Ämter im römischen Heer


Das Amt des Zenturio ist der höchste Rang eines Berufsoffiziers im römischen Heer. Der Zenturio befehligte eine Zenturie ( Hundertschaft) , die ursprünglich aus hundert Männern (Sollstärke) bestand, später aber meist nur mehr als 80 Mann umfasste. Sie stellte die kleinste Kampf- und – sowohl militärische als auch politische – Verwaltungseinheit des römisches Heeres dar. Zwar gab es Abstufungen in ihrer Amtsgewalt, doch waren sie mehr oder weniger gleichgestellt. Die wichtigste Position war die des primus pilus . Mit ihr war das Privileg verbunden, an den Kriegsberatungen mit den Heerestribunen und dem Befehlshaber der Legion teilzunehmen. Die Zenturienordnung wurde bereits in der frühen Republik auch Grundlage der Stimmordnung in den Zenturiatkomitien.

Die Militärtribune (tribuni militum) waren die Stabsoffiziere der römischen Legionen. Die jeweils sechs Militärtribune pro Legion hatten in erster Linie administrative Aufgaben, d.h., sie waren an der Aushebung der Legionen mitbeteiligt, für die Regelung des Dienstbetriebes zuständig und hatten dem Feldherrn für verschiedene Aufgaben zur Verfügung zu stehen. Lediglich im Krieg erhielten sie in der Regel auch militärische Kommandos. Vorraussetzungen für den Zugang zum Amt des Militärtribuns waren mindestens ritterliche Herkunft sowie die Absolvierung einer fünf- bis zehnjährigen Militärdienstzeit. Ab dem 2. Jh. n. Chr. nutzten allerdings zunehmend militärisch unerfahrene junge Männer aus der Nobilität oder dem Ritterstand das Militärtribunat als Einstieg in die höhere Ämterlaufbahn, so dass die militärische Seite des Amtes allmählich an Bedeutung verlor und an die Legionslegaten ( legati legionis ) überging. In der Kaiserzeit diente das Militärtribunat dann nahezu ausschließlich als Sprungbrett für eine ritterliche oder senatorische Ämterlaufbahn und war weitest gehend auf den Verwaltungsdienst reduziert.

Der Dekurio (decem) war im alten Rom ursprünglich der Anführer einer Fußvolk- oder Reitereiabteilung von zehn Mann, später Bezeichnung für die einzelnen Mitglieder des Gemeinderats in Kolonien und Stadtgemeinden römischen und latinischen Rechts.

In der Frühzeit der Republik musste sich jeder Mann zwischen 17 und 46 Jahren, der Grundbesitz hatte, dem Heer zur Verfügung halten. Dies war Bürgerpflicht zum Schutze Roms. Ein Soldat nahm während der gesamten Dienstzeit an höchstens 16 – 17 Feldzügen teil, einige blieben aber auch ständig beim Heer. Um 100 v. Chr. gab es fast nur noch Berufssoldaten. Dreimal im Monat fand ein Marsch über 30 km statt. Die Legionäre übten auch das Auf- und Abbauen eines Lagers. Zusätzlich wurden manche Soldaten als Landvermesser, Ingenieure oder Steinmetze ausgebildet, die den Bau von Straßen, Kanälen und Gebäuden beaufsichtigten.

Unter Caesar verdiente ein Legionär 225 denarii; unter Domilian 300 Denare jährlich. Der Soldat brauchte ungefähr ein Drittel seines Solds für Lebensmittel. Die Ernährung bestand aus Käse, Bohnen, Brot oder Weizen- und Gerstenbrei. Der Soldat trank einen billigen sauren Wein. Bis 5 n. Chr. dienten Berufssoldaten 20 Jahre lang, später wurde die Dienstzeit auf 25 Jahre erhöht. In dem Bewusstsein, dass entlassene Soldaten eine Gefahr darstellen können, fand man sie mit Geld und einem Stück Ackerland ab.

Die Equites waren in der Römischen Republik ursprünglich die Reiter im römischen Heer, ab dem späten 2. Jahrhundert v. Chr. dann ein eigener Stand zwischen den Senatoren und dem Volk. Jeder Reiter musste in der Lage sein, für seine Ausrüstung (ein bis zwei Pferde, ein Sklave, Waffen etc.) selbst aufzukommen, daher setzten sich die Equites später aus Patriziern, Senatoren und reichen Bürgern zusammen. Die Mittel für den Ankauf und das Futter des “Staatspferdes” stellte jedoch der römische Staat zur Verfügung.

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