm nicht gelungen war, bei den Franken Unterstützung zu finden, wurde er verraten und an Probus ausgeliefert, der ihn im Jahr 281 töten ließ.

karinische Dynastie

Carus (282 – 283)
Dem Prätorianer-Präfekten Carus gelang es, die Intriganten des Kaiser-Mordes an Probus aufzudecken, der im Jahr 282 von meuternden Offizieren ermordet wurde. “Zum Dank” wurde ihm vom Senat die Kaiserwürde zuerkannt. Er war ein Mann, der auch schon als Konsul hohes Ansehen im Volk errungen hatte. Selbst die Armee war mit der “Danksagung” des Senats zufrieden. In Anbetracht seines fortgeschrittenen Alters, Carus war bereits 52 Jahre alt, und um seine Nachfolge zu sichern, ernannte er seine beiden Söhne, Carinus und Numerian, zu Cäsaren. Heftige Bewegungen persischer Truppen zwangen den neuen Kaiser, noch im selben Jahr gegen die Feinde anzutreten. Er konnte jedoch keinen Sieg erringen und erkrankte. Im Jahr 283 wurde die Stadt Ctesiphon schwer belagert. Im Lager brach aufgrund eines Blitzeinschlags Feuer aus, wodurch Carus ums Leben kam.

Carinus (283 – 285)
Carinus war der ältere Sohn von Kaiser Carus und der Bruder von Numerian. Er wurde im Jahr 249 geboren und – wie sein Bruder auch – von seinem Vater zum Cäsaren ernannt. Während Numerian den Vater auf Feldzügen gegen die Perser begleitete, verweilte Carinus in Rom und kümmerte sich um die Westprovinzen. Nach dem Tod seines Vaters 283 wurde Carinus zusammen mit Numerian zum Kaiser ernannt. Er konnte einige nördliche und westliche Angriffe gegen die Westprovinzen abwehren. Im Jahr 285 musste er gegen den ehemaligen Statthalter von Venetien, Julian I., antreten, der sich nach dem Tod seines Bruders Numerian selbst zum Kaiser ernannt hatte. Bei Verona konnte Carinus Julian I. besiegen. Neue Schwierigkeiten bereiteten ihm die Legionen, die Diokles, den ehemaligen Leibgardisten von Numerian, zum Kaiser proklamiert hatten. Carinus gelang es auch diesen zu besiegen, Diocles jedoch ließ er am Leben. Im Gegensatz zu seinem Bruder, der sein Amt sehr besonnen und gewissenhaft ausübte, galt Carinus als unbeherrscht, willkürlich und grausam. Es heißt, er hatte einige Ehefrauen, unter ihnen eine mit Namen Magnia Urbica. Sein ausgeprägter Drang zu sexuellen Handlungen bescherte ihm auch letztlich den Tod. Er wurde von einem Wachoffizier umgebracht, nachdem er dessen Frau vergewaltigt hatte.

Numerian (283 -284)
Dem jüngeren Sohn von Kaiser Carus wurde zeitgleich mit der Ernennung seines Vaters zum Kaiser die Cäsarenwürde verliehen. Damit wollte sein Vater, der bereits 52 Jahre alt war, seine Nachfolge sichern. Auch der ältere Bruder von Numerian, Carinus, wurde zum Cäsaren proklamiert. Numerian war ein sehr intelligenter Mann, der sein Amt immer mit Bedacht auf Recht und Gesetz ausübte. Er setzte sich für die Minderheiten ein und übersah auch nicht unterprivilegierte Menschen. Er begleitete seinen Vater Carus auf dem Feldzug gegen die Perser. Carinus verblieb derweil in Rom, um die Westprovinzen zu bewachen. Nach dem Tod seines Vaters im Jahr 283 wurden sowohl Numerian als auch Carinus von den Truppen zu Kaisern ernannt. Numerian brach daraufhin den Feldzug gegen die Perser ab und erkrankte auf dem Rückzug in die Donaugegend. Seine Soldaten fanden ihn eines Morgens tot auf. Jedoch wird vermutet, dass er nicht eines natürlichen Todes gestorben war, denn sein Körper zeigte eindeutige Anzeichen von Fremdeinwirkung. Der Prätorianer-Präfekt Arrius Aper gilt als sein Mörder. Arrius Aper wurde sofort von Diokles dem Leibgardisten Numerians, der später zum Kaiser Diocletian werden sollte, zum Tode verurteilt.

Britische Sonderreich

Carausius (287 – 293) 
Einer der Rebellen, die während der Tetrarchie versuchten die “Herrschaft der Vier” zu brechen, war Carausius. Er wurde im belgischen Bereich Galliens geboren und hatte eine sehr erfolgreiche Karriere als Flottenchef zur See unter Kaiser Maximianus. Dieser sandte ihn mit dem Auftrag nach England, die Küste, den Kanal und die Nordsee von Piraten frei zu halten. Carausius war dabei so erfolgreich, dass er sich dazu entschloss, auf eigene Rechnung zu agieren. Maximianus fühlte sich betrogen und ließ Carausius zum Tode verurteilen. Carausius konnte der Ausführung des Urteils entkommen und segelte mit der Flotte des Kaisers zurück nach England. Nachdem er die Insel besetzt hatte, zog er weiter nach Frankreich. Im Jahr 287 ließ er sich zum Kaiser proklamieren und residierte fortan in Boulogne und London. Einige Jahre gelang es ihm, jegliche Versuche abzuwehren, die besetzten Gebiete wieder zu befreien. Als im Jahr 292 Constantius I. und Galerius von Maximianus und Diocletian zu Cäsaren ernannt wurden, war die “Schonzeit” des Carausius vorbei. Boulogne konnte zurück erobert werden. Carausius selbst wurde im Jahr 293 Opfer eines Anschlags aus den eigenen Reihen – sein Gardechef Allectus brachte ihn um. Carausius galt als habgieriger und willkürlicher Herrscher, dem jedes Mittel recht war, seine Ziele durchzusetzen.

Allectus (293 – 296) 
Allectus gelangte an den Thron, nachdem er sich von Kaiser Carausius im Jahr 293 entledigt hatte. Er war ein Vertrauter und ehemaliger Gardeführer seines Vorgängers gewesen; somit war es ihm ein leichtes, die Mordtat zu begehen. Es gelang ihm letztlich noch drei Jahre das britannische Sonderreich zu verteidigen. Erst eine Invasion, angeführt von Constantius I., verleibte die britische Provinz wieder in das römische Imperium ein. Dabei gelang es einer Einheit der Flotte des Constantius auf der Insel zu landen und Allectus in einer Schlacht zu stellen. Asclepiodotus, der die Einheit anführte, besiegte Allectus, der dabei den Tod fand.

Tetrarchie

Diocletian (284 – 305)
Diocletian wurde unter dem Namen Diokles um vermutlich 246 in Dalmatien geboren. Über seine erste Lebenshälfte ist kaum etwas bekannt. Unter Aurelian, Probus und Carus sammelte er seine militärischen Erfahrungen und diente sich vom einfachen Soldaten bis zum Legionsführer hoch. Nach der Ermordung von Numerian sorgte Diocletian für die Hinrichtung des Mörders und wurde sofort von seinen Truppen zum “Augustus” ernannt. Der legale Kaiser Carinus, der ältere Bruder von Numerian, eilte herbei, um gegen Diocletian als vermeintlich gegnerischen Rivalen vorzugehen, wurde jedoch von seinen eigenen Leuten ermordet. Damit fiel Diocletian im Sommer 285 die Alleinherrschaft über das Reich zu. Bald sah er, dass er von seinem Residenzsitz im Osten des Reiches (Nicomedia in Bithynien) das Reich nicht unter Kontrolle behalten konnte. Deshalb erhob er noch im Jahre 285 seinen alten Kriegskameraden Maximianus zum Caesar, im Jahre 286 zum Mitregenten. Dabei behielt er sich vor, der Hauptkaiser zu sein. Beide ließen sich gottähnlich verehren, Diocletian mit dem Beinamen “Jovius”, der Jupitergleiche, Maximianus als “Herculius”, der Herculesgleiche. Die Jahre 286 bis 292 waren geprägt durch strapaziöse Abwehrkämpfe. Diocletian entschloss sich im Jahre 293, zwei Caesaren zu ernennen: Der Beginn der sogenannten “Tetrarchie”. Im Westen wurde Maximianus zukünftig durch Constantius I., im Osten Diocletian von Galerius unterstützt. Es konnten Erfolge gegen die Perser, Alemannen, die Ausdehnung des Reiches über den Tigris und die Sicherung der Limesanlagen erreicht werden. Innenpolitisch wurden ziemlich radikal und einschneidend Reformen durchgeführt. Diocletian erfand das System der totalen “Planwirtschaft”, das geprägt war durch “Zucht und Ordnung”, durch bedingungslosen Gehorsam dem jeweils Vorgesetzten bis hin zum Kaiser. Er, der sogenannte letzte große Heidenkaiser, hoffte auch, auf diesem Wege dem ihm höchst verdächtigen Christentum Einhalt gebieten zu können. Der ehrgeizige Galerius dagegen ging gegen die Christen auf brutalste Art vor. Der Einfluss von Diocletian schwand, im Jahre 304 erkrankte er schwer und er beschloss im Jahre 305 zusammen mit Maximianus vom Kaiseramt zurückzutreten.

Maximianus (286 – 310)
Der um 250 in Illyrien geborene Maximianus war ein alter Kriegskamerad von Diocletian, der ihn im Jahre 285 zum Caesar und im Jahre 286 aufgrund seiner militärischen Erfolge zum Mitkaiser berief. Während Diocletian für den Osten des Reiches zuständig war, residierte Maximianus in Mailand und verwaltete die westlichen Gebiete einschließlich Afrika. Im Jahre 293 machte er Constantius I. als Unterstützung zum Mitregenten und Adoptivkaiser. Gleichzeitig berief Diocletian als Unterstützung für den Osten Galerius zum Mitregenten und Adoptivkaiser: Die sogenannte Tetrarchie war geboren. Sowohl Diocletian als auch Maximianus sahen eine Gefahr in der Verbreitung der Christen, die sich weigerten die Kaiser als göttergleich zu verehren – Maximianus führte den Beinamen “Herculius”, der Herculesgleiche. Maximianus gehörte zu den härtesten Verfolgern der Christen. Im Gegensatz zu Diocletian suchte Maximianus seine Ziele mit brutaler Gewalt durchzusetzen. Aber auch er konnte die Verbreitung des Christentums nicht aufhalten. Im Jahre 305 trat er zusammen mit Diocletian vom Kaiseramt zurück und überließ den beiden Nachfolgern Galerius und Constantius die Regierung. Sein politischer Ehrgeiz war allerdings ungebrochen und so unterstützte er seinen Sohn Maxentius im Jahre 306 bei dessen blutigem Einmarsch in Rom, wo Maxentius vom Senat den Titel eines Caesar erzwang, sich anschließend selbst zum Kaiser und seinen Vater zum Mitkaiser ernannte. Galerius versuchte den “illegalen” Kaiser zu stürzen. Während dessen verheiratete Maximianus seine Tochter Fausta mit Constantin I., dem unehelichen Sohn von Constantius I., um dort Unterstützung zu erlangen. Im Jahre 307 zerstritt sich Maximianus mit seinem Sohn Maxentius und fand bei seinem Schwiegersohn Constantin I. Unterschlupf. In all diesem Wirrwarr trat Maximianus offiziell im Jahre 308 ein zweites Mal vom Kaiseramt zurück. Im Jahre 310 ließ er sich zum dritten Mal zum Kaiser ausrufen, um nun gegen seinen Schwiegersohn Constantin I. vorzugehen, der schließlich die Geduld mit dem halsstarrigen Altkaiser verlor und Maximianus endgültig beseitigen ließ.

Constantius I. Chlorus (305 – 306)
Dieser “Vorzeigekaiser” wurde gegen 250 im nördlichen Donauraum geboren. Den Beinamen Chlorus brachte ihm wohl seine bleiche Gesichtsfarbe ein, die jeder Sonnenbestrahlung trotzte. Seine Karriere startete er als Prätorianer-Gardist unter Aurelian und Probus. Im Jahr 282 ernannte ihn Carus zum Statthalter von Dalmatien. Maximianus war von Constantius so begeistert, dass er ihn adoptierte. Im Jahr 293 wurde er zusammen mit Galerius von Maximianus und Diocletian zum Cäsaren ernannt. Constantius I. wurde mit der Verwaltung Spaniens, Galliens und Britanniens beauftragt. Zu seinen großen Erfolgen zählte die Bezwingung von Allectus, der als Nachfolger von Carausius das britannischen Sonderreich bislang erfolgreich verteidigt hatte. Die Insel zählte nach Constantius I. Sieg über Allectus wieder zum römischen Imperium. Nach weiteren Siegen über die Alemannen und Helveter kehrte Constantius I. nach Rom zurück. Als Maximianus und Diocletianus ihren Titel im Jahr 305 aufgaben, rückten Constantius I. und Galerius als Herrscher nach. Sie wiederum ernannten Maximinus II. und Severus II. zu ihren Cäsaren und bildeten somit die zweite Tetrarchie. Im Jahr 306 verstarbt Constantius I. an einer Herzschwäche. Constantius I. war gleichermaßen im Volk als auch bei Hof beliebt. Er galt als ausgesprochen intelligent und souverän. Durch seine bescheidene, maßvolle und vor allen Dingen gerechte Art wäre er der ideale Alleinherrscher gewesen. Im Gegensatz zu dem grauenvollen Maximianus hegte er keinen Groll gegen die Christen, sondern unterstützte sogar als “Nichtchrist” die Verfolgten. Als alleiniger Kaiser wäre es ihm bestimmt gelungen, die Teilungstendenzen durch die Tetrarchie zu verhindern. Aus seinen Verbindungen mit zwei Frauen gehen etliche Kinder hervor, von denen viele spätere Kaiser waren – erwähnenswert ist hier insbesondere Constantin I..

Galerius (305 – 311)
Galerius stammte aus einfachen Verhältnissen und wurde in Serdica geboren. Er galt als primitiv und machtbesessen und verbreitete bei seinen Vorhaben Angst und Schrecken. Galerius war vorerst Gardeoffizier und wurde dann von Maximianus und Diocletian zusammen mit Constantius I. im Jahr 293 zum Cäsaren ernannt. Er ehelichte die einzige Tochter von Diocletian, Valeria. Was Diocletian aber dazu bewog, ihn mit dem Beinamen “der Jupitergleiche” (Iovius) zu versehen, bleibt rätselhaft. Er verwaltete Thracien und Illyrien. Im Jahr 305 rückte er zusammen mit Constantius I. als Kaiser nach. Durch Intrigen versuchte er seinen Mitregenten loszuwerden, was ihm jedoch (glücklicherweise) nicht gelang. Als er 311 an Lepra qualvoll verstarb, sahen viele darin eine “gerechte” Strafe für seine grauenhafte Vorgehensweise gegen die Christen. Galerius war einer der Hauptverfechter der Christenverfolgung.

Flavius Severus II.(306 – 307)
Frühe Lebensdaten dieses Mannes sind nicht bekannt. Im Jahr 305 wurde Severus II. von Constantius I. und Galerius zusammen mit Maximinus II. zum Cäsaren ernannt. Nach dem Tod des Constantius I. im Jahr 306 wurde Severus II. sogar Seniorkaiser. Er verwaltete Italien, Mauretanien und Pannonien. Auf Befehl von Galerius rückte Severus II. mit einer gewaltigen Armee nach Rom an, um Maxentius, den Sohn des Maximianus, zu bekämpfen, der sich zum Kaiser ernennen lassen wollte. Severus II. wurde gefangengenommen und 307 n.Chr. ermordet.

Maximinus Daia (309 – 313)
Maximinus II. war ein Neffe von Galerius und wurde von diesem im Jahr 305 zum Cäsaren ernannt. Mit ihm endet die Vierer-Herrschaft, denn die Tetrarchie konnte sich nicht länger als Herrschaftsform durchsetzten. Er teilte sich ab 309 zusammen mit Licinius I. den Kaisertitel. Nach dem Tod seines Onkels versuchte Maximinus 311 die Macht an sich zu reißen. Licinius I. konnte so ein Vorgehen nicht gut heißen und ging gegen seinen Widersacher vor. Die Armeen von Maximinus II. wurden 313 besiegt, er selbst floh und setzte wohl seinem Leben selbst ein Ende, nachdem er von einer qualvollen Krankheit befallen wurde. Maximinus II. war ein machtbesessener und grausamer Mensch, der Spaß an den Vernichtungsfeldzügen gegen die Christen hatte. Er war als Kaiser völlig ungeeignet und erzielte keine militärischen Erfolge.

Licinius (308 – 324)
Licinius I. wurde im Jahr 263 in Dakien geboren. Der frühe Werdegang des späteren Gegenspielers des Constantin I. ist nicht bekannt. Jedenfalls ernannte man ihn nach dem Kaiser-Kongreß in Carnuntum im Jahr 308 zum Augustus. Fortan verwaltete er Räthien und Pannonien. Als im Jahr 311 Kaiser Galerius starb, blieben in der Tetrarchie nur Constantin I., Maximinus II. und Licinius I. selbst als Nachfolger übrig. Maximinus II. versuchte sofort, die Macht von Osten her an sich zu reißen. Licinius I. besiegte ihn jedoch in Jahr 313 vernichtend, womit der Tetrarchie ein Ende gesetzt wurde. Inzwischen war das Ansehen von Constantin I. im Westen immens gestiegen, hatte er doch 312 den vom Volk verhassten Maxentius geschlagen. Licinius I. versuchte zunächst, sich Constantin I. friedlich zu nähern. Das gelang, er ehelichte im Jahr 313 Constantins Halb-Schwester Constantia. Die beiden verschwägerten Kaiser regierten das Reich vorerst in Eintracht, wobei Constantin I. im Westen und Licinius I. im Osten herrschte. Aber bereits im Jahr 316 kam es zu einer ersten Konfrontation, die militärisch ausgetragen wurde. Ein Grund dafür war wohl eine Nichteinigung in der kaiserlichen Nachfolgerfrage. Licinius I. sah sich gezwungen, nach Thrakien “auszuweichen”, obwohl er letztlich als “Sieger” das Heer von Constantin I. verlustreich aufhalten konnte. Darauf folgten zahlreiche Auseinandersetzungen, wobei der Balkan Austragungsort wurde. Licinius I. strapazierte die Nerven von Constantin I. reichlich, denn er setzte seinen Heerführer Valens provokativ zum Hilfskaiser ein. Vielleicht ist es seinem Übermut zuzuschreiben, dass er danach einen entscheidenden Fehler begann: Er gewährte Constantin I. die Übernahme des strategisch äußerst wichtigen Byzanz, da er sich selbst nach Montenegro zurückgezogen hatte. Im Jahr 317 wurde in Serdica ein Friede geschlossen. Licinius I. musste bis auf Thrakien auf alle Gebiete im Osten verzichten, und auch in der Nachfolgerfrage setzte sich Constantin I. durch. Crispus und Constantin II., die Söhne des Constantin I., und Licinius II., Sohn von Licinius I., wurden zu Cäsaren ernannt. Im Friedensschluss wurde auch festgelegt, dass jeder der beiden Kaiser in seinem Gebiet die alleinige gesetzgeberische Staatshoheit innehatte, was faktisch zu zwei Rechten führte. Der Friede wurde damit zwangsläufig endlich. Als im Jahr 322 die Sarmathen in Pannonien und die Goten in Thrakien einfielen, wehrte Constantin I. die Angriffe ab. Er war damit allerdings in das Staatsgebiet von Licinius I. eingedrungen (Thrakien), was der wiederum 324 zum Anlass nahm, seinem Schwager abermals den Krieg zu erklären. In der entscheidenden Schlacht am 18. September bei Chrysopolis konnte Constantin I. das Heer Licinius I. vernichtend schlagen. Er wurde zusammen mit seinem Sohn Licinius II. nach Thessalonika verbannt. Ein Jahr später ermordeten ihn Gardisten von Constantin. Licinius I. galt als geschickter Pragmatiker und kluger Kopf.

Maxentius (306 – 312)
Dieser Mann hat es letztlich nie überwinden können, nicht als großer Kaiser in die Tetrarchie aufgenommen worden zu sein, denn Galerius hatte nicht ihn, sondern Severus II. als Nachfolger ernannt. Verärgert marschierte Maxentius in Rom ein. Die Stadt konnte leicht eingenommen werden; war sie doch seit einiger Zeit etwas vernachlässigt worden – die großen Residenzstädte der Tetrarchie waren nämlich Mailand und Nicomedia. Die Bürger und auch der Senat glaubten Maxentius, der ihnen versprach, dass Rom wieder Zentralgewalt werden würde. Sie legitimierten ihn zum alleinigen Kaiser. Doch Maxentius regierte als Tyrann, er ging sehr brutal bei der Steuereintreibung vor und befahl etliche Enteignungen. Mit dem Gewinn besoldete er großzügig seine Prätorianer-Garde, die aus diesem Grund zu ihm hielt. Seinen Vater, Maximianus, ließ er zu seinem Mitregenten ausrufen. Er gelang ihm, einige militärische Erfolge zu erzielen, er ging dabei jedoch mit solcher Rigorosität und Gewalt vor, dass selbst sein Vater sich von ihm abwand. Im Jahr 308 erklärte man Maxentius zum Staatsfeind. Niemand getraute sich jedoch, “die Stadt vom Tyrannen zu befreien”. Zwei Jahre später erreichte Maxentius die Nachricht, dass sein Vater von Anhängern Constantins in Marseille ermordet worden war. Maxentius, von der Vaterliebe wieder heimgesucht, reagierte, indem er die Stadt zur Festung machte. Nachdem auch sein Rivale Galerius im Jahr 311 gestorben war, konzentrierten sich Maxentius Hass und Rachsucht ganz auf Constantin I., der mit Maxentius Schwester Fausta verheiratet war. Sicherlich spielte bei der Hetze gegen seinen Schwager auch die Religion eine Rolle, denn Maxentius war ein Anhänger der alten Götter Roms und ein unerbittlicher Christenverfolger, während Constantin I. den Christen gegenüber freundlich gestimmt war. Im Jahr 312 kam es bei der Schlacht an der Milvischen Brücke zu einer Gegenüberstellung der beiden Feinde – 170.000 Fußsoldaten und 20.000 Reiter auf Seiten Maxentius trafen auf 90.000 Infanteristen und 8.000 Reiter unter der Führung Constantins I. Trotz deutlicher Überlegenheit schlugen sich die Soldaten von Maxentius nur sehr schlecht. Maxentius selbst stürzte von der brechenden Brücke in den Tiber und ertrank. Seine Garde flüchtete. So zog Constantin I. als Sieger vielumjubelt in Rom ein, – die Constantin-Dynastie hatte begonnen.

Valens (314)
Valens war der Oberkommandierende des kaiserlichen Heeres unter der Führung von Licinius I.. Er wurde von diesem im Jahr 314 nach der Schlacht bei Cibalis zum Mitregenten ernannt; eine klare Provokation in Richtung Constantin I. Constantin I. war brüskiert und verlangte Valens’ Abdankung. Nach dem Frieden bei Serdica 317 n. Chr. setzte sich Constantin I. durch. Valens wurde nicht nur der Titel entzogen, denn Licinius I. ließ seinen getreuen Gefolgsmann zudem noch hinrichten.

Martinian (324) 
Martinian war ein Kommandant bei Byzanz, der unter der Führung des Licinius I. diente. Als Constantin I. die thrakischen Besitzungen räumte, wurde Martinian von Licinius I. zum Augustus ernannt. Das konnte jedoch Constantin I. nicht aufhalten, er überquerte den Bosporus im Norden und setzte seinen Vormarsch fort. In der Schlacht bei Chrysopolis schlug er Licinius I. vernichtend. Die Armeen wurden aufgelöst und die eingeschlossenen Städte kapitulierten. Nach einem Senatsurteil, das Constantin I. herbeigeführt hatte, wurde Martinian hingerichtet.

Konstantinische Dynastie

Konstantin I., der Große (306 – 337)
Constantin wurde im Jahr 274 in Naissus geboren. Seine Mutter, Helena , war eine sehr schöne Schankwirtin, die mit Constantius I., damals noch Orts-Kommandeur, ein Verhältnis hatte. Als dieser unter Maximianus Caesar wurde, verließ er seine Gefährtin, um auf Wunsch des Seniorenkaisers dessen Tochter Theodora zu heiraten. Wenig später verließ auch Constantin das Haus des Vaters und genoss in der Residenz des Diocletian in Nicomedia eine sehr gute Erziehung. Constantin geriet in die Machspiele der Tetrarchie, entfernte sich um 305 heimlich aus Nicomedia und machte sich auf dem Weg zu seinem Vater, der gerade in Britannien weilte. Nach dem Tod seines Vaters im Jahr 306 riefen die Legionen Constantin zum Augustus aus. Galerius, ein Gegenspieler des Constantin, setzte aber 308 auf dem Kaiser-Kongress durch, dass Constantin lediglich den Titel “Filius Augustus” bekam. Constantin kümmerte sich jedoch wenig um Galerius, sicherte sich die Westprovinzen und überließ Galerius seinem Verbündeten Maximianus und dessen Sohn Maxentius. Schließlich versuchte Constantin seine alleinige Macht zu sichern. So kam es im Jahr 312 zur finalen Auseinandersetzung zwischen Constantin und Maxentius (Maximianus war bereits verstorben) an der Milvischen Brücke. Kurz vorher soll Constantin das Zeichen des Kreuzes erschienen sein, woraufhin er den Angriff gegen Maxentius anordnete. Sein Ausdruck “In Hoc Signo Vinces” ist bis heute das Symbol des Beginns eines neues Weltzeitalters für die Christenheit. Maxentius wurde geschlagen und Constantin zog als Sieger in Rom ein. Ein neuer Krisenherd im Reich brodelte: der Machthaber im Osten, Licinius I. Obwohl mit Constantin durch die Heirat mit seiner Halbschwester Constantia verbunden, gerieten die beiden als Rivalen aneinander. Damit begann auch der Machtkampf zwischen einem christlich-progressiven Kaiser (Constantin) und einem eher heidnisch-konservativen Kaiser (Licinius I.), dessen Ausgang das gesamte Abendland und dessen weitere Entwicklung prägen sollte. Die Auseinandersetzung endete 324 mit dem Sieg des Strategen Constantin. Nun begann eine Zeit des Friedens, in der sehr viel Aufbauarbeit für das Reich geleistet wurde. Auch eine geistige Auseinandersetzung mit dem Christentum, das innerlich zerstritten und in seinen Lehren nicht gefestigt war, wurde vorangetrieben. Constantin trug dazu bei, dass die streitenden Bischöfe im Jahr 325 auf dem Konzil von Nicaea wieder zusammenkamen und dort die gesamte Liturgie des Osterfestes verabschiedeten. Nach seinem sehr erfolgreichen Feldzug gegen die Goten und Sarmaten im Jahr 332 begann Constantin sein Reich unter seinen Söhnen und Neffen aufzuteilen. Im Jahr 337 erkrankte er überraschend und verstarb. Constantin hatte sich noch kurz vor seinem Tod taufen lassen.

Konstantin II. (337 – 340)
Konstantin II. wurde als Sohn von Konstantin I. und seiner zweiten Ehefrau Fausta zwischen 314 und 316 in Arles geboren. Durch die dynastischen Bestrebungen seines Vaters wurde Konstantin II. zusammen mit seinem Halbbruder Crispus und Licinius II., dem Sohn des Licinius I., im Jahr 317 zum Caesar ernannt. Im Alter von 18 Jahren nahm er sehr erfolgreich im Kampf gegen die Goten teil. Er errang nicht nur den Sieg über sie, sondern erwirkte zudem den Abschluss eines Vertrages, in dem die Goten zusicherten, die Donaugrenze zu schützen und außerdem noch Hilfstruppen zur Verfügung zu stellen. Konstantin erkannte in seinem Sohn mehr und mehr seinen Nachfolger. Er wurde von seinem Vater bei der Gebietsverteilung im Jahr 335 sehr großzügig bedacht und bekam Gallien, Spanien und Britannien. Zudem wurde er als direkter Verwaltungsnachfolger der Gebiete seines Vaters, Mauretanien und Teile Afrikas, vorgesehen. Als Konstantin im Jahr 337 starb, wurde Konstantin II. sofort vom Senat und den Truppen zum Augustus legitimiert. Nachdem Delmatius und Hanniballian umgebracht worden waren, kam es zu einer neuen Gebietsaufteilung. Konstantin II. zeigte sich dabei sehr uneinsichtig; er wollte Thracien und Constantinopel dazubekommen, war dafür aber nicht bereit, auf Teile Afrikas zu verzichten. Damit beschwor er einen Streit mit seinen Brüdern hervor, wobei Konstans sein Hauptgegner war. Die Zwietracht gipfelte in einem Krieg im Jahr 340. Konstantin II. geriet mit seinem Truppen in einen Hinterhalt bei Aquileia, was zum Sieg des Konstans über seinen Bruder führte. Konstantin II. geriet schwer verletzt in Gefangenschaft und wurde kurze Zeit später, vermutlich von Soldaten, umgebracht. Er war ein äußerst gerechter Herrscher und sowohl beim Senat als auch beim Volk sehr beliebt, was dazu führte, dass sein geborgener Leichnam mit allen kaiserlichen Ehren in Konstantinopel beigesetzt wurde.

Konstans (337 – 350)
Konstans wurde als jüngster Sohn von Konstantin I. und Fausta im Jahr 320 geboren. Bereits 13 Jahre später wurde Konstans zum Caesar ernannt. Er erhielt die Verwaltung der Gebiete Italiens, Illyriens und Afrikas. Als sein Vater im Jahr 337 starb, folgte er ihm als Augustus zusammen mit seinen Brüdern. Nach dem Tod von Delmatius und Hanniballian sollte eine neue Gebietsaufteilung erfolgen, worüber Konstans mit seinem Bruder Konstantin II. in einen heftigen Streit geriet. Ein Krieg zwischen den Brüdern war nicht zu verhindern. Die Schlacht im Jahr 340 endete für Konstans siegreich; er regierte fortan über den gesamten Westteil des Reiches. Danach errang er einige militärische Siege, insbesondere die gewonnene Schlacht gegen die Franken brachte dem Reich einen Frieden mit den germanischen Stämmen. In dem eher ruhigen Regierungszeitraum zwischen 343 und 350 versuchten zwei Rebellen, Magnentius und Decentius, in Gallien an die Macht zu gelangen. Sie waren gallische Generäle des Kaisers und wollten Konstans auf einer Expedition umbringen lassen. Dieser erfuhr jedoch von den Plänen und floh nach Spanien, wurde aber durch eine Verfolgertruppe im Jahr 350 ermordet. Er war ein eher indifferenter Charakter, teilweise von Mut und Stärke gelenkt, der jedoch auch unbeherrschte und grausame Züge hatte.

Konstantius II. (337 – 361)
Konstantius II. war der zweite Sohn von Konstantin I. und Fausta und wurde 317 in Sirmium geboren. Er war derjenige, der alle Kämpfe zwischen seinen Brüdern, seinem Halbbruder und seinen Neffen überlebte und durch die Heirat seiner Tochter Konstantia mit Gratianus für eine Aufrechterhaltung der Konstantin-Dynastie sorgte. Er wurde im Jahr 324 von seinem Vater zum Caesar ernannt und verwaltete den Osten des Reiches. Konstantius II. war wie alle seine Brüder nach dem Tod seines Vaters im Jahr 337 zum Augustus ernannt worden und forderte bei der erneuten Gebietsverteilung Thracien dazu. Er hielt sich aber aus dem Bruderstreit zwischen Konstans und Konstantin II., der in Jahr 340 zum Krieg führte, heraus. Man mag diese Heraushaltung als geschickten Schachzug auslegen oder aber seiner Beschäftigung mit den Einfällen der Perser in Mesopotamien zuschreiben – jedenfalls hat sich dadurch wohl sein Leben verlängert. Nach der Ermordung seines Bruders Konstans im Jahr 350 marschierte er mit seinen Truppen dem Brudermörder Magnentius entgegen, den er 351 in der Schlacht bei Mursa besiegen konnte. Dadurch fiel auch der Westen des Reiches in den Machtbereich von Konstantius II. Da er das gesamte Reich nicht selbst verwalten konnte, ernannte er noch im selben Jahr seinen Cousin Konstantius Gallus zum Caesar und beauftragte ihn mit der Verwaltung des Ostreiches. Damit hat Konstantius II. dem dort ansässigen Volk keinen Gefallen getan, denn sein Cousin herrschte mit einer Grausamkeit und Brutalität, die ihm letztlich selbst den Tod einbrachte. Im Jahr 360 regte sich ein neuer Rivale, dem es entgegenzutreten galt: Julian II., der Bruder des grausamen Konstantius Gallus und ebenfalls Cousin des Konstantius II., hatte sich selbst zum Augustus ernannt. Das konnte Konstantius II. nicht gut heißen und marschierte seinem Cousin entgegen. Durch vorangegangene Schlachten geschwächt, erlag er jedoch einem Fieber im folgenden Jahr. Kurz vor seinem Tod verzieh er seinem Cousin Julian und legitimierte ihn als seinen Nachfolger. Dieser “dankte” es ihm, indem er seine Bestattung im Grabmal von Konstantin dem Grossen veranlasste.

Magnentius (350 – 353)
Über die Herkunft dieses Rebellen ist nichts überliefert. Er schlug schon in frühen Jahren eine militärische Karriere ein und es zeigten sich schnell strategische Fähigkeiten. Magnentius befehligte unter Constans die Legionen im Westteil des Reiches. Im Jahr 350 veranlasste er eine Meuterei, bei der Constans umgebracht werden sollte. Obgleich dieser von dem Attentat vorher erfuhr, gelang es Magnentius ihn auf der Flucht töten zu lassen. Daraufhin ließ er sich von den Soldaten in Gallien zum Kaiser ausrufen. Als er dann auch noch mit Hilfe seines Bruders Decentius seine Macht nach Italien, Britannien und in den Balkan auszuweiten versuchte, wurde er von den Truppen des Constantius II. im Jahr 351 vernichtend geschlagen. Er überlebte die Schlacht und konnte seine Macht noch für zwei Jahre aufrechterhalten. Im Jahr 353 beging er schließlich in Lyon Selbstmord.

Vetranio (350)
Die Herkunft dieses Mannes ist eher unklar. Sicher ist, dass Vetranio ein Kommandeur der illyrischen und pannonischen Einheiten war und sich nach der Ermordung von Constans im Jahr 350 in Sirmium zum Kaiser proklamieren ließ. Strategisch stand er somit genau zwischen Magnentius, der im Westen regierte, und Constantius II., der im Osten (Kleinasien) seine Truppen hatte. Er hatte sich zu entscheiden und zog Constantius II. dem Rebellenkaiser Magnentius vor, indem er ihm Unterstützung und Geleit durch seine Balkanregionen anbot. Constantius II. dankte es ihm und ernannte ihn für acht Monate zum Augustus. Nach Ablauf dieser Zeit musste Vetranio diesen Titel auf Anordnung von Constantius II. wieder abgeben. Vetranio tat dies ohne Widerstand, was ihm ermöglichte die letzten sechs Jahre seines Lebens als ausgesprochen reicher Mann in Prusa zu verbringen. Er starb im Jahr 356.

Nepotian (350)
Nepotian war ein angeheirateter Neffe von Constantin I. und versuchte nach dem Tod von Constans die Macht in Rom zu erlangen. Es gelang Magnentius aber sehr schnell diesen Widersacher zu entmachten. Er ließ Nepotian nach nur 28 Tagen im Amt hinrichten.

Julian II., Apostata (361 – 363)
Julian II. wurde 311 in Constantinopel geboren. Seine Eltern waren Julius Constantius und Basilina. Er war ein Neffe von Constantin I. In jüngeren Jahren wurde Julian II. von Constantius II. aufgrund eines unbegründeten Verdachtes der Konspiration mit seinem Halbbruder Constantius Gallus verhaftet. Nachdem der Irrtum aufgeklärt war, konnte Julian II. rehabilitiert werden und wurde im Jahr 355 zum Caesar ernannt. In Lutetia (heute: Paris) heiratete er eine seiner Cousinen, Helena. Sie war die Schwester von Constantius II. Julian II. bewies sehr großes Geschick im Umgang mit den Bündnispartnern und konnte somit einige Bürgerkriege verhindern. Im Jahr 357 verkündete er die Religionsfreiheit. Seine Beliebtheit verschaffte ihm im Jahr 360 den Titel Augustus. Durch den Tod seines Vetters Constantius II. war er praktisch Alleinherrscher und sah sich gezwungen gegen die rebellierenden Perser vorzugehen. Der Sieg war auf seiner Seite, jedoch wurde er bei einem Gefecht so schwer verletzt, dass er im Jahr 363 starb.

Jovian (363 – 364)
Jovian war der Sohn einer Patrizierfamilie und wurde im Jahr 331 in Pannonien geboren. An der Seite von Julian II. hatte er als Kommandeur der Leibgarde an den Schlachten gegen die Perser teilgenommen. Nach dem Tod von Julian II. im Jahr 363 wurde Jovian von den Truppen zum Kaiser proklamiert. Er regierte sehr gerecht, erließ Amnestien, rehabilitierte alle Priester und senkte die Steuern. Das brachte ihm einen hohen Beliebtheitsgrad gleichwohl beim Volk als auch bei den Soldaten ein. Die Feldzüge gegen die Perser gingen weiter, und Jovian sah sich einem zu großen Feind gegenüber – er musste Frieden schließen und notgedrungen auf alle einst von Diocletian erkämpften Gebiete verzichten. Seine Regierungszeit war sehr kurz, da er im Jahr 364 an einer Rauchvergiftung starb.

Valentinische Dynastie

Valentinian I. (364 – 375)
Valentinian I. wurde wie sein Vorgänger Jovian in Pannonien geboren, allerdings zehn Jahre früher im Jahr 321. Über seinen Werdegang ist nichts bekannt. Kurz nach dem Tod von Jovian wurde Valentinian I. zum Kaiser ernannt. Die unruhige Zeit setzte sich fort, und Valentinian I. hatte während seiner gesamten Regierungszeit etliche Feldzüge zu führen. Fast alle Nachbarvölker schienen sich gegen die Grenzen des Reiches erhoben zu haben. Deshalb erbat er sich Hilfe von seinem Bruder Valens, den er zum Augustus ernannte und ihn anschließend mit der Verwaltung der Ostgebiete betraute. Noch im Jahr 364 musste Valentinian I. gegen die rebellierenden Germanen im Mittel- und Westeuropa antreten. Der Aufbau neuer Befestigungen beschäftigte ihn sehr lange. Genau in dieser Zeit bedrohten die Quaden, ein sehr kampfstarkes Volk, den Limes. Es folgten lange erbitterte Feldzüge bis in das Jahr 375. Kurz nachdem Valentinian I. dieses Volk zum Friedensschluss gezwungen hatte, erlag er einem Schlaganfall. Er war, soweit bekannt, zweimal verheiratet – zunächst mit Valeris Severa, mit der er einen Sohn hatte, Gratian, der später Kaiser wurde. Das Paar ließ sich scheiden. Seine zweite Frau hieß Justina, die Witwe des Magnentius, mit der er etliche Kinder hatte.

Valens (375 – 378)
Valens war der Bruder von Valentinian I., dem (364–378) die Herrschaft über das Ostreich übertragen wurde. Während seiner Regierungszeit musste er die theologischen Probleme lösen, die mit der Herrschaft des Julian II. aufgekommen waren. Er setzte die arianischen Bischöfe ab und erneuerte die Verbindlichkeit des Nicänums. Er schlug einen Aufstand des Procopius nieder, einem Verwandten mütterlicherseits, der die Thronfolge beanspruchte. In den folgenden Monaten liefen Heereseinheiten und Städte in Thrakien und Kleinasien über, und Valens besiegte 366 dessen Armee bei Thyatira in Lydien; Procopius wurde am 27. Mai desselben Jahres hingerichtet. Die durch die Hunneninvasionen um 376 bedrängten Goten suchten innerhalb der Reichsgrenzen Rückzugsmöglichkeiten; nachdem Valens sie zunächst zurückgeschlagen hatte, überquerten sie die Donau zur römischen Seite. Valens führte 378 sein Heer gegen die Goten zur Schlacht von Adrianopel (378), wurde aber vollständig besiegt; Valens selbst wurde dabei getötet.

Procopius (365 – 366)
Procopius, war mütterlicherseits ein Vetter des Kaisers Julian Apostata und bot sich selbst als Kaiser an. Nach Ammianus Marcellinus war er aus Kilikien gebürtig. Er nahm 363 teil an Julians Feldzug gegen die Sassaniden. Bei Julians Tod gab es Gerüchte, dass er beabsichtigt habe, ihn zu seinem Nachfolger zu machen, aber als Jovian von der römischen Armee gewählt wurde, ging Procopius in ein Versteck, um sein Leben zu schützen. Zu dieser Zeit war Jovinus bereits gestorben und Valentinian I. teilte sich den Kaiserpurpur mit seinem Bruder Valens. Procopius begann sofort damit, sich selbst zum Kaiser zu machen. Er bestach zwei Legionen, die in Konstantinopel rasteten, seine Bemühungen zu unterstützen, und nahm die Stadt unter Kontrolle. Kurz danach, am 28. September 365, proklamierte er sich zum Kaiser, und hatte schnell die Provinzen Thrakien und später auch Bithynien auf seiner Seite. Valens war mit der Aufgabe, sich um den Rebellen zu kümmern, geblieben, und kämpfte in den nächsten Monaten mit der Stadt und den Legionen, die in ihrer Fahnentreue schwankend waren. Die Armeen trafen wohl bei Thyatria aufeinander und Procopius Kräfte wurden geschlagen. Er floh vom Schlachtfeld, wurde aber von zweien seiner verbliebenen Anhänger an Valens verraten. Valens ließ alle drei am 27. Mai 366 hinrichten.

Gratian (375 – 383)
Gratian war Kaiser des römischen Reichs, Sohn des Valentinian I. und zusammen mit Theodosius I. gilt er als Begründer der Staatskirche. Bevor er sein 9. Jahr erreicht hatte, empfing er den Titel des Augustus und nach dem Tod seines Vaters 375 wurde er Kaiser des Westens. Mit seinem Halbbruder Valentinian II. war er im Titel verbunden. Gratian ließ sich in Trier nieder und widmete sich dem Kampf gegen die vordringenden Alemannen, mit denen er sich 378 die große Schlacht von Colmar lieferte. Im gleichen Jahr wurde sein östlicher Mitkaiser Valens durch die Goten bei der Schlacht von Adrianopel besiegt und getötet. Gratian, der sich der Regierung des Gesamtreiches nicht gewachsen sah, wies den Osten Theodosius I. zu. Ein Aufstand in Großbritannien unter Maximus, einem seiner Generäle, verbreitete sich in Gallien; Gratian, der sich in Paris aufhielt, floh nach Lyon wo er am 25. August 383 erschlagen wurde.

Valentinian II. (375 – 392)
Valentinian II., eigentlich Flavius Valentinianus wurde im Alter von vier Jahren 375 nach dem plötzlichen Tod seines Vaters Valentinian I. zum Augustus im Westen bestimmt, neben seinem 17-jährigen Halbbruder Gratian, der schon acht Jahre zuvor von seinem Vater zum Augustus erhoben worden war. Das Reich wurde nominell zwischen ihnen geteilt, Mailand wurde seine Residenz. Gratian bekam die transalpinen Provinzen, während Italien, Teile von Illyrien und Afrika Valentinian zugesprochen wurden. Valentinian stand unter der Vormundschaft seines Halbbruders, vor allem aber unter dem Einfluss seiner Mutter Justina, die ihn bis zu ihrem Tod um 388 beherrschte. 383 wurde Gratian in Lyon ermordet, kurz zuvor hatte sich Magnus Maximus, der die römische Armee in Britannien befehligte, in Britannien, Belgien und Germanien von den Garnisonen zum Augustus ausrufen lassen. Im Jahr 387 überschritt der General die Alpen und marschierte auf Mailand. Valentinian und seine Mutter flohen nach Thessalonike zu Theodosius I., den Kaiser im Osten und Gatten seiner Schwester Galla. Theodosius I. setzte Valentinian wieder ein, nachdem er Maximus geschlagen und dessen Soldaten ihn 388 getötet hatten. Valentinian selbst wurde im Mai 392 in Vienne in Gallien auf Veranlassung eines seines hohen Militärs, des Franken Arbogast, Bautos Sohn, ermordet , ein letztes Aufbäumen des Heidentums, das in Rom im folgenden Jahr dazu führte, dass die Tempel wieder geöffnet wurden. Die militärische Reaktion des Christen Theodosius erstickte diese Restauration bald, seine heidenfeindlichen Gesetze, die bislang nur im Osten galten, wurden nun auch im Westen gültig.

Magnus Maximus (383 – 388)
Geboren in Spanien und keltischer Herkunft, wurde Maximus von seinen Truppen im Frühjahr 383 zum Kaiser proklamiert, während er mit seiner Armee in Britannien stand. Er wandte sich nach Gallien, schlug seinen Hauptgegner, den Kaiser Gratian, in der Nähe von Paris, woraufhin dieser nach Lyon floh, wo er am 25. August 383 erschlagen wurde. Maximus wurde daraufhin – neben Gratians Halbbruder Valentinian II. – als Augustus des Westens für die transalpinischen Provinzen, also Britannien, Gallien, Germanien und Spanien anerkannt. Maximus nahm seine Residenz in Augusta Treverorum (Trier). Als frommer Christ war er ein populärer Kaiser, aber auch ein harter Verfolger jeglicher Häresie. Im Jahr 387 zog Maximus über die Alpen auf Mailand zu, um seinen Mitkaiser Valentinian II. zu verjagen. Dieser floh zu seinem Schwager Theodosius I., den Kaiser des Ostens. Aber erst der Versuch Maximus, nun auch Theodosius anzugreifen, führte zu einer spürbaren Reaktion. In zwei Schlachten wurde er von Theodosius geschlagen. Wenig später wurde Maximus von seinen eigenen Soldaten getötet.

Flavius Victor (384 – 388) 
Als Sohn von Magnus Maximus wurde er von ihm 384 zum Augustus erhoben und nur wenige Jahre danach in Gallien ermordet.

Theodosianische Dynastie

Theodosius I., der Große (379 – 395)
Flavius Theodosius wurde vermutlich am 11. Januar 347 in Cauca, einem unbedeutenden Städtchen in der nordwestlichen spanischen Provinz Galaecia, geboren. Sein Vater, der ebenfalls Flavius Theodosius hieß, hatte hier größere Besitzungen. Auch hatte Theodosius einen Bruder, Honorius, dessen Tochter Serena er später adoptierte und die durch die Heirat mit dem Magister militum Stilicho noch großen Einfluss erreichen sollte. Der junge Theodosius verbrachte seine Kindheit in seiner spanischen Heimat. Ab 368 ist er im Gefolge des Vaters zu finden, der zu diesem Zeitpunkt den Rang eines magister equitum praesitentalis innehatte. Dort schlug er eine militärische Laufbahn ein und nahm mit ihm zusammen an den Feldzügen in Britannien, an dem Feldzug gegen die Alemannen 370 und gegen die Sarmaten 372/373 teil, ohne dass dem Kaiser in spe ausdrücklich Siege zugewiesen werden. 374 schlägt Theodosius die Sarmaten in Pannonien, welche die Donau überschritten hatten. Somit hatte er sich als Befehlshaber bewiesen und war bei den Römern angesehen, da es bis zu diesem Zeitpunkt kein anderer Feldherr geschafft hatte sie zurückzudrängen. 376 beendete Theodosius plötzlich seine militärische Karriere und zog sich auf seine heimatlichen Besitzungen nach Spanien zurück. Die Gründe dafür sind äußerst vielschichtig und auch widersprüchlich. Jedenfalls steht der Rückzug in enger Verbindung mit dem Tod seines Vaters. Theodosius heiratete noch im gleichen Jahr (376) Aelia Flacilla, eine Frau aus dem spanischen Provinzadel, die ihm 377 seinen ältesten Sohn Arcadius gebar. Nach der Schlacht von Adrianopel im Jahr 378, bei der Kaiser Valens im Kampf gegen die Westgoten gefallen war, rief Kaiser Gratianus Theodosius an den Hof nach Sirmium und ernannte ihn zum Magister militum über Illyrien. Am 19. Januar 379 erhob Gratianus Theodosius zum Augustus (Mitkaiser) des Ostens. Als Residenzort wählte er Thessaloniki. Um den seit 325 andauernden Streit und die drohende Glaubensspaltung zwischen Trinitariern und Arianern zu lösen, berief Theodosius 381 das 1. Konzil von Konstantinopel (dem 2. ökumenischen Konzil) ein, an dem 150 Bischöfe über die endgültige Fassung des Nicäischen Glaubensbekenntnisses entschieden. Mit gleicher Energie sorgte Theodosius für die Sicherung seines Herrschaftsbereiches. Er reorganisierte die Armee und ging erfolgreich ab 380 gegen die Westgoten unter Fritigern auf dem Balkan vor. Am 3. Oktober 382 brachte er die Westgoten dazu, mit ihm ein Bündnis zu schließen, bei dem er die Westgoten zu so genannten foederati machte. Sie durften nun südlich der unteren Donau siedeln, mussten aber Rom Waffenhilfe leisten. Dieser Gotenvertrag war ein Wendepunkt in der römischen Geschichte. Bisher waren besiegte Germanen zwar als Dediticii aufgenommen worden, hatten aber keine Rechte (außer die Freiheit). Im Jahr 383 wurde Magnus Maximus von seinen Truppen zum Augustus erhoben. Gratianus fiel in einer Schlacht, als er gegen ihn zog. Theodosius ließ ihn jedoch vorerst gewähren, da jener ebenfalls Katholik war; aber vermutlich auch aus Gründen der Reichssicherheit. Theodosius, der erst 380 getauft wurde, was allerdings zur damaligen Zeit nicht ungewöhnlich war, war tolerant gegenüber den Heiden, aber nach den Aufständen 390/91 des Gotenführers Alarich, dem politischen Gegenspieler seiner letzten Lebensjahre, verschärfte er seine Politik. Er erklärte 391/92 die katholische Lehre zur Staatsreligion und verbot die heidnischen Kulte. Kaiser Theodosius I. starb ein halbes Jahr später am 17. Januar 395 und hinterließ seinen beiden Söhnen Arcadius und Honorius das Reich. Die beiden Reichsteile entwickelten sich von da an endgültig auseinander. Bald aber wurde er wegen seiner Bemühungen um die Einigung der Kirche “der Große” genannt und gilt als bedeutendster Herrscher des 4. Jahrhunderts neben Konstantin dem Großen.

Eugenius (392 – 394)
Flavius Eugenius beanspruchte für sich den Titel eines Römischen Kaisers von 392 bis 394. Nach dem mysteriösen Tod von Valentinian II. war der General Arbogast gezwungen, sein Leben zu retten, indem er den Grammatiklehrer und Verwaltungsbeamten Eugenius zum Kaiser machte. Als Heide bestand Eugenius erste Amtshandlung darin, den Siegesaltar im Senat wiederherzustellen – ein letztes Aufbäumen der heidnischen Opposition. Theodosius verweigerte ihm deshalb die Mitregentschaft und trat dieser Rebellion sogar entgegen, indem er in Italien einmarschierte und Eugenius’ Armee in der Schlacht am Frigidus am 6. September 394 schlug. Arbogast beging unmittelbar nach dieser Niederlage Selbstmord, während Eugenius von Soldaten ermordet wurde.

Arcadius (383 – 408)
Er war der älteste Sohn von Kaiser Theodosius I. und Flacilla und Bruder des Honorius, des weströmischen Kaisers. Sein Vater hatte ihn im Januar 383 zum Augustus ernannt, gab ihm jedoch nur geringen Spielraum. Federführend war der jeweilige Praefectus praetorio (der höchste zivile Verwaltungsbeamte). Nach dem Tod des Theodosius im Januar 395 bestieg Arcadius den Thron des Ostreiches. In diesen Jahren stand das Ostreich unter dem Druck mehrerer Barbareneinfälle. Die Westgoten unter Alarich drangen mehrmals tief in oströmisches Territorium ein, während es gleichzeitig zu Revolten unter den germanischen Hilfstruppen kam. Dennoch konnte Arcadius in diesen Jahren wohl ungehindert vom Einfluss seiner Berater regieren. Nach dem Tod der Eudoxia 404 trat Anthemius jedoch als wichtigster Berater des Kaisers hervor, in dessen Schatten der Kaiser nun völlig verschwand. Dennoch muss gesagt werden, dass Anthemius seinen Pflichten mit großer Sorgfalt nachkam. Nach dem Tod des Kaisers bestieg sein Sohn Theodosius II. den Thron. Die Regierungszeit des Arcadius war eine kritische für die Entwicklung Ostroms: An den Grenzen wurde es bedroht (im Norden und Nordwesten von den Germanen, teilweise sogar von Westrom, im Osten von den Sassaniden), im Inneren kam es zu Aufständen, und das West- und Ostreich entfernten sich immer mehr von einander. Arcadius und seine Berater reagierten oft nur statt zu agieren, und er selbst, dem ein wohlwollender Charakter bescheinigt wurde, wenn er auch nicht sehr intelligent gewesen sein soll, war dieser Situation nicht gewachsen.

Honorius (395 – 423)
Flavius Augustus Honorius, geboren am 9. September 384 als Sohn von Kaiser Theodosius I., war weströmischer Kaiser und sein Bruder war der oströmische Kaiser Acardius. Seine achtundzwanzigjährige Regierungszeit war eine der ereignisreichsten der römischen Geschichte. Die Schwäche und Furchtsamkeit des Kaisers zusammen mit den Angriffen der Westgoten und Wandalen förderten den raschen Zerfall des Westreiches. So wurde Rom 410 gar von den Westgoten unter Alarich geplündert. Großen Einfluss übte in den ersten Regierungsjahren der Magister militum Stilicho aus. Er starb am 15. August 423 in Ravenna, wo er den Regierungssitz hinverlegt hatte.

Konstantin III. (407 – 411)
Konstantin III. machte sich 407 im Westen selbst zum römischen Kaiser und blieb es bis 411, wobei seine Bedeutung in der römischen Geschichte deutlich geringer ist als in der britischen: Konstantin steht am Wendepunkt der römischen Besatzung der Insel zur Unabhängigkeit und gilt mittelalterlichen Autoren sogar als Großvater des Königs Artus.

Priscus Attalus (409, 414) 
Priscus Attalus war ein wichtiger Senator in Rom (er war Stadtpräfekt im Jahr 409) und hatte die außergewöhnliche Ehre, zwei Mal von den Westgoten zum Römischen Kaiser ernannt zu werden, um ihre Bedingungen dem untauglichen Kaiser Honorius in Ravenna aufzuzwingen: er amtierte in Rom im Jahr 409 und in Bordeaux 414. Seine zwei Regierungszeiten dauerten jeweils nur wenige Monate. Die erste endete, als Alarich I. glaubte, er störe seine Verhandlungen mit Honorius, die zweite, als er von den Westgoten zurückgelassen und schließlich von Honorius Männern gefangen genommen wurde. Attalus sah sich genötigt, an Honorius Triumphzug teilzunehmen, der 416 in Rom stattfand, bevor er seine Tage im Exil auf den Liparischen Inseln beschließen durfte.

Maximus (409 – 411, 418 – 421) 
Maximus war der Sohn (oder möglicherweise ein Untergebener) des Gerontius, dem General des Kaisers Konstantin III., in Spanien im Jahr 409. Als Gerontius gegen Konstantin rebellierte, machte er Maximus in Tarraco (Tarragona) zum Augustus, und marschierte anschließend nach Gallien, wobei er Maximus in Spanien zurückließ. Als Maximus von Gerontius Niederlage in Arles 411 erfuhr, floh er zu den germanischen Söldnertruppen, die in Spanien geblieben waren. Offensichtlich lebte Maximus im Jahr 417 noch, und es ist möglich, dass er derjenige Maximus ist, der 422 in Spanien gefangen und in Ravenna hingerichtet wurde.

Jovinus (411 – 412) 
Jovinus war ein gallorömischer Senator, der den Titel des Römischen Kaisers von 411 bis 412 für sich beanspruchte. Nach den Niederlage von Konstantin III. wurde Jovinus in Maine zum Kaiser proklamiert, eine Marionette in den Händen von Gundahar, dem König der Burgunder (der Gunther des Nibelungenlieds), und Goar, dem König der Alanen. Jovinus hielt seine Position in Gallien zwei Jahre lang, lange genug, um Münzen herauszugeben, die ihn mit dem kaiserlichen Diadem zeigten. Er wurde von einer Anzahl von gallorömischen Adligen unterstützt, die Konstantins Niederlage überlebt hatten. Unter dem Vorwand von Jovinus kaiserlicher Autorität etablierten sich Gundahar und die Burgunder am linken Rheinufer (der römischen Seite) zwischen den Flüssen Lauter und Nahe. Hier gründeten sie ein Königreich mit der alten romanisierten gallischen Siedlung Borbetomagus (Worms) als ihrer Hauptstadt. Jovinus Ende kam, nachdem die Westgoten unter Athaulf Italien (auf den Rat von Priscus Attalus hin) verlassen hatten, angeblich, um sich mit ihm zu treffen, wobei sie den ehemaligen Kaiser Attalus und Galla Placidia, Honorius Halbschwester, mit sich führten. Athaulf attackierte und tötete Sarus, der ebenfalls gekommen war, um Jovinus zu unterstützen. Jovinus, der dies übel nahm, versäumte es, Athaulf heranzuziehen, als er seinen Bruder Sebastian zum Mitkaiser machte. Nun seinerseits beleidigt, verbündeten sich Athaulf und die Westgoten mit Honorius und schlugen Jovinus Truppen. Sebastian wurde hingerichtet, Jovinus floh um sein Leben, wurde aber in Valentia (Valence) belagert und nach Narbo (Narbonne) gebracht, wo Postumus Dardanus, der Prätorianerpräfekt für Gallien, der Honorius loyal geblieben war, ihn hinrichten ließ. Jovinus und Sebastians Köpfe wurden hinterher von den Westgoten auf den Mauer von Karthago ausgestellt.

Konstantius III. (421)
Konstantius III., eigentlich Flavius Constantius (* in Naissus, heute Niš † 2. September 421 in Ravenna) war ein (Mit-)Kaiser im weströmischen Reich. Er errang als Magister militum zuerst Aufmerksamkeit durch seine erfolgreichen Feldzüge zur Rettung des Reichs, das im Westen schon ernsthaft durch die Invasionen der Völkerwanderwanderung gefährdet wurde, und beim Aufstand Konstantins III. Er wurde daraufhin erst zum Patricius, dann im Jahr 417 mit Galla Placidia, der Schwester des Kaisers Honorius verheiratet, und schließlich am 8. Februar 421 zum Augustus und Mitkaiser erhoben. Er starb wenige Monate später bei den Vorbereitungen zu einem Krieg gegen den öströmischen Kaiser Theodosius II. Eines ihrer Kinder war der spätere Kaiser Valentinian III.

Theodosius II. (408 – 450)
Theodosius II. ältester Sohn der Aelia Eudokia und des Arcadius, wurde siebenjährig oströmischer Kaiser. Nach dem Tod seines Vaters Arcadius wurde er 408 zum Kaiser gekrönt. Im Juni 421 heiratete Theodosius die Dichterin Athenais, die bei Ihrer Taufe den Namen Eudokia annahm. Seine älteste Schwester Aelia Pulcheria hielt ab dem Jahr 414 weitgehend die Fäden der kaiserlichen Macht in der Hand und bestimmte die Politik. 429 berief Theodosius eine Kommission ein, die alle Gesetze sammeln sollte, die seit der Regierung Konstantin I. erlassen wurden, um ein systematisch geordnetes Gesetzeswerk zu schaffen. Dieser Plan blieb unvollendet, aber die Aufgabe einer zweiten Kommission, alle gesetzlichen Erlasse zu sammeln und zu aktualisieren, wurde erfüllt. Diese Sammlung wurde 438 als Codex Theodosianus veröffentlicht. In die Regierungszeit von Theodosius fiel auch die Gründung der Universität von Konstantinopel. Er starb 450 an den Folgen eines Reitunfalls.

Valentinian III. (425 – 455)
Valentinian III., eigentlich Flavius Placidus Valentinianus war der einzige Sohn von Kaiser Konstantius III. und Placidia, der Tochter von Kaiser Theodosius I. Er wurde am 23. Oktober 424 in Konstantinopel zum Caesar erhoben und nach einem kurzen Krieg in Italien, am 23. Oktober 425 in Rom von Theodosius II. als Kaiser des Westens eingesetzt. Er war erst 6 Jahre alt, als er Augustus wurde, und während seiner Unmündigkeit war er unter Vormundschaft erst seiner Mutter, dann ab 433 von Aetius. Seine Regierung wird gekennzeichnet durch den Zerfall des weströmischen Reichs, die Eroberung Afrikas durch die Wandalen 439, der endgültigen Aufgabe Britanniens 446, den Verlust großer Teile Spaniens und Galliens, wo sich germanische Völker niederließen, sowie der Verwüstung Siziliens und der Westküste des Mittelmeeres durch die Flotte des Geiserich. Als Gegenpol zu diesen Katastrophen gilt der große Sieg von Aetius über den Hunnen Attila 451 in der Nähe von Châlons-en-Champagne (Schlacht auf den Katalaunischen Feldern) und seine erfolgreichen Feldzüge gegen die Westgoten in Südgallien (426,429 und 436) und andere Invasoren an Rhein und Donau (428–431). Mit dem Schrumpfen der römischen Macht wurde die Abgabenlast mehr und mehr untragbar, die Loyalität der verbliebenen Provinzen wurde als Folge stark geschwächt. Ravenna war Valentinians gewöhnliche Residenz, aber er floh nach Rom, als Attila heranzog, der aber, nachdem er Norditalien verwüstete hatte, im folgenden Jahr 453 starb. 454 wurde Aetius, dessen Sohn Valentinians Tochter heiraten sollte, durch Valentinian ermordet. Am 16. März des folgenden Jahres wurde der Kaiser dann selbst durch Anhänger des Aetius getötet. Valentinian fehlte nicht die Kraft, das Reich dieser Krisenzeit zu regieren, aber er vergrößerte die Gefahren durch seine Schwäche sich selbst gegenüber und seiner Rachsucht.

Johannes (423 – 425)
Johannes war weströmischer Kaiser und unterbrach für zwei Jahre als Usurpator die Herrschaft des Geschlechts der Valentinianer. Zuvor war er Magister Militum.

Markian (450 – 457)
Markian oder auch Markianos war von 456 bis 457 Kaiser des Oströmischen Reiches und zeitweise Mitregent des Kaisers Valentinian III. vom Weströmischen Reich. In den Jahren 456 und 457 war er zugleich in Personalunion Kaiser des weströmischen Reichsteils.

Späte Weströmische Kaiser

Petronius Maximus (455)
Petronius Maximus floh während der Belagerung von Rom durch Geiserich aus der Stadt und wurde auf der Flucht getötet. Als ehemaliger Zivilbeamter war er als Kaiser eher schwach.

Avitus (455 – 456)
Er ließ sich nach dem Sturz des Petronius Maximus mit Hilfe der Westgoten und des gallischen Adels am 9. Juli 455 in Arles zum Kaiser ausrufen. Er wurde jedoch durch Ricimer geschlagen und starb vermutlich auf der Flucht.

Majorian (457 – 461)
Majorian wurde durch Leo I. zum Heermeister ernannt und mit Hilfe von Ricimer am 1. April 457 Kaiser. 461 wurde er durch Ricimer abgesetzt und am 2. August 461 in Dertona hingerichtet.

Libius Severus (461 – 465)
Libius Severus wurde 461 von Ricimer nach dem Tod von Majorian in den Rang eines weströmischen Kaisers erhoben. Der oströmische Kaiser Leo I. verweigerte ihm jedoch die Anerkennung. Severus starb am 5. August 465. Zeitgenössische Geschichtsschreiber nehmen an, dass Ricimer ihn vergiftet hat.

Leo I. (465 – 467, 472 – 474)
Leo I. war Kaiser des oströmischen Reiches. In den Jahren 465 – 467 und 472 – 474 war er zugleich in Personalunion Kaiser des weströmischen Reichsteils.

Anthemius (467 – 472)
Selbst Heermeister, kämpfte er an der Donau gegen Goten und Hunnen. Der Heerführer Ricimer, der zu der Zeit mächtigste Militär in Italien, veranlasste 467 beim byzantinischen Kaiser Leo I., der 465 selbst die Regierung im weströmischen Reich übernommen hatte, dass Anthemius nach Italien geschickt und dort zum Kaiser erhoben wurde. Anthemius versuchte die beiden erstrangigen militärischen Herausforderungen zu lösen, die den Rest des Kaiserreichs im Westen betrafen: die sich wieder erhebenden Westgoten unter Eurich, die sich dies- und jenseits der Pyrenäen niedergelassen hatten, und die nicht überwundenen Wandalen unter Geiserich, die Nordafrika unkontrolliert heimsuchten.Nach einigen Misserfolgen wurde Anthemius 470 ernsthaft krank. Im Glauben, dass er Zauberei ausgesetzt sei, übte er Rache an verschiedenen prominenten Männern, woraufhin Ricimer sich mit Anthemius zerstritt, 6000 Soldaten zusammenrief, die für den Wandalenkrieg gerüstet waren, und einen bewaffneten Widerstand in Mailand gegen Anthemius in Rom begann. Der Konflikt zwischen Kaiser und Militär endete fünf Monate später mit Ricimers Eroberung Roms, der Gefangennahme und Hinrichtung von Anthemius.

Olybrius (472)
Er entstammter der einflussreichen Familie der Anicier. 464 Konsul, wurde er 467 vom Vandalenkönig Geiserich als Kaiser vorgeschlagen (was Bände über die Schwäche des weströmischen Reiches zu dieser Zeit spricht). 472 wurde er nach Italien geschickt, um in den dortigen Streitigkeiten zu schlichten. Doch stattdessen wurde er zum Kaiser erhoben und dabei vom weströmischen Magister militum Ricimer unterstützt, zog sich jedoch den Zorn des oströmischen Kaisers Leo I. (Byzanz) zu. Bald darauf starb Olybrius an Wassersucht.

Glycerius (473 – 474)
Nach dem Tod des Olybrius blieb der weströmische Thron zunächst unbesetzt, da der oströmische Kaiser Leo I. keinen aus seiner Sicht geeigneten Nachfolger fand. Der burgundische Heermeister Gundobad rief schließlich März 473 Glycerius zum Kaiser aus. Jedoch wurde er von Leo I. nicht anerkannt, der stattdessen seinen Neffen Julius Nepos zum weströmischen Kaiser ernannt. Da Glycerius die militärischen Mittel fehlten, ergab er sich Julius Nepos und wurde als Kaiser abgesetzt. Anschließend wurde er zum Bischof von Salona. 480 soll er an der Ermordung von Iulius Nepos beteiligt gewesen sein.

Julius Nepos (474 – 475)
Im Jahr 474 nahm er den weströmischen Kaisertitel an. Seine Herrschaft war jedoch stets gefährdet, denn der Heermeister Orestes, der angeblich ein Sekretär des Hunnenkönigs Attila gewesen war, erstrebte selbst Macht über das Reich. Er jagte im Jahr 475 Julius Nepos aus Rom und verbannte ihn in die Provinz Dalmatia (dt: Dalmatien). Während Orestes seinen Sohn Romulus zum Kaiser ausrufen ließ, übte Julius von Dalmatien weiter Einfluss auf das Reich aus. Als 476 Romulus abgesetzt wurde, zerfiel das weströmische Reich in eine Gruppe von germanischen Reichen, Italien blieb unter der Herrschaft des Odoaker. Im Jahr 480 veranlasste Odoaker die Ermordung des Iulius Nepos und setzte damit dem letzten legitimen Kaiser des weströmischen Reiches ein Ende.

Romulus Augustus (475 – 476)
Romulus Augustulus war der letzte Kaiser des Weströmischen Reiches. Über sein Leben ist praktisch nichts bekannt. Er wurde von seinem Vater Orestes auf den Thron gebracht und mit diesem gestürzt. Doch blieb ihm ein gewaltsamer Tod erspart, indem ihm der Heerführer Odoaker eine Villa bei Misenum als Exil und Alterssitz zuwies. Mit Romulus Augustulus endete die 503 Jahre währende Geschichte römischer Kaiser in Rom. Die Gründe, warum sein Vater Orestes nicht sich selbst, sondern seinen Sohn auf den Thron gesetzt hatte, bleiben ebenfalls im Dunkel der Geschichte verborgen.

Thrakische Dynastie des Oströmischen Reichs

Leo I. (457 – 474)
Leo I. war Kaiser des oströmischen Reiches. In den Jahren 465 – 467 und 472 – 474 war er zugleich in Personalunion Kaiser des weströmischen Reichsteils.

Leo II. (474) 
Leo II. war kurze Zeit byzantinischer Kaiser bzw. Oströmischer Kaiser. Er war der Sohn von Zenon und Ariadne (der Tochter Leo I. und Verina). Als Leos I. naher männlicher Verwandter wurde er unter der Regentschaft Zenons zu dessen Nachfolger bestimmt. Leo starb im November 474 an einer unbekannten Krankheit nach zehnmonatiger Regierungszeit.

Zenon (474 – 475, 476 – 491)
Kaiser Zenon (Zeno, auch Tarasicodissa oder Trascalissaeus), Regierungszeit vom 9. Februar 474, bis zum 9. April 491, ist einer der bekannteren unter den früheren byzantinischen Kaisern. Volksaufstände und religiöse Flügelkämpfe prägten seine Regierungszeit, jedoch war er auf außenpolitischem Gebiet recht erfolgreich. In seine Regierungszeit fiel auch das offizielle Ende des weströmischen Reiches, allerdings konnte Zenon das östliche stabilisieren.

Basiliskos (475 – 476)
Basiliskos oder Flavius Basiliscus war ein oströmischer Gegenkaiser in den Jahren 475 und 476. Er war Konsul des Jahres 465 und Kommandeur bei dem verheerenden Feldzug gegen den Wandalenkönig Geiserich 468. Er war der Bruder von Verina und damit der Schwager von Kaiser Leo I., der von 457 bis 474 regierte. Die Antipathie gegen den neuen Kaiser Zenon führte zu einer Palastrevolution, bei der Zenon verjagt und Basiliskos auf den Thron gesetzt wurde. Als Zenon aus dem Exil zurückkehrte und Konstantinopel belagerte, führte die Misswirtschaft des Basilikos und die Unzufriedenheit mit ihm zum Beschluss des Senats, die Tore der Stadt dem Vorgänger zu öffnen und ihm die Wiederbesteigung des Throns zu erlauben. Die Geschichtsschreibung berichtet, das Basiliskos in den Schutzbereich einer Kirche floh, sich und seine Familie dann aber Zenon auslieferte unter dem feierlichen Versprechen, das kein Blut vergossen würde. Zenon hielt sein Versprechen. Er kerkerte seine Gefangenen in eine trockene Zisterne ein, wo sie verdursteten.

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