Ostia

Ein Teil der Stadt wurde am Ende des 4. Jh. v. Chr. gegründet. Die Römer, die über einen Sieg über die Volsker und Etrusker zu einer Seeherrschaft gelangt sind, wollten nun den Tiber bis zum Meer hin unter Kontrolle bekommen. Zunächst stellte dieser Teil nur eine Militärkolonie dar, die auch zur Verteidigung der Tibermündung diente. Um dieses Castrum (Festung) erwuchs im Laufe der Zeit Ostia (Mündung).

Sie entwickelte sich zum militärischen Vorposten, aber vor allem war sie der Versorgungshafen Roms. Hier wurden für die Hauptstadt bestimmte Nahrungsmittel aus dem ganzen Reich entgegen genommen. So kam zum Beispiel das Getreide, was von der Masse her das bedeutendste Nahrungsmittel darstellte, aus Nordafrika. Heute zeugen noch riesige Speicher von dem Umfang der Mengen, die hierher verschifft wurden sind. Aus dem gesamten Mittelmeerraum wurden die verschiedensten Erzeugnisse herangeschafft. Mit dem Schiff oder auch auf dem Landweg, der Salzstraße, die die alte Verbindungsstraße zwischen Rom und dem Meer war, war es möglich Rom zu beliefern.

Ostia entwickelte sich zunehmend zur Hafenstadt. Es entstanden Lagerhäuser und Geschäfte, sowie zahlreiche Wohnviertel für Arbeiter. Die Stadtfläche dehnte sich enorm aus und war von einem mehr oder weniger brüchigen Mauerring umgeben, der nicht im Stande war “Eindringlinge” fern zu halten. So kam es im Jahre 87 v. Chr. unter anderem zu einer Plünderung durch Marius. Außerdem wurde Ostia von einer Reihe weiterer Katastrophen heimgesucht. Danach wurde sie grundlegend umgestaltet. Sulla ließ eine Stadtmauer ziehen. Unter Augustus wurden viele Baumaßnahmen durchgeführt zu denen das Forum, das Theater und viele Tempel gehörten. Unter Kaiser Claudius wurde ein neuer Hafen, etwa drei Kilometer nördlich von Ostia gebaut, den später Trajan noch vergrößern ließ. So war Ostia im 1. Jh. n. Chr. zum bedeutendste Zentrum der römischen Lebensmittelversorgung herangewachsen und war dann der eigentliche Hafen Roms.

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Die sehr nahe Beziehung zu Rom spiegelte sich in der Architektur wieder. Da in Ostia sowohl die Reichen als auch die einfachen Arbeiter, sowie das mittlere Bürgertum vertreten waren, war von prunkvollen Marmorbauten und Einfamilienhäusern alles vorhanden. Sogar mehrstöckige Backsteinhäuser gab es, die auch ein Zeichen für den Anwuchs der Zivilisation waren. Ein großer Teil der Einwohner Roms waren nach einem Brand dort, als Flüchtlinge in Ostia aufgenommen wurden. Zahlreiche moderne Thermen und mit Mosaik verzierte Gebäude sowie golden verzierte Wände zeugen vom Wohlstand der damaligen Hafenstadt. Auf dem Höhepunkt ihres Wohlstandes im 2. und 3. Jh. hatte Ostia rund 75.000 Einwohner.

Nach dem 3. Jh. begann jedoch der Niedergang und die Verarmung der Stadt. Mit der zunehmenden Versandung des Hafenbeckens, gingen die Handelsunternehmungen zurück. Eine Malaria-Epidemie setzte ein, es kam zu einer Völkerwanderung. Die Leute flüchteten sowohl vor der Malaria, als auch vor der Armut, die sich wegen der sinkenden Beschäftigung einstellte. Während der Völkerwanderung kam es zu Überfällen und Plünderungen. Die Tempel wurden von Christen eingerissen, Baumaterialien wie Marmor wurden abtransportiert nach Pisa, Genua, die Straßen überwucherten. Dieser Verfall führte letztlich zur vollständigen Aufgabe der Stadt.

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