Die römische Flotte


Die römische Flotte bestand im Allgemeinen aus Kriegsschiffen, die eine sehr große Länge aufzuweisen hatten und Lastschiffen. Die Kriegsflotte hatte vor allem die Aufgabe Truppen und Nachschub zu befördern. Erst im ersten Punischen Krieg (264 v. Chr. ) begann Rom, sich aufs Meer zu wagen. Jedoch bestand die damalige Flotte gerade mal aus 20 Einheiten und konnte sich damit nicht der großen Seestreitmacht der Karthager zum Kampf stellen. So war Rom gezwungen, innerhalb einer kurzen Zeit eine Flotte von 150 Schiffen aufzustellen. Als Modell benutzten sie ein gekapertes Karthagerschiff. Das gebräuchlichste Kriegsschiff der Antike war die Galeere, doch herrschte in der römischen Flotte die Quinquereme mit ihren fünf Reihen von Ruderern vor.

Die Quinquereme war etwa 40 Meter lang und ungefähr sechs bis sieben Meter breit. Die Ruderer saßen auf drei Bänken. Die zwei oberen Ruder wurden von je zwei Männern auf den beiden oberen Bänken bedient, das untere Ruder von nur einem Mann. Die Mannschaft bestand aus 300 Seeleuten (von denen 270 an den Rudern saßen) und 120 Infanteristen zur See sowie noch etwa 20 Offiziere und Unteroffiziere. Im Verlauf des Krieges gegen Karthago gelang es Rom dank einiger technischer und taktischer Neuerungen auch auf dem Meer die Oberherrschaft zu gewinnen. Dazu gehörte der “corus”, eine Enterbrücke. Sie war mit großen Hacken versehen, die sich auf dem feindlichen Schiff festkrallten. So konnten die Römer ihre Überlegenheit im Nahkampf ausnutzen.

Nachdem sie die Karthager besiegt hatten, verließen sie sich immer mehr auf ihre Seestreitmacht ihrer griechischen Verbündeten. Die Kriegsflotte der Römer wurde dadurch geschwächt und gleichzeitig begann das Piratenwesen zu blühen. Die Piraten bemächtigten sich ganzer Flotten, beherrschten die Mittelmeerküsten und spielten sich als die Herren des Meeres auf. Sie kaperten und versenkten Kaufmannsschiffe sogar in ihren Häfen. Im Jahr 67 v. Chr. befreite Pompejus, der vom Senat mit außergewöhnlichen Machtbefugnissen und einer neuen Flotte von 500 Schiffen ausgestattet war, innerhalb von knapp zwei Monaten das Mittelmeer von den Piraten.

Die deceris war etwa 45 Meter lang und acht bis neun Meter breit. Die Ruder der oberen Reihe waren 12 Meter lang und wurden von vier Ruderern bedient, die der unteren Reihen von je drei Ruderern. Die Mannschaft bestand aus 600 Seeleuten und 200 bis 250 Infanteristen zur See.

Die Schlachtschiffe waren mit einem Rammsporn aus Bronze und drei Spitzen (rostrum) versehen, der aus dem Wasser ragte. Damit wurde der Kiel der gegnerischen Schiffe gerammt und aufgerissen. Außerdem gab es größere und kleinere Wurfmaschinen. Bei der Belagerung von Syrakus während des zweiten Punischen Krieges verbanden die Römer zwei Schiffe an ihren Längsseiten miteinander und stellten darüber einen Turm auf. So konnten sie vom Meer aus die Stadtmauern überwinden.

Nachdem Oktavian Antonius besiegt hatte, verstärkte er die Kriegsflotte und stellte eine ständige Flotte auf. Neben den Kriegshäfen Misenum in der Nähe von Neapel und Ravenna an der Adria schickte Oktavian die Schiffe ins östliche Mittelmeer und ins Schwarze Meer mit der Aufgabe, die Gegenden zu überwachen. Andere schiffe übernahmen den Transport von Truppen und Nachschub und fuhren auf dem Rhein, der Donau und dem Ärmelkanal.

Befehlshaber in einer jeden kaiserlichen Flotte war ein Militärpräfekt, den Befehl über jede Schiffseinheit hatte der trierarchus. Es gibt keinen Beweis für die Annahme, dass die Ruderer Sklaven waren. Alle Seeleute waren gleichzeitig auch Soldaten und standen im Rang etwa den auxilia, den Hilfstruppen gleich. Nach 26 Jahren Dienstzeit wurden sie römische Staatsbürger.

Die Schiffe wurden von unterworfenen Bürgerschaften gestellt oder aber eigens für einen Krieg auf Kiel gelegt. Die Größe einer Flotte war nie festgelegt. Sie konnte sogar mehr als 800 Schiffe beinhalten und meistens betrug das Verhältnis von Last- zu Kriegsschiffen 20:1.

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