Das Strassennetz im Römischen Reich




In der Hauptstadt herrschte zur Zeit Kaiser Trajans tagsüber allgemeines Fahrverbot; die Fahrzeuge der Bauunternehmer waren ausgenommen. Für weitere Reisen benutzte man in der Regel einen 2- 4rädrigen Reisewagen. Herbergen an den großen Reichsstraßen gaben den Reisenden eine wenn auch bescheidene Unterkunft und Verpflegung. Reisen über kurze Strecken legte man mit der Sänfte zurück.

Bei der gewaltigen Ausdehnung des Reiches war stets eine große Anzahl von Beamten auf Dienstreisen unterwegs. Für die Gemeinden an den Hauptverkehrsstraßen bedeutete die Verpflichtung, für Unterkunft und Verpflegung dieser reisenden Beamten aufzukommen, oft eine finanzielle Belastung. Der Beamte durfte die Reichspost benutzen, wie sie Augustus mit den entsprechenden Stationen für den Pferdewechsel eingerichtet hatte. Es handelte sich dabei ausschließlich um den amtlichen Postdienst. Der Privatmann war zu der Beförderung seiner Briefe in die fernen Provinzen auf den privaten Schiffsverkehr angewiesen. Auf kürzere Entfernungen gab man die Post Bekannten oder Freunden mit, die zu demselben Bestimmungsort reisten, oder man schickte Sklaven oder Freigelassene als Boten.

Touristenverkehr gab es schon damals: Bildungshungrige reisten nach Athen, Troja oder Ägypten. Dabei benutzten sie den Seeweg, der im Winter wegen seiner Gefährlichkeit aber gemieden wurde. Rom hätte sich nicht zu so einem gewaltigen Wirtschafts- und Verwaltungskörper entwickeln können, wenn es nicht mit fortschreitender Ausweitung seines Staatsgebietes den Ausbau eines leistungsfähigen Straßennetzes betrieben hätte. Militärische und wirtschaftliche Interessen gingen dabei oft Hand in Hand. Das heutige Straßen- und Autobahnnetz des heutigen Italiens ist weitgehend durch die Trassenführung der antiken Straßen vorgezeichnet. Die älteste Straße ist die Via Appia, ursprünglich eine Verbindung zwischen Rom und Kampanien; später wurde sie bis Brundisium (Brindisi) ausgebaut. Die Länge des gesamten Straßennetzes des Imperiums wird auf etwa 100.000 km geschätzt.

Alltag Via Appia in Rom roemische-imperium.de

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